Lebensdaten
1844 bis 1907
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Agrarwissenschaftler
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 137744307 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Krafft, Guido

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Krafft, Guido, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137744307.html [25.03.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Albrecht (1816–47), Hofbibliothekar. Orientalist u. Kunsthist. (s. ThB; ÖBL), S d. Joh. Peter (s. 2);
    M Karoline ( 1893), T d. Hof-Kunst- u. Musikalienhändlers Heinr. Frdr. Müller ( 1847) in W.;
    Ur-Gvv Ignaz Peter ( 1810), Emailmaler;
    Groß-Ov Josef (1786–1828), Email- u. Porträtmaler (s. ÖBL);
    Tante-v Marie (1812–85), Malerin (s. ÖBL); - ledig.

  • Leben

    K., der zunächst am Polytechnischen Institut sowie an der Universität Wien studierte, dann aber bis 1864 seine volle Ausbildung an der damals einzigen landwirtschaftlichen Hochschule der kaiserlichen und königlichen Monarchie in Ungarisch-Altenburg (Magyarovar) erhielt, die unter dem in Hohenheim geschulten Direktor Pabst hohen Ruf erhalten hatte, war der führende österreichische Landwirtschaftslehrer vor dem 1. Weltkrieg. Zunächst wollte er seine Laufbahn in Ungarisch-Altenburg fortsetzen, wo er 1866 Assistent und 1869 supplierender Professor wurde, aber der Ausgleich zwischen Österreich und Ungarn von 1867 machte Ungarisch-Altenburg zu einer spezifisch Ungarischen Anstalt, so daß K. 1869 zur Promotion die Universität Jena beziehen und sich schließlich 1870 am Polytechnischen Institut (heute TH Wien) für Getreidebau unter besonderer Berücksichtigung des landwirtschaftlichen Maschinenwesens habilitieren mußte. 1880 wurde er tit. außerordentlicher, 1884 außerordentlicher, und 1896 ordentlicher Professor für Land- und Forstwirtschaft.

    K. hatte in seiner Dissertation „Die normale und anormale Metamorphose der Maispflanze“ (1870) eine rein botanische Arbeit ohne die geringste Bezugnahme auf die landwirtschaftliche Bedeutung des Maises vorgelegt, ehe er 1870 die „Internationale Getreide-Mähmaschinen-Conkurrenz zu Ungarisch-Altenburg von 1869“ (mit Wenzel Hecke) beschrieb und über den „Landwirtschaftlichen Pachtvertrag“ (1871) handelte. Da er auf Domänen der Fürsten Lobkowitz und Schwarzenberg praktiziert hatte, widmete er eine Spezialstudie den böhmischen Besitzungen des Fürstenhauses Schwarzenberg und löste darin das seit der Bauernbefreiung von 1848 für große Grundherrschaften sehr aktuelle Problem, ob es für sie günstiger sei, den Besitz selbst zu bewirtschaften oder zu verpachten, in ersterem Sinne. Die Einschätzung als führender Landwirtschaftslehrer Österreichs verdankt K. der Beliebtheit seines 4-bändigen „Lehrbuchs der Landwirtschaft“, das von 1875 bis in die 30er Jahre des 20. Jahrhunderts viele Auflagen erlebte, obwohl es sich im wesentlichen an alte Vorbilder hält und darin vor der Unzahl von Einzeldaten das Grundsätzliche zu sehr in den Hintergrund tritt. Im breiten Maße suchte K. der Landwirtschaft durch Herausgabe des „Österreichischen|landwirthschaftlichen Wochenblattes“ (seit 1875) und von „Frommes Österreich-ungarischer Landwirthschaftskalender“ (seit 1876) sowie als Redakteur der „Österreichischen landwirtschaftlichen Bücherei“ (seit 1890) zu dienen, ebenso durch ein „Illustriertes Landwirtschaftslexikon“ (1884, 31899). Landwirtschaftliche Privilegien und Patente begutachtete K. seit 1886 zunächst als Mitglied des Privilegien-Fachkomitees für landwirtschaftliche Privilegieangelegenheiten und seit 1899 als Rat des Patentgerichtshofes.

  • Werke

    Weitere W Ackerbaul. Unterricht, 1868;
    Aufnahme d. Bodennährstoffe durch d. Pflanze, 1870;
    Meteorologisdie Fortschritte, 1871;
    Ein Großgrundbesitz d. Gegenwart;
    Monogr. Skizze d. Besitzungen d. Fürstenhauses Schwarzenberg in Böhmen, 1872;
    Bodenkultur u. Technik, 1902 f. -
    Hrsg.: A. Thaers Grundsätze d. rationellen Landwirtsch., 1880.

  • Literatur

    Zs. f. d. landwirtsch. Versuchswesen in Österreich 10, 1907, S. 77 f.;
    Zbl. f. d. ges. Forstwesen 23, 1907, S. 131 f.;
    J. Neuwirth, Die k. k. TH in Wien, 1915;
    A. Lechner, Gesch. d. TH in Wien, 1942;
    S. Frauendorfer u. H. Haushofer, Ideengesch. d. Agrarwirtsch. I, 1957, S. 496 f.;
    ÖBL (W, L).

  • Autor/in

    Karl Dinklage
  • Empfohlene Zitierweise

    Dinklage, Karl, "Krafft, Guido" in: Neue Deutsche Biographie 12 (1979), S. 644 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137744307.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA