Lebensdaten
vermutlich 1438 oder 1439 bis um 1490
Sterbeort
Rattenberg (Tirol)
Beruf/Funktion
Stadtschreiber von Landshut
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 137569890 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Mornauer, Alexander

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Mornauer, Alexander, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137569890.html [15.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Paulus v. Mornaw (Mornauer) ( 1470), Stadtschreiber in L. 1437/39-64, verfaßte e. Ratschronik v. 1439-64 u. e. Codex d. gültigen Stadtrechte, 1464-70 als Spitalmeister nachweisbar;
    M Anna Pucher aus Buch am Erlbach b. L.;
    B Achaz ( um 1500), 1462 Kleriker, 1468 Domherr in Brixen, 1469 Kanzler d. Erzhzg. Sigismund v. Tirol, Mathäus, Goldschmied, 1487-1508 Bürger v. L.;
    Halb-B N. N., Kanoniker u. Stifter d. 1513/15 v. Hans Leinberger geschaffenen Pestvotivs in d. Kastuluskirche in Moosburg (mit Donatorbildnis);
    Magdalena HeidenreichausR.;3 S, 1 T, u. a. Ambros ( 1534?), Kammerrat u. Hüttenmeister zu R., wurde 1524 in d. Tiroler Landtafel aufgenommen u. besaß d. zu e. Hofmark vereinigten Schlösser Lichtenwert u. Münster am Eingang d. Zillertals;
    E Wolfgang Joseph ( 1549), kaiserl. Rat u. Pfleger zu Kufstein.

  • Leben

    M. erhielt, vermutlich im Unterschied zu seinem Vater, wohl eine akademische Ausbildung. 1464 trat er dessen Nachfolge als Stadtschreiber von Landshut an und übte dieses Amt bis 1488 aus. Während dieser Zeit führte er neben den Rechnungsbüchern, Steuerlisten und sonstigen Aufzeichnungen den laufenden Schriftwechsel der Stadt und verfaßte Rechtssätze und Handwerksordnungen. Von den letzteren hat sich eine Schreiberordnung in einer Überlieferung des 16. Jh. erhalten. Die vom Vater begonnenen Ratslisten setzte M. fort, bereicherte seine Aufzeichnungen aber noch um Nachrichten über aktuelle Tagesereignisse.

    1488 schied M. aus unbekannten Gründen aus dem Dienst aus; denkbar wäre ein entsprechendes Angebot des Herzogs. Nachfolger M.s war für über ein Jahr Georg Walhan; dessen Sohn Absolon heiratete die Witwe M.s. Nachfolger Walhans wurde 1490 Hans Vetter, der die Ratschronik bis 1504 weiterführte. Nach ihm wurde sie fälschlich oft „Vettersche Stadtchronik“ genannt, obgleich als Verfasser des größeren Anteils M. und sein Vater gelten müssen. Nach der Aufgabe des Stadtschreiberamts in Landshut war M. als Bergmeister Hzg. Georgs des Reichen in den zu Bayern-Landshut gehörigen Gerichten Tirols Kufstein, Rattenberg und Kitzbühel tätig. Seiner Vielseitigkeit und seiner Erscheinung nach verkörpert er bereits den tatkräftigen Beamtentyp der beginnenden Renaissancezeit.

  • Literatur

    H. Buchheit, Ein Bildnis d. Landshuter Stadtschreibers A. M., in: Kal. Bayer. u. Schwäb. Kunst 1917, S. 12 ff.;
    ders., in: Münchner Jb. 1919, S. 119;
    K. Th. Heigel, Landshuter Ratschronik (Die Chroniken d. dt. Städte 15), 1878, S. 245-366;
    Th. Herzog, Der Landshuter Stadtschreiber A. M. u. sein Geschl., in: Verhh. d. Hist. Ver. f. Niederbayern 81, 1955, S. 89-112;
    V. Liedke, Hans Wertinger u. Sigmund Gleismüller, zwei Hauptvertreter d. Altlandshuter Malschule, in: Ars Bavaria 1, 1973, S. 50-83;
    H. Inama-Sternegg, Das Nachlaßinventar d. Ambros Mornauer von Lichtenwert 1550, in: Festgabe f. E. Egg, 1985, S. 39-59;
    S. Foister, The portrait of A. M., in: The Burlington Magazine 133, 1991, S. 613-18. – Eigene Archivstud.

  • Portraits

    Ölgem., süddt. Meister (National Gallery, London).

  • Autor/in

    Georg Spitzlberger
  • Empfohlene Zitierweise

    Spitzlberger, Georg, "Mornauer, Alexander" in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 153 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137569890.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA