Lebensdaten
unbekannt
Beruf/Funktion
Textilfabrikanten
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 139789294 | OGND | VIAF: 102636148
Namensvarianten
  • Moro, von

Verknüpfungen

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Moro, von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd139789294.html [23.02.2024].

CC0

  • Biographie

    Namensträger (del Mor) lassen sich schon im 15. Jh. im Bergdorf Ligosullo (Friaul) nachweisen. Söhne und Enkel Andrea Moros begründeten Ende des 18. Jh. die Kärntner Linien der Familie. Der zweite Sohn Christoph (1743–1823) ließ sich nach seiner Heirat mit Josefa Foregger v. Greifenthurn 1785 in Klagenfurt nieder, begann im Wispelhofe nahe der Stadt eine Tuchfabrikation, wobei ihn ein Einfuhrverbot Josephs II. begünstigte. 1788 ersteigerte er zusammen mit seinem Bruder Johannes (1753–1816) einen Teil des aufgelassenen Klosters Viktring. Beide richteten dort unter Anwendung eigener technischer Verbesserungen und mit Hilfe niederländ. Fachkräfte eine später florierende Tuchfabrik ein. Wegen ihrer Verdienste um die Textilerzeugung und für ihr humanitäres Wirken wurden sie 1816 in den Adelsstand erhoben und Christoph 1820 auch in den Ritterstand. Seine Kinder verschwägerten sich mit dem Kärntner Adel: Andreas (1780–1855), Gesellschafter der Firma „Gebr. Moro“, heiratete in erster Ehe Maria, eine Tochter des Gutsbesitzers und Hammergewerken Jakob Schwerer v. Schwerenfeld, in zweiter Ehe Maria Bogner|v. Stainburg. Anton (1785–1870) leitete die Fabrik „Walk“ an der Glan bei Klagenfurt und war mit Cölestine, einer Tochter des Guts- und Fabrikbesitzers Franz Paul Frhr. v. Herbert vermählt. Thomas (1786–1871) trat nach einer Lehrzeit bei Großhändlern in Marseille und Odessa in den Familienbetrieb ein, interessierte sich aber besonders für Fragen der Landwirtschaft. Er bemühte sich um die Herstellung von Rübenzucker, förderte Versuche zur Hebung der Seidenraupenzucht, verwaltete die von der Familie erworbene Herrschaft Mageregg und wurde 1835 Direktor der von ihm mitbegründeten Kärntner Sparkasse; verehelicht war er mit Barbara, einer Tochter des Franz Michael Frhr. v. Herbert, des Gründers der Bleiweiß- und Salpeterfabrik in Klagenfurt. Ferdinand (1790–1846) richtete in Klagenfurt eine Fabrik für Militärtuche ein, war landwirtschaftlich und technisch sehr interessiert und überdies ein talentierter Maler. Franz (1782–1866) wurde für das Wirken im Familienunternehmen ausgebildet, übernahm nach dem Tode des Vaters die Leitung der Tuchfabrik und führte sie zu ihrer Blüte. Er galt als Autorität auf dem Gebiet der Schafwollverarbeitung und nutzte das junge Ausstellungswesen (u. a. Berlin 1844), um die Qualitätsprodukte des Unternehmens auch international zu präsentieren. 1850 wurde er zum Bürgermeister von Viktring gewählt und gehörte der Kärntner Handelskammer von der Gründung bis 1861 an. Verheiratet mit Franziska Vigetter, war er Begründer der jüngeren Linie der Familie. Sein Sohn Max (1817–99) studierte in Wien Jus, war dann am Appellationsgerichtshof in Klagenfurt tätig und wechselte nach dem Tode seines älteren Bruders Rudolf (1813–43) in die Leitung der Tuchfabrik über. Verdienste erwarb er sich auch als Historiker. Er war Direktor des Geschichtsvereins für Kärnten, ergriff die Initiative zur Errichtung des Museumsgebäudes in Klagenfurt (1878) durch die Kärntner Sparkasse, deren Vizepräsident er seit 1873 war, und verfaßte etliche Abhandlungen zur Geschichte Kärntens. Sein jüngerer Bruder Leopold (1826–1900), Besitzer der Herrschaft Mageregg, war Gesellschafter des Familienunternehmens, Präsident der Kärntner Handels- und Gewerbekammer sowie Landtags- und Reichsratsabgeordneter als Vertreter des Kärntner Großgrundbesitzes.

  • Literatur

    A. M. Hildebrandt, J. Siebmachers grosses u. allg. Wappenbuch IV, 8. Abt., 1879, S. 181 ff.;
    Genealog. Taschenbuch d. adeligen Häuser Österreichs, 1. Jg., 1905, S. 454 ff.;
    J. Slokar, Gesch. d. österr. Industrie u. ihrer Förderung unter Franz I., 1914, S. 355 f., 602 f., 608;
    Carinthia I, Jg. 61, 1871, S. 315 ff., Jg. 89, 1899, S. 98 ff., Jg. 107, 1917, S. 86 f.;
    F. Putz, Die österr. Wirtsch.aristokratie 1815-1859, Diss. Wien 1975;
    Wurzbach 19;
    ÖBL.

  • Autor/in

    Josef Mentschl
  • Zitierweise

    Mentschl, Josef, "Moro, von" in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 153-154 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd139789294.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA