Lebensdaten
nach 1360 bis 1435
Sterbeort
Preßburg
Beruf/Funktion
Graf von Cilli ; Graf von Zagorien ; Ban von Slawonien
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 136921647 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hermann II. von Cilli
  • Hermann II. von Cilly
  • Cilli, Hermann II. Graf von
  • mehr

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Zitierweise

Hermann II., Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd136921647.html [18.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    Aus d. Geschl. d. Grafen v. Cilli (s. NDB III);
    V Gf. Hermann I. v. C. ( 1385, s. ADB IV), S d. Friedrich (1318–59/60), seit 1341 Gf. v. C. (s. ADB IV), u. d. Diemut v. Walsee;
    M Katharina ( n. 1396), T d. Fürsten Stephan Tvrtko I. v. Bosnien;
    Vt Gf. Wilhelm v. C. ( 1392);
    - Anna ( vor 1396), T e. Gf. v. Schaunberg;
    3 S, 3 T, u. a. Gf. Friedrich II. v. C. ( 1454, s. ADB IV), Gf. Hermann III. v. C. ( 1426), Elisabeth ( 1426, Gf. Heinrich IV. v. Görz, 1454), Barbara ( 1451, dt. Kgn., s. NDB I, 1406 [nicht 1408] Kg. Siegmund v. Ungarn, 1437, Kaiser); illeg. S Hermann ( 1421), 1412 Bischof v. Freising, 1420 Bischof v. Trient.

  • Leben

    Den wichtigsten Familien Ostmitteleuropas verschwägert und durch ausgedehnten Besitz in vielfachen Beziehungen, verstand es H., die Möglichkeiten seiner Stellung zu weitem Ansehen und zum Vorteil seines Hauses zu nutzen. Anfangs zusammen mit seinem Vetter Wilhelm, seit 1392 als Senior seiner Familie, erlangte er schon früh politisches Gewicht durch Waffenhilfe und als Vermittler sowohl für die Habsburger, die ihn 1398 zum Landeshauptmann von Krain einsetzten, als auch für König Siegmund, der ihm 1387 die Durchsetzung in Ungarn, 1389 einen Ausgleich mit Österreich und 1396 die Rettung nach der Niederlage von Nikopolis mitverdankte und ihn dafür unter anderem mit der Grafschaft Zagorien (Seeger) belohnte. Nachdem H. 1401 Siegmund die Freilassung aus dem Gewahrsam der rebellierenden ungarisch Großen vermittelt hatte, verwandte ihn der König, der 1406 H.s Tochter Barbara heiratete, ständig in seiner Politik, vor allem für diplomatische Missionen: 1402, 1406 und 1409 in Oberitalien, 1410-12 und 1420-23 in den Konflikten Ungarns mit Polen, 1415 auf dem Konstanzer Konzil und 1422 in Auseinandersetzungen mit den Kurfürsten. Außerdem wirkte H. im königlich Rat und im Hofgericht, als Zeuge und Bürge bei Verträgen und als Schiedsrichter (so unter anderem 1411-12 im Kampf Siegmunds mit Venedig; an dem Waffenstillstand von 1413 hatte er allerdings kein Verdienst). 1415-16 vom Konzil zum Exekutor gegen Friedrich von Österreich bestellt, führte er 1418 den Frieden herbei. 1425 übernahm er den Schutz des durch Venedig vertriebenen Patriarchen von Aquileja. 1424 und 1427 half er im Auftrag Siegmunds dem Fürsten von Bosnien bei der Türkenabwehr, wofür dieser den Cilliern Nachfolgerechte verbriefte. Auch an den Hussitenkriegen nahm H. teil. 1406-08 und wieder 1422-35 versuchte er als Banus von Slavonien mit rücksichtslosen Methoden, das Land zu befrieden. Neben zahlreichen anderen Erwerbungen brachte er seiner Familie 1418-20 die Ortenburger Erbschaft ein. Bezeichnend für seine Hauspolitik war sein unerbittliches Vorgehen im Fall der „Mißheirat“ seines ältesten Sohnes Friedrich II. mit der mittellosen Veronika von Desšnice. Die seit 1430 vorgesehene, 1435 geplante und schließlich 1436 verwirklichte Erhebung seines Geschlechtes in den Reichsfürstenstand erlebte er nicht mehr.

  • Literatur

    ADB IV (fehlerhaft);
    W. Altmann, Reg.Imp. XI, 1896-1900;
    RTA V, VII-XII;
    F. Krones, Die zeitgenöss. Qu. z. Gesch. d. Grafen v. Cilli, in: Btr. z. Kunde steiermärk. Gesch.qu. 8, 1871;
    ders., Die Freien v. Saneck u. ihre Chronik als Grafen v. Cilli, 1883;
    ders., Gf. H. II. v. C, in: Mitt. d. Hist. Ver. f. Steiermark 21, 1873;
    A. Gubo, Friedrich II. v. Cilli, in: Schulprogr. Cilli 1888 u. 1889;
    M. Zawadzky, Die Cillier u. ihre Beziehungen z. Kaiser Siegmund u. Kg. Albrecht, Diss. Halle 1911, S. 6-68;
    H. Pirchegger, Landesfürst u. Adel i. d. Steiermark I, 1951, S. 168 u. Tafel VII;
    F. Baš, Celjski grofi in njihova doba, in: Celjski zbornik, Celje 1951;
    F. O. Roth, Btr. z. d. Beziehungen d. Grafen v. Cilli zu d. Habsburgern, Diss. Graz 1952;
    H. Pirchegger, Die Grafen v. Cilli, ihre Grafschaft u. ihre untersteir. Herrschaften, in: Ostdt. Wiss. II, 1955;
    ders., Die Untersteiermark i. d. Gesch. ihrer Herrschaften, 1962;
    M. Uhlirz, Hdb. d. Gesch. Österreich-Ungarns I, 21963, S. 438.

  • Autor/in

    Joachim Leuschner
  • Empfohlene Zitierweise

    Leuschner, Joachim, "Hermann II." in: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), S. 631-632 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136921647.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA