Lebensdaten
um 1275 bis 1308
Sterbeort
Lübz/Elde (Mecklenburg)
Beruf/Funktion
Markgraf von Brandenburg
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 138771421 | OGND | VIAF: 95399493
Namensvarianten
  • Hermann der Lange
  • Hermann I.
  • Hermann I. von Brandenburg
  • mehr

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen in der NDB Genealogie

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Hermann, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd138771421.html [28.11.2020].

CC0

  • Genealogie

    Aus d. Geschl. d. Askanier (s. NDB I);
    V Mgf. Otto V. v. B. ( 1298), S d. Mgf. Otto III. v. B. ( 1267);
    M Jutta ( 1295), Erbin v. Henneberg-Coburg, T d. Gf. Hermann I. v. Henneberg ( 1290, s. NDB VIII);
    Ov Mgf. Albrecht III. v. B. (um 1250–1300);
    Vt Mgf. Otto IV. v. B. ( 1308/09);
    Schw Beatrix (⚭ Hzg. Bolko I. v. Schweidnitz-Jauer, 1301, s. NDB II);
    - 1295 Anna ( 1327, 2] 1310 Hzg. Heinrich VI. v. Schlesien-Breslau, 1335, s. NDB VIII), T d. Kg. Albrecht I. ( 1308, s. NDB I);
    1 S, 3 T Mgf. Johann V. v. B. ( 1317), Agnes ( 1334, 1] Mgf. Woldemar v. B., 1319, 2] Hzg. Otto v. Braunschweig, 1344), Mechthild ( Hzg. Heinrich II. [IV.] v. Schlesien-Glogau, 1342, s. NDB VIII), Jutta ( 1353, s. ADB XIV, ⚭ Gf. Heinrich VIII. v. Henneberg, 1347).

  • Leben

    H., nach dem frühen Tod der älteren Brüder (1295) alleiniger Erbe des väterlichen Teils der Mark Brandenburg sowie der der Mutter nach dem Tod ihres Bruders Poppo VIII. (1291) angefallenen Herrschaft Henneberg-Coburg, erhielt nach dem Tod des Oheims Albrecht III. (1300) auch dessen Teil der Mark und vereinigte somit in seiner Hand die bei der Landesteilung von 1258 Markgraf Otto III. (der jüngeren ottonischen Linie) zugefallenen Gebiete der Mark. Schon zu Lebzeit des Vaters am Landesregiment beteiligt, betreute er insbesondere die Hennebergische Erbschaft. Gerühmt wurden seine Weisheit, Kühnheit, die Strenge gegen Übeltäter ebenso wie sein friedfertiges Regiment. Versuchte H. 1298 bei der Königswahl das Kurrecht neben dem Vertreter der älteren Linie, Otto IV., auszuüben, so hat in der Folge sein enges Zusammengehen mit Otto gemeinsame politische Erfolge gezeitigt. Durch Kauf erwarben sie von Markgraf Diezmann von Meißen die Niederlausitz (1303 f.). Die beiderseitige Parteinahme für Wenzel II., König von Böhmen und Polen, der ihnen das Pfandrecht an der Mark Meißen abtrat, führte zum Bruch mit H.s Schwiegervater, König Albrecht, gegen den sie dem Böhmen Waffenhilfe leisteten (1304). Nach Wenzels II. Tod (1305) söhnte sich dessen Sohn Wenzel III. mit Einschluß der Verbündeten mit König Albrecht aus gegen Rückgabe der Mark Meißen an Albrecht vonseiten der Askanier, die dafür 1305 von Wenzel als König von Polen das Land Pomerellen erhielten, das ihnen jedoch nach Wenzels Ermordung (1306) streitig gemacht wurde. Nach dem Tode des Schwagers Bolko von Schweidnitz-Jauer (1301) übernahm H. Vormundschaft und Regentschaft für dessen unmündige Söhne, er bezeichnete sich bei diesen Handlungen als „tutor Silesiae“. Gemeinsam mit Otto IV. unternahm H. Anfang 1308 einen groß angelegten Feldzug gegen Mecklenburg, auf dem er einer Krankheit erlag.

  • Literatur

    ADB XII;
    H. Krabbo, Regg. d. Markgrafen v. Brandenburg, 1910 ff. Nr. 2045;
    A. Hofmeister, Die 16 Ahnen d. Mgf. H. v. B. u. d. Anna v. Österreich, in: FBPG 33, 1920, S. 59 f.;
    J. Schultze, Die Mark Brandenburg I, 1961, S. 195, 198 ff.

  • Autor/in

    Johannes Schultze
  • Empfohlene Zitierweise

    Schultze, Johannes, "Hermann" in: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), S. 631 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd138771421.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Hermann (der Lange), Markgraf von Brandenburg, aus der ottonischen Linie der askanischen Markgrafen, Sohn Otto's des Langen und der Gräfin Judith von Henneberg, folgte, nachdem er bereits zu Lebzeiten seines Vaters bisweilen an den Geschäften der Regierung theilgenommen hatte, jenem im J. 1298 und vereinigte nach dem Tode seines Oheims Albrecht (1300) den|ganzen Antheil der märkischen Länder, der einst seinem Großvater Otto, dem Begründer der ottonischen Linie, in der Theilung mit dessen Bruder Johann zugefallen war. Zu diesem nicht unbedeutenden Länderbesitze fügte er noch den Mitbesitz der Lausitz, die er in Gemeinschaft mit seinem Vetter, dem Markgrafen Otto mit dem Pfeil, im J. 1303 von dem Markgrafen Diezmann von Meißen durch Kauf erwarb. Von seiner Mutter Bruder, dem Grafen Poppo von Henneberg, welcher kinderlos starb, ererbte er ein bedeutendes Stück der Herrschaft Henneberg, welches vorzugsweise in der Pflege Koburg mit 22 anderen Schlössern und Städten bestand und zu welchem auch viele vom Hochstifte Würzburg relevierende Lehen gehörten. Da der Bischof Manegold von Würzburg diese Lehen nach Poppo's Tode einzog, so entstand darüber zwischen ihm und dem Markgrafen H. ein Krieg, der im J. 1290 durch einen Vergleich beigelegt ward, nach welchem die streitigen Lehen gegen die Summe von 4000 Mark Silber, für welche dem Bischofe die Schlösser und Städte Kitzingen, Steinach, Rothenstein und Königshofen pfandweisse eingeräumt wurden, im Besitze des Markgrafen H. blieben. Dieser ganze Hennebergische Erwerb, zu welchem auch zahlreiche Reichslehen, sowie Lehen des Bisthums Bamberg und der Abteien Fulda und Hersfeld gehörten, wird als dominium in Henneberg et in Franconia bezeichnet, und H. nannte sich davon auch „Herr von Henneberg und Franken“. Im J. 1295 vermählte er sich mit Anna, der Tochter des Herzogs Albrecht von Oesterreich, dessen Politik er sich seitdem mit seinem ganzen Hause anschloß. Er war unter denjenigen Fürsten, die hauptsächlich die Absetzung des Königs Adolf betrieben und an seiner Stelle den Herzog Albrecht von Oesterreich wählten, über welche Wahl er am 28. Juli 1298 an den Papst Bonifacius VIII. berichtete. Aber das gute Verhältnis zu dem neu gewählten Könige dauerte nicht lange. Als Albrecht Miene machte, die Mark Meißen, die er von Albrecht dem Unartigen erkauft und dann an den König Wenzeslaus von Böhmen verpfändet hatte, von welchem sie dann an die Markgrafen Otto und H. weiter verpfändet worden war, von den letzteren einzulösen, verbanden sich die beiden Brandenburger Markgrafen mit dem Könige von Böhmen gegen den Kaiser. Dieser verhängte über die verbündeten Fürsten die Reichsacht und drang mit einem Heere in Böhmen ein, mußte aber vor jenen zurückweichen. Nach dem Tode Wenzel's (1305) kam es zu einem Frieden, wonach die Markgrafen von Brandenburg wegen ihrer Ansprüche an Meißen von Böhmen abgefunden werden sollten, auch die Reichsacht zurückgenommen ward. — Markgraf H. führte auch längere Zeit für seine Schwester Beatrix, die an den Herzog Bolko von Schweidnitz vermählt war, nach des letzteren Tode die Regierung in Schlesien und die Vormundschaft über die Söhne aus jener Ehe: in dieser Eigenschaft nennt er sich urkundlich bisweilen tutor Silesie. H. war ein kriegerischer und hochstrebender Herr: die Brandenburger Chronik bei Pulkawa rühmt seine unerbittliche Strenge gegen Uebelthäter, sowie seine Klugheit und Kühnheit, Eigenschaften, die ihm bei seinen Zeitgenossen einen weit verbreiteten Ruhm verschafften. Als er in Gemeinschaft mit seinem Vetter, dem Markgrafen Otto, im J. 1308 mit einem stattlichen Heere in das Mecklenburgische einfiel und Schloß Eldenburg an der Elde belagerte, raffte ihn ein früher Tod dahin: im Kloster Lehnin ward er begraben. Der einzige Sohn, Johann, den er hinterließ, folgte ihm bereits 1317 im Tode nach.

  • Autor/in

    v. Heinemann.
  • Empfohlene Zitierweise

    Heinemann, Otto von, "Hermann" in: Allgemeine Deutsche Biographie 12 (1880), S. 123-124 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd138771421.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA