Lebensdaten
1730 bis 1802
Geburtsort
Lewin bei Leitmeritz (Böhmen)
Sterbeort
Wernstadt bei Tetschen (Böhmen)
Beruf/Funktion
Textilindustrieller ; Kattundruckereibesitzer ; Begründer der Kattundruckerei in Böhmen
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 136622410 | OGND | VIAF: 163529525
Namensvarianten
  • Leitenberger, Josef
  • Leitenberger, Johann Josef
  • Leitenberger, Josef
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Zitierweise

Leitenberger, Johann Josef, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd136622410.html [21.10.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Franz (* 1701), Meister u. Bes. d. Alten Färberei in Lewin, S d. Joh. Heinrich, Bes. d. Alten Färberei in Lewin, u. d. Katharina N. N.;
    M Maria Elisabeth Böhm (1702–76);
    1) 1759 Maria Elisabeth (1739–79), T d. Färbermeisters Reitländer in W., 2) 1780 Maria Anna Mattausch (1759–1822);
    13 K aus 1), u. a. Franz (s. 2), Ignaz (1764–1839), Textilindustr. in Neu-Reichstadt, Begr. d. Fa. Ignaz L. & Sohn (Zitz- u. Kattun-, Walzen- u. Kupferplatten-Druckerei), 13 K aus 2);
    N (S d. Ignaz) Eduard (1794–1871), Teilh. v. Ignaz, verk. d. Fabrik 1852.

  • Leben

    L. war der Begründer der Kattundruckerei in Böhmen. Dazu bestimmt, gemeinsam mit dem älteren Bruder Franz die väterliche Färberei zu übernehmen, ging er zunächst als Handwerksbursche in die Oberpfalz, nach Salzburg, Kärnten und Tirol. In Augsburg arbeitete er bei Johann Heinrich Schüle. Bei der endgültigen Erbaufteilung übergangen, wurde er mit einem kleinen Haus im Markt Wernstadt abgefunden, auf dem eine Seifensiedergerechtigkeit ruhte. Dieses Gewerbe mußte er drei Jahre lang erst neu erlernen. Durch Heirat erreichte er die Vereinigung seines Geschäfts mit der Färberei-Werkstätte seines Schwiegervaters. 1770 entschloß er sich, den kleingewerblichen Betrieb zu einer Fabrik auszuweiten, die aus einer Weberei nebst Bleiche und Kattundruckerei mit sechs Drucktischen bestand. Um den Garnmangel zu beheben, gründete er im Theinhofe der Altstadt von Prag eine eigene Baumwollspinnerei, die erste ihrer Art in Böhmen. 1774 vernichtete ein Feuer seinen gesamten Besitz in Wernstadt. Jetzt konnte er die alte Kattundruckerei und -weberei moderner als früher aufbauen. Südöstlich von Wernstadt, in dem kleinen Orte Sorge, entstand eine Kolonie von Werkzeugtischlern, die sich ausschließlich mit der Herstellung neuartiger Webstühle befaßten. Nach Aufhebung des Jesuitenordens erwarb L. aus dessen Herrschaft Liebeschitz den Meierhof Gründorf b. Auscha und richtete hier eine neue Bleiche und eine zweite Färberei ein. Da sich in Wernstadt die relativ geringe Wasserkraft nicht vermehren ließ, erwarb er 1776 den nächst Reichstadt b. Leipa gelegenen Meierhof Prärupt, wo eine neue große Fabrikanlage entstand, deren Leitung die beiden Söhne Franz und Ignaz übernahmen, weshalb der Firmenname in „Josef Leitenberger & Söhne“ geändert wurde. 1793 erwarb L. auch noch die vormals gräfl. Bolzasche „k. k. priv. Zitz- und Kattunfabrik“ zu Josefsthal-Cosmanos. Während er selbst in Wernstadt die Leitung der Stammfabrik in seiner Hand behielt, ging Neu-Reichstadt an den jüngeren Sohn Ignaz, Josefsthal-Cosmanos an den älteren Sohn Franz über. Zunächst blieben Vater und Söhne gemeinsame Inhaber der Firmen „Josef Leitenberger & Sohn“ in Josefsthal-Cosmanos und „Josef Leitenberger & Sohn Ignaz“ in Reichstadt. Als einer der ersten in Böhmen errichtete L. in seiner Fabrik eine Krankenkasse, zu der jeder Arbeiter im Verhältnis seines Lohnes beisteuern mußte. In Wernstadt bekleidete er das Ehrenamt eines Ratsherrn und städtischen Schulaufsehers.

  • Autor/in

    Gustav Otruba
  • Empfohlene Zitierweise

    Otruba, Gustav, "Leitenberger, Johann Josef" in: Neue Deutsche Biographie 14 (1985), S. 165 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd136622410.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA