Lebensdaten
1842 bis 1898
Geburtsort
Ludwigsburg (Württemberg)
Sterbeort
Stuttgart
Beruf/Funktion
Elektrotechniker ; Industrieller
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 135973171 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Fein, Wilhelm Emil
  • Fein, Emil
  • Fein, Wilhelm Emil

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Zitierweise

Fein, Emil, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd135973171.html [19.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Karl (1808–68), Gymnasialprof. u. Lehrer a. d. Kadettenanstalt, S d. Wilh. Emil ( 1812), württ. Stabsprofos;
    M Sophie (1812–53), T d. Regimentsquartiermeisters Weyßer ( 1812);
    1869 Anna Regina Stückle (1843–1922) aus Leutkircher Kaufm.fam.;
    5 S, 1 T, u. a. Emil (1870–1920), Ingenieur, Bertold (1875–1949), Dr.-Ing. E. h., Richard (1878–1957), Kaufm., führten gemeinsam d. Betrieb fort.

  • Leben

    F. erhielt Privatunterricht vom Vater, so daß er mit 15 Jahren schon die Kenntnisse der Reifeprüfung besaß. Aus Neigung erlernte er in Stuttgart die Feinmechanik und war dann in den damals besten mechanischen Werkstätten tätig in Karlsruhe, Göttingen, Berlin und in London (bei dem Physiker Ch. Wheatstone). 1867 machte er sich in Karlsruhe selbständig und baute fast zur selben Zeit wie W. Siemens schon eine Dynamomaschine. 1870 übersiedelte er nach Stuttgart. 1875 baute F. den ersten elektrischen Feuermelder, 1885 das erste tragbare Feldtelephon. 1884 richtete er in Barcelona die erste Telephonzentrale und 1892 die erste telephonische Opernübertragung aus dem Hoftheater in Stuttgart ein. Ebenfalls schon 1892 baute er zu Ausstellungszwecken elektrische Einzelantriebe für Werkzeug -und Textilmaschinen, erkannte also lange vor seinen Zeitgenossen die Bedeutung des elektrischen Einzelantriebs. 1895 wurde unter F. die erste elektrische Handbohrmaschine der Welt geschaffen und damit die Entwicklung zum Elektrowerkzeug eingeleitet, das für die gesamte Industrie, das Handwerk, den Haushalt, die Medizin (Zahnheilkunde)|später ein wichtiger Helfer wurde. – F. war in starkem Umfang auch literarisch tätig. Außer zahlreichen Beiträgen in Fachzeitschriften, die sprachlich bestens durchgefeilt waren, schilderte er das eigene Erzeugungsprogramm in dem weithin seiner Zeit als Lehrbuch dienenden Werke: „Elektrische Apparate, Maschinen und Einrichtungen“, 1888 (Porträt). – Württembergische goldene Staatsmedaille für Kunst und Wissenschaft (1896).

  • Literatur

    Festschr. z. Feier d. 50j. Bestehens d. Fa. C. u. E. F., 1925 (mit Fragment e. Autobiogr.);
    R. L. Mehmke, in: Schwäb. Lb. II. 1941 (W, L, P).

  • Quellen

    Qu.: Werkarchiv u. Werkmus. d. Fa. C. u. E. F., Stuttgart.

  • Autor/in

    Rudolf Mehmke
  • Empfohlene Zitierweise

    Mehmke, Rudolf, "Fein, Emil" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 59 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd135973171.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA