Lebensdaten
1668 bis 1741
Geburtsort
Döberitz (Mark)
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
preußischer Generalfeldmarschall ; Staatsminister
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 135697743 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Borck, Adrian Bernhard Graf von
  • Borcke, Adrian Bernhard Graf von
  • Borck, Adrian Bernhard Graf von
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Zitierweise

Borcke, Adrian Bernhard Graf von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd135697743.html [14.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Andreas ( 1675), Großgrundbesitzer, S des Adrian ( 1685) und der Abigail Soph. von Below;
    M Benigna Maria von Wedel aus dem Hause Schwerin ( 1690);
    1699 Antoinette Hedwig, T des preußischen Generlas Henry Baron d'Hallard genannt Elliot;
    S Heinrich Adrian Graf von Borcke (1715–88), preußischer General, Erzieher des späteren Königs Friedrich Wilhelm II. und dem Prinzen Heinrich von Preußen, staatswissenschaftlicher Schriftsteller;
    T Marg. Helene (⚭ Friedrich Wilhelm von Borcke, s. 3).

  • Leben

    Nach Besuch der Universitäten Frankfurt/Oder und Leipzig 1686/88 und einer Kavalierstour durch Frankreich und Italien 1689 entschloß sich B. für die militärische Laufbahn, nahm 1690/97 am Feldzug in Flandern und 1704/13 am Spanischen Erbfolgekrieg teil, in dem er den Generalsrang erreichte. Im Nordischen Krieg|besetzte B. am 10.10.1713 auf Grund des preußisch-holsteinischen Sequestrationsvertrages die Festung Stettin, um deren Ausbau er sich später sehr verdient machte. 1719 wurde er mit einer hochwichtigen Mission betraut. Ein politischer Abenteurer, Klement alias Freiherr von Rosenau, hatte 1718 - sich als Beauftragter des Prinzen Eugen ausgebend - in Berlin angebliche Geheimpläne des Wiener und Dresdner Hofes enthüllt, die auf einen Überfall Preußens, Gefangennahme des Königs und Aufteilung der Monarchie hinausliefen. Klement wußte dem König dieses Vorhaben anfangs durch geschickt gefälschte Handschriften glaubhaft zu machen, bis dieser sich endlich doch zu geheimen Erkundigungen entschloß und B. unter falschem Namen nach Wien an den Prinzen Eugen sandte. Dort erhielt B. Gewißheit, daß man einem geschickten Gauner ins Garn gegangen war. 1726 wurde er Mitglied des Geheimen Staatsrats, 1728 als Nachfolger Heinrich Rüdiger von Ilgens Staatsminister. 1732 und 1733 wirkte er wiederum in hochpolitischen Missionen in Wien. 1733 ernannte ihn der König zum General der Infanterie, 1737 zum Generalfeldmarschall.

  • Literatur

    ADB III (auch f. Heinr. Adrian);
    C. F. Pauli, Leben großer Helden d. gegenwärt. Krieges, T. 7, Halle 1761, S. 1-34;
    B. Erdmannsdörffer, Dt. Gesch. v. Westfäl. Frieden bis z. Regierungsantritt Friedrichs d. Gr., 1648–1740, Bd. 2,1932, S. 325 f.;
    Repertorium d. diplomat. Vertreter aller Länder seit d. Westfäl. Frieden, Bd. 2 (1716-63), hrsg. v. F. Hausmann, Zürich 1950, S. 292 f.;
    Priesdorff I, S. 92 ff. (P, auch f. Heinr. Adrian, S. 514, P).

  • Autor/in

    Hans Saring
  • Empfohlene Zitierweise

    Saring, Hans, "Borcke, Adrian Bernhard Graf von" in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 459 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd135697743.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Borck: Adrian Bernhard Graf v. B., geb. 21. Juli a. St. 1668 zu Döberitz im borckschen Kreise in Hinterpommern, 25. (31.?) Mai 1741 zu Berlin, verlor seinen Vater früh, studirte 1686 bis 1688 in Frankfurt a./O. und Leipzig, ging dann auf Reisen nach Frankreich und Italien und trat nach dem im J. 1690 erfolgten Tode seiner Mutter in die brandenburgische Armee unter General v. Spaen ein. Unter diesem und den Feldmarschällen v. Flemming und v. Barfuß war er bis 1699 in verschiedenen Stellungen Theilnehmer an den Kämpfen des spanischen Erbfolgekrieges. Im September 1699 erhielt er das Commando über die preußische Garde, wohnte der Krönung des Königs Friedrich I. in Königsberg bei und bemächtigte sich als Commandant in letztgenannter Stadt auf geschickte Weise des Gebietes von Elbing. Als Oberst im Regiment des Kronprinzen wohnte er 1706 und später den Belagerungen von Menin, Ath, Dondermonde, Lille, Genth und Tournay, den Schlachten von Oudenarde, Malplaquet, Mons, Douay und Aire bei und wurde 1709 Generalmajor. Bei der Thronbesteigung König Friedrich Wilhelms I. erhielt er ein Regiment und die Anwartschaft auf die Gouverneurstelle des zur Zeit noch in schwedischem Besitz befindlichen Stettin. Erst als die Festung sich am 10. Oct. 1713 der vereinigten holstein-preußischen Armee ergab, konnte er diesen Posten antreten. Im J. 1717 wurde er Generallieutenant und leitete 1724 u. 1725 die Befestigungsarbeiten in Stettin zu hoher Befriedigung des Königs, der ihm dafür den schwarzen Adlerorden verlieh. Zur selben Zeit wurde er, der schon früher zu mehrfachen diplomatischen Sendungen nach Baireuth, Wien und anderwärts gebraucht worden war, und mit den Arbeiten der Verwaltung sich durch die Ordnung der königl. Kämmereien zu Stettin, Anclam und Demmin bekannt gemacht hatte, auf königl. Befehl vom Staatsminister v. Ilgen zu den Geschäften der höheren Verwaltung hinzugezogen und nach dessen Tode 1728 selbst zum Geheimen Staats-, Kriegs- und Cabinetsminister ernannt. Schon vorher waren seine Dienste durch Verleihung der Amtshauptmannschaft von Colbatz, sowie der Dompropstei zu Havelberg belohnt worden. Die Verleihung hoher militärischer Ehren ging damit Hand in Hand: 1733 wurde er General der Infanterie und 1737 Feldmarschall. Bei der Thronbesteigung des Königs Friedrich II. wurde er unter dem 28. Juli 1740 in den Grafenstand erhoben. Seinen nicht unansehnlichen Grundbesitz in Hinterpommern vermehrte er durch seine am 6. Jan. 1699 vollzogene Heirath mit Antoinette Hedwig Freiin Hallard, genannt Elliot, die ihm mehrere Güter zubrachte.

    • Literatur

      Vanselow, Pommersches Heldenregister. v. Schöning, Die Generale der brandenburg-preußischen Armee.

  • Autor/in

    v. Bülow.
  • Empfohlene Zitierweise

    Bülow, von, "Borcke, Adrian Bernhard Graf von" in: Allgemeine Deutsche Biographie 3 (1876), S. 156-157 unter Borck [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd135697743.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA