Lebensdaten
1592 bis 1642
Geburtsort
Wolfenbüttel
Sterbeort
Arnheim
Beruf/Funktion
Gräfin von Nassau-Dietz
Konfession
calvinistisch
Normdaten
GND: 132468743 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Sophie Hedwig von Nassau-Dietz (verheiratete)
  • Sophie Hedwig von Braunschweig (geborene)
  • Sophie Hedwig
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Quellen(nachweise)

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Zitierweise

Sophie Hedwig, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd132468743.html [19.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Heinrich Julius, Hzg. v. B.-L.-W. (1564–1613, s. NDB VIII), S d. Julius, Hzg. v. B.-W. (1528–89, s. NDB X) u. d. Hedwig v. Brandenburg (1540–1602);
    M Elisabeth (1573–1626), T d. Friedrich II., Kg. v. Dänemark u. Norwegen, Hzg. v. Schleswig-Holstein (1534–88, s. NDB V), u. d. Sophia, Hzgn. v. Mecklenburg (1557–1631, s. NDB 24);
    Gröningen b. Halberstadt 1607 Ernst Casimir, Gf. v. Nassau-Dietz (1573–1632), niederl. FM, Statthalter v. Friesland (s. Nassau. Biogr.), S d. Johann (Jan) VI. d. Alte, Gf. v. Nassau, Katzenelnbogen u. Dietz (1536–1606, s. NDB X), u. d. Elisabeth, Gfn. v. Leuchtenberg (1537–79);
    6 S (2 Totgeburten, 2 früh †) u. a. Heinrich Casimir I., Gf. v. Nassau-Dietz (1612–40), Wilhelm Friedrich, Gf. v. Nassau-Dietz (1613–64, ⚭ Albertine Agnes, 1634–96, T d. Friedrich Heinrich, Prinz v. Oranien, 1584–1647, Gen.statthalter d. Niederl., u. d. Amalia zu Solms-Braunfels, 1602–75, Hofdame d. Elisabeth Stuart, s. NDB I), 3 T (alle früh †).

  • Leben

    S., älteste Tochter des Herzogs von Braunschweig, erhielt eine gründliche Erziehung am Wolfenbütteler Hof und erlernte mehrere Sprachen, u. a. Latein. 1607 heiratete sie 15jährig den 18 Jahre älteren Ernst Casimir, der 1606 die Grafschaft Nassau-Dietz geerbt hatte. S.s Ehemann war zunächst stellv. Statthalter Gelderlands, seit 1625 Gouverneur in Utrecht. Als sein Bruder Wilhelm Ludwig 1620 kinderlos starb, wurde er Statthalter Frieslands; nach dem Tod des Prinzen Maurits 1625 kamen Groningen und Drenthe noch dazu. Nach der Hochzeit residierten S. und Ernst Casimir am nassau. Hof in Arnheim, dann in Utrecht und seit 1620 in Leeuwarden. Von ihren neun Kindern erreichten nur zwei Söhne das Erwachsenenalter. Unter S.s Leitung entwickelte sich das Hofleben in Leeuwarden zu fürstlichem Niveau, durch vielfältige Kontakte zu ausländischen Höfen erweiterte sich der Hofstaat und richtete sich international aus. S. pflegte freundschaftliche Beziehungen zu ihrem Cousin Karl, König von England, und dessen Schwester Elisabeth Stuart, Kurfürstin der Pfalz und Königin von Böhmen. S. gab zahlreiche Porträts in Auftrag; das nach dem Tod Ernst Casimirs erstellte Inventar verzeichnet eine wertvolle Galerie von mehr als 300 (Fürsten-) Porträts.

    Nachdem Ernst Casimir während der Belagerung Roermonds 1632 ums Leben gekommen war, übernahm S.s ältester Sohn Heinrich Casimir I. stellvertretend die Regentschaft über die Gfsch. Nassau-Dietz, welche S. als Mitgift zur Hochzeit bekommen hatte. S. kümmerte sich in ihrem Witwensitz in Diez energisch um die durch den 30jährigen Krieg schwer geschädigte Grafschaft. Sie organisierte die Bewaffnung der Stadtbevölkerung und bot der Bevölkerung Unterkunft und Nahrung im nassau. Schloß. Durch ihr resolutes persönliches Eintreten konnte sie eine drohende Belagerung von Diez durch span. Truppen verhindern. Sie schrieb unzählige Protestbriefe an den Kaiser, Fürsten und Generale gegen die Einquartierung der umherziehenden Armeen und wehrte sich gegen Anklagen anti-kaiserlicher Bespitzelungen. 1634 übergab sie Heinrich Casimir die Regierung der Grafschaft, nach seinem Tod 1640 führte sie die Regentschaft Dietz im Namen ihres Sohnes Wilhelm Friedrich.

    S. hatte nicht nur organisatorische, sondern auch diplomatische Fähigkeiten, wobei die Beziehungen ihres Schwagers Johann Ludwig Fürst v. Nassau-Hadamar (1590–1653) zum Kaiserhof hilfreich waren. Sie machte ihren Einfluß geltend, um die Position der fries. Nassaufamilie zu stärken, und erwirkte einen Ehevertrag zwischen ihrer Familie und dem Haus Oranien-Nassau. Auf S.s Rat hin heiratete ihr Sohn Wilhelm Friedrich eine Prinzessin von Oranien. S. starb 1642 in Arnheim.

    S., für die ihr reformierter Glaube handlungsleitend war, wird als eine resolute Persönlichkeit mit „männlicher Seele“ (R. Heck) beschrieben, die sich durch Tatkraft, Mut und Entschlußkraft auszeichnete. Durch ihr Auftreten erwarb sie sich den Ruf einer unbeugsamen Kriegsfürstin und imponierte ihren Zeitgenossen. Von ihren Gegnern wurde sie als die „schelmische Rebellin von Dietz“ bezeichnet.

  • Quellen

    Qu Het Koninklijk Huisarchief, Den Haag (Archief Sophie Hedwig; Archief Ernst Casimir); Tresoar, Leeuwarden: Stadhouderlijk Archief, Correspondentie van Ernst Casimir en Sophie Hedwig; – J. Visser (Hg.), Gloria Parendi, Dagboeken van Willem Frederik, stadhouder van Friesland, Groningen en Drenthe, 1643–1649, 1651–1654, 1995; – A. P. van Nienes u. M. Bruggeman, Archieven van de Friese stadhouders, Inventarissen van de archieven van de Friese stadhouders van Willem Lodewijk tot en met Willem V, 1584–1795, 2002.

  • Literatur

    R. Heck, Die Regenten d. ehem. Diez. Lande, 1912;
    ders., Die Regentschaft d. Gfn. S. H. v. Nassau-Diez 1632–1642, 1923;
    ders., Diezer Chronik 1606–1866, 1923;
    J. Steur, S. H., Hertogin van Brunswijk-Luneburg, 1592–1642, in: E. van Beusekom u. a. (Red.), Moeders uit ons Vorstenhuis, 1938, S. 99–118;
    J. J. Poelhecke, Frederik Hendrik Prins van Oranje, Een biografisch drieluik, 1978;
    S. Groenveld, Nassau contra Oranje in de 17e eeuwse Republiek, in: Jaarboek Oranje-Nassau Mus., 1997, S. 10–53;
    W. Bergsma u. a. (Red.), Het hof van de Friese Nassaus (1584–1747), It Beaken 60 3/4, 1998;
    L.Kooijmans, Liefde in opdracht. Het hofleven van Willem Frederik van Nassau, 2000;
    S.|Groenveld u. a. (Red.), Nassau uit de schaduw van Oranje, 2003;
    M. Klatter, Een vergeten stammoeder van de Oranjes, S. H., gravin van N.-D., in: E. Kloek (Red.), Markante vrouwen, themanummer Spiegel Historiael, 40 7/8, 2005 (Qu, Bibliogr.);
    Digitaal Vrouwenlexicon van Nederland (P).

  • Portraits

    P Öl/Lwd. v. P. Moreelse, um 1625 (Apeldoorn, Paleis het Loo Nationaal Mus.).

  • Autor/in

    Matty Klatter
  • Empfohlene Zitierweise

    Klatter, Matthy, "Sophie Hedwig" in: Neue Deutsche Biographie 24 (2010), S. 591-593 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd132468743.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA