Lebensdaten
1854 bis 1927
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
österreichischer Oberhofmeister
Konfession
katholische Familie
Normdaten
GND: 130117145 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Montenuovo, Alfred Fürst von

Quellen(nachweise)

Verknüpfungen

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Zitierweise

Montenuovo, Alfred Fürst von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd130117145.html [20.10.2019].

CC0

  • Genealogie

    Eines Stammes mit d. fränk. Adelsfam. Neipperg, d. 1726 in d. Reichsgrafenstand erhoben wurde;
    V Wilhelm Albrecht Gf. (Fürst 1864, 1821-95), österr. Feldzeugmeister (s. Wurzbach 19; ÖBL), unehel. S d. Erzhzgn. Marie Louise (1791–1847), Kaiserin d. Franzosen, Hzgn. v. Parma (s. NDB 16), u. d. Adam Adalbert Gf. v. Neipperg (1755–1829), Obersthofmeister, Min. u. Gen. in Parma (s. ADB 23);
    M Juliana (1827–71), Palastdame d. österr. Kaiserin, T d. Johann Baptist Gf. v. Batthyány-Strattmann (1784–1865), k. u. k. Geh. Rat u. Kämmerer, u. d. Marie Gfn. Esterházy v. Galantha (* 1791);
    Wien 1879 Franziska (1861–1935), T d. Ferdinand Fürst Kinsky (1834–1904), WGR, u. d. Marie Prn. v. u. zu Liechtenstein (1835–1905);
    1 S, 3 T, Ferdinand (1888–1951), k. u. k. Kämmerer, ungar. Geh. Rat. u. Mitgl. d. Oberhauses (mit ihm erlischt d. Fam. im Mannesstamm), Julia (1880–1961, 1] Dyonys Gf. Draskovich, 1875–1909, 2] Karl Fürst zu Oettingen-Oettingen u. Oettingen-Wallerstein, 1877–1930), Marie (1881–1954, Franz Gf. v. Ledebur-Wicheln, 1877-1954), Franziska (1893–1972, Leopold Prinz v. Lobkowicz, 1888–1933);
    E Maria Gfn. Draskovich (1904–69, Albrecht Hzg. v. Bayern, 1905–96).

  • Leben

    M. besuchte als Externer das Wiener Schottengymnasium und studierte dann Jus in Heidelberg. Von seiner Militärzeit abgesehen, lebte er auf den von seiner Mutter ererbten Gütern (Herrschaft Margarethen am Moos, seit 1879 auch auf Besitzungen in Ungarn), bis er 1896 auf Vermittlung des Obersthofmeisters Rudolf Prinz v. und zu Liechtenstein, seines Schwiegeronkels, zum Obersthofmeister des Erzhzg. Otto, 1898 dann zum 2., nach Liechtensteins Tod 1909 schließlich zum 1. Obersthofmeister des Kaisers ernannt wurde. In dieser Stellung unterstanden M., der strikt am traditionellen Zeremoniell festhielt, nicht bloß die Verwaltung des Hofstaates einschließlich aller baulichen Angelegenheiten, sondern auch die Hoftheater und -museen sowie die Hofbibliothek. M. betrieb diese Agenden in nüchterner und pragmatischer Weise, vor allem insofern es darum ging, den Ausbau der Neuen Hofburg in Wien zu beschränken. Großen Enthusiasmus brachte er dem Hoftheater entgegen. Er war verantwortlich für die Ernennung Gustav Mahlers zum Hofoperndirektor und hatte am Burgtheater mit den Querelen um die Stellung von Katharina Schratt, der Freundin Kaiser Franz Josephs, zu kämpfen. Politisch stand M. den „Verfassungstreuen“ nahe, der liberal-zentralistischen Adelspartei, und unterhielt gute Verbindungen zur ungar. Reichshälfte. So waren seine Verhandlungen mit Ungarn um eine Erhöhung der kaiserl. Zivilliste erfolgreich. In den letzten Regierungsjahren Franz Josephs galt M. als das Haupt des strukturkonservativen, bürokratischen „Isolationsregimes“ um den greisen Monarchen. Dementsprechend machte ihn die Öffentlichkeit für die wirklichen und vermeintlichen Versäumnisse und Fehlentwicklungen der ausklingenden Ära verantwortlich. Inwieweit dies zu Recht geschah, läßt|sich im einzelnen schwer beurteilen. Zu seinen engagierten Gegnern zählte in erster Linie der Thronfolger Franz Ferdinand, zu seinen Protegés die Minister Leopold Gf. Berchtold und Ernest v. Koerber. Außenpolitisch war M. ein treuer Gefolgsmann des Dreibundes. Er trat für gute Beziehungen zu Italien ein – noch 1915 propagierte er die Abtretung des Trentino – und förderte 1916 das Projekt eines gemeinsamen Oberkommandos der Mittelmächte an der Ostfront. Der junge Kaiser Karl, beeinflußt von den Beratern Franz Ferdinands, entließ M. kurz nach seiner Thronbesteigung.|

  • Auszeichnungen

    Geh. Rat (1896), Mitgl. d. Herrenhauses (1899, seit 1907 erbl.); Orden v. Goldenen Vlies (1900), Großkreuz d. St. Stephan-Ordens (1908).

  • Literatur

    M. Silber, Obersthofmeister A. Fürst M., Höf. Gesch. in d. beiden letzten J.zehnten d. österr.-ungar. Monarchie (1896–1916), Diss. Wien 1991 (ungedr.);
    ÖBL.

  • Autor/in

    Margit Silber, Lothar Höbelt
  • Empfohlene Zitierweise

    Silber, Margit; Höbelt, Lothar, "Montenuovo, Alfred Fürst von" in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 49 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd130117145.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA