• Leben

    A., vermutlich aus bayerischem Adelsgeschlecht und möglicherweise identisch mit dem 830 genannten Notar A. des Bischofs Hitto von Freising, wurde 854 vom Volk zum Bischof gewählt und von Ludwig dem Deutschen bestätigt und eingesetzt (Bischofsweihe 23.2.855). 856 erwarb er die Dörfer Teugn und Lengfeld (bei Kelheim) mit einem Hafen an der Donau, vermutlich als Holzumschlagplatz, und vermehrte auch sonst den Besitz seines Hochstifts. In der Frage der Slavenmission wie sein Metropolit Adalwin von Salzburg ein Gegner des Methodius, hielt er diesen zweieinhalb Jahre gefangen, weshalb er vom Papst zur Verantwortung gezogen wurde. Um das kulturelle Leben Freisings machte er sich besonders verdient: Tatkräftig förderte er die Schreibschule und Dombibliothek. Die Orgelbaukunst und Musikpflege Freisings besaß solchen Ruf, daß Papst Johann VIII. 873 von A. eine Orgel und einen Lehrer in Musik und Orgelbau erbat.

  • Literatur

    C. Meichelbeck, Historia Frisingensis I, Augsburg 1724, S. 129 u. ö.;
    Hauck II, S. 535, 815;
    O. Ursprung, Freisings mittelalterl. Musikgesch., in: Wiss. Festgabe z. 1200jähr. Jubiläum d. hl. Korbinian, 1924, S. 246;
    K. G. Feilerer, Btrr. z. Musikgesch. Freisings, 1926, S. 17;
    J. Sturm, Die Anfänge d. Hauses Preysing, 1931, S. 93 ff., 219 u. ö., = Schrr. z. bayer. Landesgesch. VIII;
    H. Strzewitzek, Die Sippenbeziehungen d. Freisinger Bischöfe im MA, 1938, S. 183 u. ö.;
    B. Bischoff, Freisinger Schreibschulen u. Bibliotheken in d. Karolingerzeit, T. 1, 1940, S. 68 ff.;
    Dictionnaire d’Histoire et de Géographie Ecclésiastiques III, 1924, Sp. 395;
    LThK;
    A. Weissenbäck, Sacra Musica, 1937.

  • Autor/in

    Kurt Becher
  • Empfohlene Zitierweise

    Becher, Kurt, "Anno" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 304 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd123391555.html#ndbcontent

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