Lebensdaten
1910 bis 2002
Geburtsort
Greiz (Thüringen)
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Musiker ; Komponist
Konfession
-
Normdaten
GND: 122348761 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Sala, Paul Heinrich Oskar
  • Sala, Oskar
  • Sala, Paul Heinrich Oskar
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Zitierweise

Sala, Oskar, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd122348761.html [15.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Paul (* 1874), Augenarzt in G., S d. Franz Anton, Kaufm. in Altenburg;
    M Anna Maria (* 1887), T d. Paul Hermann Wilhelm Stier, Bankdir. in Weimar, Reg.rat;
    B Hermann Walter Gottfried (1917–44 ⚔);
    Schw Brigitte Christians;
    – ⚭ Käte N. N. (1909–99).

  • Leben

    Bereits als Schüler trat S. als Pianist und Organist bei Konzerten in seiner Heimatstadt auf. Nach dem Abitur 1929 ging er nach Berlin, wo er an der Hochschule für Musik in der Meisterklasse von Paul Hindemith (1895–1963) Komposition studierte. An der Rundfunkversuchsstelle der Hochschule kam er mit dem Ingenieur Friedrich Trautwein (1888–1956) in Kontakt, den er bei der Entwicklung des Trautoniums, eines der frühesten elektronischen Musikinstrumente, unterstützte. Beim Festival „Neue Musik Berlin 1930“ wurde es mit den „Sieben Triostücken“ für drei Trautonien von Paul Hindemith erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt, gespielt von Hindemith, S. und Rudolph Schmidt (1897-n. 1962). Im selben Jahr entwickelte S. erste Klänge für den Film (Arnold Fanck, „Stürme über dem Mont Blanc“) und spezialisierte sich danach auf Spiel und Weiterentwicklung des Trautoniums. 1932-36 studierte er Physik an der Univ. Berlin. Für das von der Telefunken GmbH produzierte „Volkstrautonium“ verfaßte er 1934 eine Schule. 1934/35 entstand das sog. „Rundfunktrautonium“, auf dem S. im Deutschlandsender eine eigene Sendereihe „Musik auf dem Trautonium“ produzierte, 1937/38 das transportable „Konzerttrautonium“, mit dem er in ganz Europa auftrat, u. a. mit Werken von Genzmer, Weismann und Dessau sowie Bearbeitungen. Nach Kriegsteilnahme und amerik. Gefangenschaft entwickelte S. 1949-52 das „Mixturtrautonium“, das das Spektrum möglicher Klangfarben noch einmal erheblich erweiterte. Für die Schaltung zur Erzeugung „subharmonischer Mixturen“ erhielt er Patente in Deutschland, Frankreich und den USA. Zunächst trat S. mit dem von ihm ständig fortentwickelten und in zahlreichen Aufsätzen und Rundfunksendungen vorgestellten Instrument noch öffentlich auf, arbeitete dann aber fast ausschließlich im Studio, seit 1958 in eigenen Räumen in Berlin. Er schuf die Klangkulissen für über 300 z. T. preisgekrönte Spiel-, Kultur- und Industriefilme – u. a. 1962 die Vogelgeräusche für Alfred Hitchcocks Thriller „Die Vögel“ –, für|Hörspiele sowie autonome Musik, zunehmend unter Verwendung der Tonbandtechnik. Vielfach ausgezeichnet, trat er seit 1988 mit dem von der Fachhochschule der Deutschen Bundespost in Berlin für ihn entwickelten „Mixturtrautonium nach Oskar Sala“ wieder öffentlich auf, was zu einem verstärkten Interesse am Trautonium und der Person S.s führte. Bis zu seinem Tod blieb er der einzige Spieler des Trautoniums.|

  • Auszeichnungen

    Filmband in Gold (1987).

  • Werke

    Verz. d. Komp. in: F. Hein u. Th. Seelig, Internal. Dokumentation elektroakust. Musik, 1996 (auch im Internet);
    Badge (s. L);
    Schrr.:
    Trautoniumschule, hg. v. F. Trautwein, 1934;
    Experimentelle u. theoret. Grundlagen d. Trautoniums, in: Frequenz 2, 1948, S. 315-22, 3, 1949, S. 13-19;
    Psycho-phys. Konsequenzen elektro-akust. Klangsynthesen, ebd. 5, 1951, S. 13-20;
    Objektive u. subjektive Resonanzeffekte b. kurzdauernden Impulsfolgen, ebd., S. 250-58;
    Das Mixtur-Trautonium, in: Melos 17, 1950, S. 247-51;
    Das Mixtur-Trautonium, in: Fhysikal. Bll. 6, 1950, S. 390-97;
    Das neue Mixtur-Trautonium, in: Musikleben 6, 1953, S. 346-48;
    Elektron. Klanggestaltung mit d. Mixtur-Trautonium, in: Gravesano, Musik, Raumgestaltung, Elektroakustik, hg. v. W. Meyer-Eppler, 1955, S. 78-87;
    Das Mixtur-Trautonium, in: Klangstruktur d. Musik, Neue Erkenntnisse d. musik-elektron. Forsch., 1955, S. 91-108;
    Mixtur-Trautonium u. Studio-Technik, Anwendungen elektron. Musik f. d. Film, in: Gravesaner Bll. 6, 1962, S. 42-52;
    My Fascinating Instrument, in: Neue Musiktechnol., hg. v. B. Enders unter Mitarb. v. St. Hanheide, 1993, S. 75-93;
    |

  • Nachlaß

    Nachlaß: München, Dt. Mus.

  • Literatur

    F. K. Prieberg, Musica ex machina, Über d. Verhältnis v. Musik u. Technik, 1960, S. 223-29;
    S. Goslich, Musik im Rundfunk, 1971, S. 174-76;
    J. Stange, Die Bedeutung d. elektroakust. Medien f. d. Musik im 20. Jh., 1989, S. 157-75 (P);
    F. Kämpfer, Ein Leben f. d. Trautonium, in: Neue Zs. f. Musik 156/4, 1995, S. 44-47;
    O. S. im Gespräch, in: Dt. Mus. Bonn, Forsch, u. Technik in Dtld. nach 1945, hg. v. P. Frieß u. P. M. Steiner, 1995, S. 215-36 (P);
    P. Badge, O. S., Pionier d. elektron. Musik, hg. v. P. Frieß, 2000 (Filmogr., P);
    P. Donhauser, „Das Orchester der Zukunft“, Zur Popularisierung d. elektron. Musik in d. 1930er J. in Berlin, in: Bll. f. Technikgesch. (in Vorbereitung);
    Riemann mit Erg.bd.;
    H. Bennwitz, Interpretenlex. d. Instrumentalmusik, 1964, S. 257 f.;
    Kurzgefaßtes Tonkünstler-Lex., begr. v. P. Frank, neu bearb. u. erg. v. W. Altmann, II, 2, 1978.

  • Portraits

    Filme: Mixturen, Filmporträt v. A. J. Seiler u. R. Gnant, 1967;
    O. S. u. sein Mixturtrautonium, Inst. f. Film u. Bild, 1985;
    Ein Alchimist d. elektron. Musik, NDR 3, 1988;
    O. S., Die vergangene Zukunft d. Klanges, v. O. Rauch u. I. Rudolff, 2000.

  • Autor/in

    Silke Berdux
  • Empfohlene Zitierweise

    Berdux, Silke, "Sala, Oskar" in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 360-361 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd122348761.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA