Lebensdaten
1887 bis 1971
Geburtsort
Grabow (Mecklenburg)
Sterbeort
Braunschweig
Beruf/Funktion
Numismatiker ; Volkskundler
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 121466833 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Jesse, Wilhelm

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Zitierweise

Jesse, Wilhelm, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd121466833.html [13.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Franz (1840–1908), Apotheker, Botaniker, S d. Pastors Ernst Carl Christian;
    M Ulrike Voß (1853–1941);
    1) Schwerin 1914 Edith (1894–1953), T d. Ober-Ing. Friedrich Peters u. d. Ella Pingel, 2) Braunschweig 1960 Sibylle (* 1918), T d. Kapellmeisters Heinz Elsner (1890–1965) u. d. Liese Baer;
    4 S aus 1).

  • Leben

    J. studierte 1906-11 in München, Kiel und Berlin Geschichte, insbesondere historische Hilfswissenschaften, deutsche Philologie und Philosophie (Promotion Berlin 1911). Seine Tätigkeit als wissenschaftlicher Hilfsarbeiter am Geheimen und Hauptarchiv in Schwerin unter Hermann Grotefend (1911–14) endete mit der Berufung durch Otto Lauffer an das aufzubauende Museum für Hamburg. Geschichte. J. konnte sich der neuen Aufgabe erst nach Kriegsschluß widmen (seit 1919). Diese Arbeit, die er zusammen mit Jul. Schwietering und E. Grohne leistete und bei der ihm die Errichtung und der Ausbau der numismatischen und der volkskundlichen Abteilungen zufielen, bestimmte seinen weiteren Lebensweg entscheidend. J. spezialisierte sich auf die Münz- und Geldgeschichte, sah sie aber immer im größeren Zusammenhang der allgemeinen Kulturgeschichte, insbesondere der deutschen Altertums- und Volkskunde. 1926 habilitierte sich J. in Hamburg für Mittlere und Neuere Geschichte und ging an das Städt. Museum nach Braunschweig, dessen Direktor er 1932-52 war. 1933 erfolgte seine Ernennung zum apl. Professor für Deutsche Volkskunde und Kulturgeschichte an der TH Braunschweig, 1942-63 nahm er außerdem einen Lehrauftrag für Münz- und Geldgeschichte in Göttingen wahr.

    In J.s wissenschaftlicher Arbeit dominierten die Münzgeschichte sowie die Altertumskunde des norddeutschen Raumes; als Standardwerk zur mittelalterlichen Münzgeschichte gilt nach wie vor der „Wendische Münzverein“ (1928). Richtungweisend für die neuere Numismatik wurde die systematische Beachtung der Münzfunde, die J. erstmalig für den deutschen Bereich umfassend behandelte (1941). Hinzuweisen ist ferner auf seine Beiträge zur Münzmeisterforschung.|

  • Auszeichnungen

    Korr. bzw. Ehrenmitgl. d. Ak. d. Wiss. Göttingen, d. Comm. Internat. de Numismatique u. d. Niederdt. Verbandes f. Volks- u. Altertumskde.

  • Werke

    Weitere W u. a. Gesch. d. Stadt Schwerin v. d. ersten Anfängen b. z. Gegenwart, 2 Bde., 1913-20;
    Qu.buch z. Münz- u. Geldgesch. d. MA, 1924;
    Hdb. d. Münzkde. f. Mittel- u. Nordeuropa, 2 I. fgg. 1939/40 (mit R. Gaettens);
    Münz- u. Geldgesch. Niedersachsens, 1952;
    Der zweite Brakteatenfund v. Mödesse u. d. Kunst d. Brakteaten z. Z. Heinrichs d. Löwen, 1957 (W-Verz. Anh. S. 1-11);
    Die Münzen d. Stadt Braunschweig v. 1499-1680, 1962.

  • Literatur

    B. Bilzer, in: FF 41, 1967, S. 218-20.

  • Portraits

    Ölgem. v. E. Körner, 1937 (in Fam.bes.), v. K. Mohr, 1951 (Braunschweig, Städt. Mus.).

  • Autor/in

    Gert Hatz
  • Empfohlene Zitierweise

    Hatz, Gert, "Jesse, Wilhelm" in: Neue Deutsche Biographie 10 (1974), S. 421 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd121466833.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA