Lebensdaten
1628 bis 1715
Geburtsort
Reinsdorf bei Heldrungen (Anhalt)
Sterbeort
Dresden
Beruf/Funktion
Komponist ; Dichter ; Musiker
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 120533405 | OGND | VIAF: 46770784
Namensvarianten
  • Dedekind, Constantin Christian
  • ConCorD
  • ConCorDen
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Zitierweise

Dedekind, Constantin Christian, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd120533405.html [24.10.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Stephan (1595–1636), Pfarrer in Reinsdorf, S des Henning s. (4);
    M Rebecca, T des Paulus Hansen, Klosterverwalter in Mitstedt;
    B Andr. Christian (1637–1706), Musikdirektor u. Kantor in Eisenach;
    1) Anna Elis., T des Damian Müller v. Berneck, kursächsischer Commissar zu Augustusburg, 2) Maria Dor. Weber, Schwägerin des Christoph Bernhard (1628-92), Musiker (s. NDB II);
    5 K.

  • Leben

    Auf die Bildung des Jünglings gewann in der Reichsabtei Quedlinburg die hier als Äbtissin wirkende Landgräfin Anna Sophia von Hessen Einfluß. Seit 1651 ist sein Aufenthalt in Dresden beglaubigt, 1653 krönte ihn Johann Rist zum Dichter, auch Heinrich Schütz schätzte ihn hoch. 1654 wurde er Bassist in der kursächsischen Kapelle und anfangs der 60er Jahre Mitglied des Eibischen Schwanenordens. Als Steuerkassierer erwarb er sich nebenbei ein beträchtliches Vermögen. Weniger Erfolg hatte er als musikalischer Verleger. 1680 vertrieb ihn die Pest aus Dresden, und er hielt sich längere Zeit in Meißen auf, wo er sich unter dem Eindruck der Nöte der Zeit noch einmal tief in musikalisches und dichterisches Schaffen versenkte. In den letzten Jahrzehnten|versiegte seine kompositorische Ader nahezu gänzlich, während seine dichterische Schaffenskraft erhalten blieb. Diese Doppelbegabung ist für D. überhaupt bezeichnend; sie entwickelte sich unter dem Einfluß klug gewählter Vorbilder. Auf den Komponisten machten namentlich Heinrich Albert, Andreas Hammerschmidt und Adam Krieger nachhaltigen Eindruck, auf den Dichter Simon Dach, Johann Klaj, Johann Rist und der Niederländer Joost van den Vondel, den er teilweise auch verdeutschte. Eine Reihe geistlicher Schauspiele, die Geschehnisse der Bibel behandeln, bezeugt D.s Neigung zum Drama, welchem jedoch der Sinn für Bühnenwirksamkeit mangelt. Während sich D. als Poet gern sprachschöpferisch betätigte, war er als Komponist weniger selbständig, jedoch erfolgreich bemüht, sich unter den deutschen Liedmeistern seiner Zeit ehrenvoll zu behaupten. Sein weltliches und geistliches Lied trägt die volkstümlichen Züge der gleichzeitigen deutschen Produktion, während seine Kanzonette den natürlichen Zusammenhang mit Italien nicht verleugnet. Beachtenswert sind seine Bergreigen als Beitrag zum Volksliede.

  • Werke

    u. a. Aelbianische Musen-Lust in unterschiedlicher berühmter Poeten auserlesenen, mit anmuhtigen Melodeien beseelten, Lust- Ehren-Zucht und Tugend-Liedern bestehende, Dresden 1657.

  • Literatur

    ADB V;
    Goedeke III, 1887, S. 220 (W);
    F. Stege, C. Chr. D., ein Dichter u. Musiker d. 17. Jh., Diss. Berlin 1922 (ungedr.);
    ders., C. Chr. D., in: Zs. f. Musikwiss. 8, 1925/26, S. 476 ff.;
    W. Vetter, in: MGG (W, L);
    Frels.

  • Autor/in

    Walther Vetter
  • Empfohlene Zitierweise

    Vetter, Walther, "Dedekind, Constantin Christian" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 550 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd120533405.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Dedekind: Constantin Christian D., Musiker und Poet, geboren zu Reinsdorf in Anhalt-Cöthen, vermuthlich 2. April 1628, seit 1654 Bassist in der Dresdner Capelle und 1666 bis anscheinend 1676 Concertmeister der deutschen Abtheilung derselben, gest. 1697 als kaiserl. gekrönter Poet und kursächsischer Steuereinnehmer. Als Mitglied des Elbischen Schwanenordens führte er den Namen ConCorDin. Sowol Poesie als Musik müssen ihm recht leicht aus der Feder geflossen sein, wie man aus seiner umfänglichen Production schließen darf. Als Dichter hat er geistliche Lieder geschrieben, auch Ballette verfertigt, besonders aber zahlreiche Texte zu geistlichen Musikdramen verfaßt, welche am Dresdener Hofe zwar vieler Beliebtheit sich erfreuten, an Plattheit und Roheit des Stiles aber kaum jemals übertroffen worden sind ("Neue geistliche Schauspiele, bequemt zur Musik“, Dresden 1670; „Altes und Neues in geistlichen Singspielen“, Dresden 1681). Auch seine Compositionen fanden viel Anklang und selbst Heinrich Schütz fällte in einem Briefe, welchen D. in seiner „Elbischen Musenlust“ abdruckte, ein günstiges Urtheil über seine Melodien. Vollständig aufgeführt findet man seine musikalischen Arbeiten bei Gerber und Becker: „Melodien zu Bußgesängen von Joh. Frentzel“, Leipzig 1655; „Aelbianische Musenlust, 175 Lust-, Ehren-, Zucht- und Tugendlieder mit Melodien“, 4 Thle., Dresden 1657; „Geistliche einstimmige Concerte", ebd. 1662; „24 und 30 Davidische Psalmsprüche", ebd. 1663: „Salomonische Liebesworte“, ebd. 1664; „Heilige Leidenslieder“, 2 voc. mit GB., ebd. 1666; „Geistliche Concerte", 2 Thle, ebd. 1672; „120 deutsche geistliche Concerte", 3 Thle., ebd. 1676; „Sonn- und Festtagsandachten“, ebd. 1683; „Musikal. Jahrgang und Vespergesang“, 2 voc. mit Orgel, ebd. 1694, und einige andere.

    Euricius D., aus Neustadt stammend, war zu Ende des 16. Jahrhunderts Cantor an der Johanniskirche zu Lüneburg und hat herausgegeben: „Breves periodae Evangeliorum von Advent bis Ostern“, 4—5 voc., Lüneburg 1592

    Henning D. war um 1590 Cantor zu Langensalza, wurde 1614 Prediger daselbst und 1622 Pfarrer zu Gebsee. Er hat drucken lassen: „Dodekatonon etc. Neuwe ausserlesene Tricinia auff fürtreffliche lustige Texte etc."; Erfurt 1588; „Soldatenleben etc., 5 voc. zum Gebrauch für allerlei Instrumente“, Erfurt 1628; „Kinder-Musik etc., in richtige Fragen und gründliche Antworten gebracht“, Erfurt 1589; „Praecursor metricus musicae artis etc.“, Erfurt 1590.

  • Autor/in

    v. Dommer.
  • Empfohlene Zitierweise

    Dommer, Arrey von, "Dedekind, Constantin Christian" in: Allgemeine Deutsche Biographie 5 (1877), S. 11-12 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd120533405.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA