Lebensdaten
1831 bis 1916
Geburtsort
Niederroßla bei Apolda
Sterbeort
Gotha
Beruf/Funktion
Wirtschaftswissenschaftler ; Versicherungsunternehmer
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 120148056 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Emminghaus, Arwed Karl Bernhard
  • Emminghaus, Arwed
  • Emminghaus, Arwed Karl Bernhard

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Zitierweise

Emminghaus, Arwed, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd120148056.html [10.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Bernh. (1799–1875), Dr. iur., weimarischer Geh. Finanzrat (s. ADB 48), S des Joh. Ernst Bernh. (1752–1837), Prof. der Rechte in Altdorf u. Erlangen, dann Stadtrichter in Jena (S des Theodor Gg. Wilh., 1723-58, Prof. der Rechte in Jena, s. ADB VI);
    M Amalia (1807–84), T des Dr. med. Gottlieb Benjamim Sturm, Stadtphysikus in Eisenach, u. der Caroline Auguste Slevoigt;
    Ov Gustav s. Genealogie (2);
    Om Frdr. Gottlob Schulze (1795–1860), Prof. der Landwirtschaft in Jena (s. ADB 32);
    Hohenleuben 1859 Karoline (1830–1907), T des Ger.direktors Eduard Alberti;
    Schw Elise (seit 1851 Freiin v. E., 1851 Arminius Gf. zur Lippe-Weißenfeld, 1899);
    9 K, u. a. Elisabeth ( Bernh. Perthes, 1919, Verleger).

  • Leben

    E. studierte Rechtswissenschaft und Nationalökonomie in Jena und promovierte 1855. Nach den Staatsprüfungen war er mehrere Jahre als Hilfsarbeiter im weimarischen Ministerium sowie als Geschäftsführer der landwirtschaftlichen Vereine des Großherzogtums Sachsen-Weimar tätig. 1858-61 leitete er in Bern das Schweizer Geschäft der Dresdner Feuerversicherungsgesellschaft. Er übernahm dann die Schriftleitung des freihändlerischen Bremer Handelsblattes. Auf seine Initiative hin wurde die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger 1865 in Bremen gegründet. 1866 erhielt E. die neuerrichtete Professur für Wirtschaftslehre an der TH Karlsruhe. 1873-1903 war E. vorsitzender Direktor der Gothaer Lebensversicherungsbank in Gotha. Von den zahlreichen, auf E. zurückgehenden Neuerungen sei hier nur die 1888 eingeführte Kriegsversicherung der Wehrpflichtigen ohne besondere Prämie zu Lasten der Gesamtheit der Versicherten genannt. In vielen Veröffentlichungen bemühte sich E. um die wissenschaftliche Durchleuchtung der Probleme der Lebensversicherung. Mit den Sterblichkeitsuntersuchungen legte E. den Grund für einen neuen Zweig der Versicherungswissenschaft, nämlich der Versicherungsmedizin. Er regte die Gründung eines Verbandes deutscher Lebensversicherungsgesellschaften (1896) und die des Deutschen Vereins für Versicherungswissenschaft (1898) an. Seit 1896 gehörte E. dem Preußischen Versicherungsbeirat an, seit 1901 dem Versicherungsbeirat beim Aufsichtsamt für die Privatversicherung. E. war Gutachter bei Schaffung des Aufsichtsgesetzes über die privaten Versicherungsunternehmen sowie des Versicherungsuntertragsgesetzes. Er gründete Vereine zur Schaffung billiger, gesunder Wohnungen, zur Förderung der Volksbildung, der Volksgesundheit durch Bäder und Bekämpfung des übermäßigen Alkoholgenusses, des Hausbettels und des Borgunwesens. Auf E. Rat führte Gotha das bewährte Elberfelder System der Armenpflege ein. – Ehrenbürger von Gotha.

  • Werke

    u. a. Die schweizer. Volkswirtsch., 2 Bde., 1860/61; Lehrb. d. allg. Landwirtsch. nach F. G. Schulze's System …, 1863 (mit A. Gf. z. Lippe-Weißenfeld);
    Allg. Gewerkslehre, 1868;
    Das Armenwesen u. d. Armengesetzgebung in europ. Staaten, 1870;
    Gesch. d. Lebensversicherungsbank f. Dtld. zu Gotha …, 1877 (mit Sterblichkeitsunterss.);
    Mitt. aus d. Geschäfts- u. Sterblichkeitsstatistik d. Lebensversicherungsbank f. Dtld. zu Gotha f. d. 50 J. 1829-79, 1880; Ein Lb. E. W. Arnoldis, 1878.

  • Literatur

    K. Samwer, Zur Erinnerung an E., 1916 (P);
    ders., in: Zs. f. d. ges. Versicherungswiss., 1916, S. 241 ff.;
    ders., E. als Versicherungsschriftst., in: Dt. Versicherungs-Ztg., 1916, Nr. 46;
    ders., Hundert J. Gothaer Lebensversicherungsbank auf Gegenseitigkeit 1827-1927, 1927, S. 42 u. 98 ff. (P);
    A. Manes, in: Versicherungslex., 31930, Sp. 475 f.;
    DBJ I (Tl. 1916, L).

  • Autor/in

    Annemarie Schuricht
  • Empfohlene Zitierweise

    Schuricht, Annemarie, "Emminghaus, Arwed" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 485 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd120148056.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA