Lebensdaten
1873 bis 1942
Geburtsort
Wien
Sterbeort
Los Angeles
Beruf/Funktion
Philosoph
Konfession
jüdisch
Normdaten
GND: 11927146X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Gomperz, Heinrich

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Zitierweise

Gomperz, Heinrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11927146X.html [18.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Theodor (s. 2);
    1917 Ada (kath.), T d. Fabriksdisponenten Hanns Stepnitz u. d. Paula Schauerle.

  • Leben

    G. studierte erst Rechtswissenschaft, dann, in Berlin bei A. Harnack, den er als seinen Lehrer verehrte, Kirchengeschichte, später klassische Philologie und Philosophie, worin er in Wien promovierte. Er habilitierte sich für Philosophie in Bern, wo er 1900-03 las. Seit 1905 gehörte er der Wiener Universität an, erst als Privatdozent, seit 1920 als außerordentlicher, seit 1924 als ordentlicher Professor. 1934 wurde er als politisch mißliebig von der Schuschnigg-Regierung zum Zwecke von Etateinsparungen seines Amtes enthoben. 1935 folgte er einer durch F. C. S. Schiller vermittelten Einladung an die Universität von Südkalifornien in Los Angeles als Gastprofessor. In den Sommersemestern 1939 und 1940 las er an der Universität von Oregon, im Wintersemester 1941/42 an der Universität von Illinois. G. zahlreiche Arbeiten zur Geschichte der antiken Philosophie verbinden gründliche philologische Analyse mit Einsichten in die Struktur der Systeme. Später galt seine Aufmerksamkeit vor allem auch der Verwendung von Denkmodellen. Als einer der ersten führte er bewußt den Grundsatz durch, die Interpretation auch der nur fragmentarisch überlieferten Schriften ausschließlich auf die originalen Texte zu stützen. In „Sophistik und Rhetorik“ (1912) versuchte er nachzuweisen, daß die Sophisten sich selbst zumeist nicht als Philosophen betrachtet haben. – Als Systematiker vertrat G. einen dem Positivismus verwandten, aber keiner grundsätzlichen Gegnerschaft gegen die Metaphysik huldigenden Standpunkt, den er Pathempirismus nannte. Seine „Weltanschauungslehre“ (1905-08) gilt dem Nachweis der Fundierung von Formbegriffen in Gefühlen. Im 2. Band gab G. eine Bedeutungslehre, eine Thematik, die erst ein Vierteljahrhundert später aktuell wurde.

  • Werke

    Weitere W u. a. Zur Psychol. d. log. Grundtatsachen, 1897;
    Kritik d. Hedonismus, 1898;
    Die Lebensauffassung d. griech. Philosophen u. d. Ideal d. inneren Freiheit, 1904, 31927;
    Das Problem d. Willensfreiheit, 1907;
    Philos. d. Krieges in Umrissen, 1915;
    Die ind. Theosophie, 1925;
    Platons Selbstbiogr., 1928;
    Über Sinn u. Sinngebilde, Verstehen u. Erklären, 1929;
    Die Wiss. u. d. Tat, 1934;
    Interpretation, Logical Analysis of a Method of Historical Research, Den Haag 1939;
    Philosophical Studies, ed. by D. S. Robinson, Boston 1953 (enthält neben e. Vorwort v. P. Merlan „Autobiographical Remarks“, P).

  • Literatur

    E. Topitsch, in: Wiener Zs. f. Philos., Psychol., Päd. 5, 1954-55, S. 1-6;
    Ziegenfuß.

  • Autor/in

    Jürgen von Kempski
  • Empfohlene Zitierweise

    Kempski, Jürgen von, "Gomperz, Heinrich" in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 640 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11927146X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA