Lebensdaten
um 950 bis 993
Sterbeort
Trier
Beruf/Funktion
Erzbischof von Trier
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 119175223 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Ekbert
  • Egbert
  • Ekbert
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Zitierweise

Egbert, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119175223.html [19.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Gf. Dietrich II. v. Holland ( 988), aus dem Geschl. des Gf. Gerulf (9. Jh.);
    M Hiltigard, T des Gf. Arnulf II. v. Flandern;
    B Gf. Arnulf v. Holland ( 993).

  • Leben

    E. wurde in dem von seinem Vater gegründeten holländischen Benediktinerkloster Egmond erzogen, kam vermutlich schon unter Kaiser Otto I. in die kaiserliche Kapelle, wurde 976 Kanzler und 977 Erzbischof von Trier. In dieser Stellung hat er sich mit besonderem Erfolg der Erneuerung des klösterlichen Lebens angenommen. Als einer der angesehensten Kirchenfürsten Deutschlands begleitete er Otto II. und Theophanu auf ihrer Fahrt nach Italien, nahm im Juni 983 an dem Reichstag zu Verona und an der Wahl des 3jährigen Ottos III. zum deutschen König teil, kehrte aber dann nach Deutschland zurück. Zu Beginn des nach dem Tode Ottos II. ausbrechenden Thronstreites war seine politische Haltung ausschlaggebend. Ihr dankte Heinrich der Zänker seine ersten großen Erfolge im linksrheinischen Raum und konnte sich des königlichen Kindes und der Krönungsinsignien bemächtigen. E. achtete nicht auf die Mahnungen des EB Adalbero von Reims, der durch seinen Berater Gerbert von Aurillac in enger Verbindung mit der ottonischen Partei in Deutschland unter der Leitung des Erzkanzlers Willigis stand, und unterstützte Heinrich den Zänker und König Lothar von Frankreich, der Verdun belagerte und den Erwerb Lothringens vorzubereiten suchte. Nachdem Heinrich auf dem Tag von Frankfurt (985) sich der vormundschaftlichen Regierung des jungen Königs unterworfen hatte, hat auch E. seinen Widerstand aufgegeben und hielt sich nach seiner Aussöhnung mit Theophanu und Willigis der Politik fern. Mit Gerbert von Aurillac stand er in eifrigem Briefwechsel.

    Bekannter noch als seine Tätigkeit als Politiker und Kirchenfürst ist E.s hervorragende Stellung als Förderer der geistigen und künstlerischen Bestrebungen seiner Zeit. Ohne selbst ausübender Künstler zu sein, gewährte er die wirksamsten Anregungen, die sich auf das rechtsrheinische Nonnenkloster in Essen und das Kloster Reichenau erstreckten. Trier wurde durch ihn der Mittelpunkt der Goldschmiedekunst in Deutschland. Hier entstanden in Fortentwicklung älterer Formen und durch die Aufnahme byzantinischer Vorbilder Werke höchsten künstlerischen Ranges, wie der Egbertschrein (977–93, Andreastragaltar) und das Nagelreliquiar im Domschatz zu Trier, die Reliquiare im Dom zu Limburg/Lahn und der Einband des Echternacher Evangeliars (circa 990). Auch der verschollene Einband des Registrum Gregorii ist, wie das ganze Werk, auf seinen Auftrag hin angefertigt worden.

    In gleicher Weise hat sich E. um die Blüte der Buchmalerei größte Verdienste erworben. Um 980 erteilte er den Reichenauer Mönchen Keralt und Heribert den Auftrag, ein Perikopenbuch zu schreiben und mit Miniaturen zu schmücken. Dieser Codex Egberti war die erste geschlossene Bildfolge des Lebens Christi in der deutschen Malerei; E. schenkte das Werk dem Kloster Sankt Paulin in Trier (heute Stadtbibliothek). Ein zweites 981 gleichfalls von E. bestelltes Werk, der Egbertpsalter (Codex Gertrudianus), wird in der Bibliothek zu Cividale aufbewahrt. Die dritte von ihm 983 veranlaßte Handschrift, das schon erwähnte Registrum Gregorii, ist jedoch nicht auf der Reichenau, sondern in Trier entstanden, doch sind von ihm nur geringfügige Reste in der Stadtbibliothek und das berühmte Widmungsblatt in Chantilly erhalten. Mit Recht zählen diese Werke zu dem Schönsten, was die deutsche Buchmalerei im ausgehenden 10. Jahrhundert hervorgebracht hat.

  • Literatur

    ADB V;
    A. Goerz, Regg. d. Erzbischöfe v. Trier, 1859;
    ders., Mittelrhein. Regg. I, 1876;
    Lettres de Gerbert, ed. J. Havet, Paris 1889;
    Regg. Imp.;
    Grabschrift, in: MG Poetae latini V, S. 313, Nr. 59;
    , Otto II., S. 298;
    ebd. Otto III., S. 19, 21, 118, 119, 368;
    Jbb. d. Dt. Gesch, Otto II.;
    dass., Otto III.;
    K. Löhnert, Personal- u. Amtsdaten d. Trierer Erzbischöfe, 1908;
    Fr. X. Kraus, Die Miniaturen d. Cod. Egberti, 1884;
    G. Braun, Gesch. d. Trierer Buchmalerei, 1896;
    H. Sauerland u. A. Haseloff, Der Psalter EB E. v. Trier, 1901;
    E. Lähns, Bischofswahlen in Dtld. (936-1056), 1909;
    R. Martini, Trierer Bischofswahlen, 1909;
    A. Boeckler, Reichenauer Buchmalerei, in: Die Kultur d. Abtei Reichenau II, 1925, S. 956-98;
    P. Weber, Der Trierer Domschatz, 1928;
    F. Rademacher, Der Trierer E.schrein, in: Trierer Zs. 11, 1936, S. 144 ff.;
    J. Heydenreich, Metropolitangewalt d. Erzbischöfe v. Trier, 1938;
    H. Jantzen, Otton. Kunst, 1947;
    E. Medding-Alp, Rhein. Goldschmiedekunst in otton. Zeit, 1952;
    H. Schiel, Die Buchmalerei in Trier, in: Rhein. Ver. f. Denkmalpflege u. Heimatschutz, 1952, S. 93 ff.;
    M. Uhlirz, Unterss. üb. Inhalt u. Datierung d. Briefe Gerberts, 1958;
    ThB;
    Enc. Catt.

  • Autor/in

    Mathilde Uhlirz
  • Empfohlene Zitierweise

    Uhlirz, Mathilde, "Egbert" in: Neue Deutsche Biographie 4 (1959), S. 320 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119175223.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Ekbert (Egbert), Erzbischof von Trier 977—993, der Sohn des Grafen Theoderich von Holland, Kanzler Kaiser Otto's II. unter Erzbischofs Willegis von Mainz Oberleitung, wurde auf Betrieb des genannten Kaisers im August 977 zum Erzbischof von Trier gewählt. Er wandte seine Sorge zunächst den seit den Normanneneinfällen wüst daliegenden Stiftern und Klöstern seines Landes zu und verdanken ihm namentlich die Kirchen St. Paulin und St. Marien ad martyres zu Trier ihre Wiederherstellung. E. begleitete 980 seinen Gönner den Kaiser Otto II. und dessen Gemahlin Theophanu auf ihren Zuge nach Italien und verweilte dort bis zu des Kaisers Tode 983, reiche Reliquienschätze in sein Vaterland zurückbringend. Auch Kaiser Otto III. verwendete ihn vielfach zu Vermittlungsgeschäften und war E. namentlich 987 beim Frieden mit König Ludwig V. von Frankreich thätig. E. starb zu Trier am 8. oder 9. December 993 und erhielt seine Grabstätte in der St. Andreascapelle des dortigen Domes.

    • Literatur

      Hist. Trevir. Cap. XLIV. und XLV. Beyer und Eltester, Mittelrhein. Urk.-Buch I. Görz, Mittelrhein. Regesten I.

  • Autor/in

    v. Eltester.
  • Empfohlene Zitierweise

    Eltester, von, "Egbert" in: Allgemeine Deutsche Biographie 5 (1877), S. 784-785 unter Ekbert [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119175223.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA