Lebensdaten
1851 bis 1918
Geburtsort
Breslau
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Arabist ; Islamforscher
Konfession
mennonitisch
Normdaten
GND: 119120828 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hartmann, Martin
  • Hartmann, M.
  • Hartmann, Martinus
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Zitierweise

Hartmann, Martin, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd119120828.html [15.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Joh. Christoph, Prediger;
    M Caroline Wunsch;
    Breslau 1892 Elsa, T d. Karl Harder (1820–98), Mennonitenprediger in Elbing (s. Altpreuß.|Biogr.), u. d. Renate Thießen; Schwager Ernst Harder (1854–1927), Dr. phil., Mitarbeiter der „Tägl. Rdsch.“ in Berlin, Vf. e. vielbenutzten arab. Konversationsgrammatik u. Übersetzer v. „1001 Nacht“ (s. Altpreuß. Biogr.).

  • Leben

    H. studierte in Leipzig vornehmlich bei H. L. Fleischer Orientalistik, wurde 1875 zum Dr. phil. promoviert und schlug die Dragomanatslaufbahn ein. 1876-87 war er Kanzler-Dragoman beim Deutschen Generalkonsulat in Beirut. 1887 wurde das Seminar für Orientalische Sprachen in Berlin gegründet mit der Aufgabe, insbesondere den Beamten des Auswärtigen Dienstes die für ihre Tätigkeit im Orient nötigen Sprach- und Sachkenntnisse zu vermitteln. An diese Anstalt wurde H. als Professor des Arabischen berufen und wirkte an ihr bis zu seinem Tode. H. beschränkte sich nicht auf praktische Ziele, sondern setzte sich nachdrücklich für die Anerkennung der Islamkunde als einer selbständigen Disziplin ein. Seine eigenen Arbeiten umspannen den gesamten Islam von seinen Anfängen bis in die Gegenwart und von China bis nach Westafrika. Dabei betonte er die große Bedeutung des an den deutschen Universitäten stark vernachlässigten Studiums des zeitgenössischen Islams und gründete 1912 mit anderen die Deutsche Gesellschaft für Islamkunde und deren Zeitschrift „Die Welt des Islams“, die vor allen Dingen die Gegenwartsprobleme berücksichtigt. H. sammelte als einer der ersten arabische Volkslieder, schrieb über die arabische Presse, wies auf den Islam in China hin und berichtete ausführlich über die Vorgänge im osmanischen Reich. Er führte die soziologische Methode in die deutsche Islamforschung ein und erwarb sich dadurch, auch wenn seine Gesellungstheorie rasch überholt wurde, ein bleibendes Verdienst.

  • Werke

    W Verz. v. G. Jäschke, in: Die Welt des Islams 23, 1941, S. 115-21.

  • Literatur

    G. Kampffmeyer, in: Die Welt d. Islams 6, 1918, S. 67-71;
    J. W. Fück, Die arab. Stud. in Europa bis in d. Anfang d. 20. Jh., 1955, S. 269-73;
    DBJ II (Tl. 1918, W, L).

  • Autor/in

    Johann W. Fück
  • Empfohlene Zitierweise

    Fück, Johann W., "Hartmann, Martin" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 745 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd119120828.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA