Lebensdaten
1797 bis 1854
Geburtsort
Dresden
Sterbeort
Brennbüchel bei Imst (Tirol)
Beruf/Funktion
König von Sachsen
Konfession
katholischer Bruder und Neffe
Normdaten
GND: 118917218 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Friedrich August II. von Sachsen
  • Friedrich August II.
  • Friedrich August II. von Sachsen
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Zitierweise

Friedrich August II., Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118917218.html [19.08.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Prinz Maximilian (1759–1838), verzichtete 1830 auf d. Thronfolge zugunsten seines Sohnes, S d. Kf. Frdr. Chrstn. v. S. ( 1763, s. NDB V);
    M Karoline (1770–1804), T d. Hzg. Ferd. I. v. Parma ( 1802);
    Stief-M Luise Charl. (1802–57), T d. Kg. Ludwig I. v. Etrurien ( 1803);
    Ov Kg. Frdr. Aug. I. v. S. ( 1827, s. NDB V), Kg. Anton v. S. ( 1836, s. ADB I);
    B Kg. Johann v. S. ( 1873);
    Schw Maria ( Ghzg. Ferdinand v. Würzburg, 1824, s. NDB V), Marie Anna ( Ghzg. Leopold II. v. Toscana, 1797–1870), Marie Jos. ( Kg. Ferd. VII. v. Spanien, 1784–1833);
    1) Dresden 1819 Karoline (1801–32), T d. Kaisers Franz II. ( 1835, s. NDB V) u. d. Prn. Marie Therese v. Sizilien, 2) ebd. 1833 Marie Anna Leopoldine (1805–77), T d. Kg. Maximilian I. Joseph v. Bayern ( 1825);
    1 T;
    N Kg. Albert v. S. ( 1902, s. NDB I), Kg. Georg v. S. ( 1904);
    Groß-N Kg. Frdr. Aug. III. v. S. ( 1932, s. NDB V).

  • Leben

    Noch als junger Offizier hat F. an dem letzten Abschnitt der Befreiungskriege teilgenommen, und der große Schwung der nationalen Bewegung, der hinter den besten Deutschen jener Jahre stand, blieb ihm lebenslang lebendig. Die politischen Reformen im Gefolge der französischen Julirevolution, die auch Sachsen ergriffen hatten, hätten ihn bald schon zum unmittelbaren Nachfolger des alten und unfähigen König Anton gemacht, aber die konservativen Kräfte im Lande begnügten sich doch zunächst mit seiner Erhebung zum Mitregenten, der praktisch natürlich nur mit dem Kreis der neuen Fachminister arbeitete. Der romantische Auftrieb der 30er und beginnenden 40er Jahre machte dann auch bei F. politisch abwartenderen Erwägungen Platz. Konservativ, wenn auch keineswegs reaktionär, immer aber von gesamtdeutschem Empfinden getragen, trat der König in die Wirren der Jahre 1848/49 ein. Dabei spielte von vornherein sein Freundschaftsverhältnis zu König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen, seinem Schwager und romantischen Gesinnungsgenossen, eine wesentliche Rolle. So umstritten seine Ablehnung der demokratischen Forderungen und Beschlüsse des Frankfurter Parlaments war und so schmerzlich für das Ansehen des Königtums seine Flucht auf den Königstein und die Verwendung preußischer Truppen bei der Niederschlagung des Dresdener Maiaufstandes sein mußten, so haben sie der bleibenden Popularität des Königs weder damals noch in der folgenden Reaktionszeit einen nachhaltigen Abbruch getan. F. war von großer persönlicher Liebenswürdigkeit, seine wissenschaftlichen Interessen erstreckten sich vorzugsweise auf Botanik und Geologie. Gern durchstreifte er forschend das Land. Auf Reisen frischte er gern seine Stimmungen und Eindrücke auf. Mit fortschreitenden Jahren verdüsterte sich zunehmend sein so lebensfrohes Gemüt. Seelische Depressionen suchten ihn öfters heim, entzogen ihn zunehmend dem Verkehr mit vielen Menschen. In der freien und großen Natur der Alpen suchte und fand er Entspannung und Erleichterung. Auf einer Reise in den österreichischen Alpen machte ein Unglück (Durchgehen der Pferde vor seinem Gefährt auf schmalem Wege) seinem Leben ein plötzliches Ende.

  • Literatur

    ADB VII;
    Hzg. Joh. Gg. zu Sachsen, Briefwechsel zw. Kg. Joh. v. Sachsen u. d. Königen Frdr. Wilhelm IV. u. Wilhelm I. v. Preußen, 1911;
    K. Haenchen, Rev.briefe, 1930;
    H. Kretzschmar, Kg. Frdr. Wilhelms IV. Briefe an Kg. F. v. Sachsen, in: Preuß. Jbb., 1932;
    ders., Das sächs. Königtum im 19. Jh., in: HZ 170, 1950, S. 457-93;
    Lebenserinnerungen d. Kg. Joh. v. Sachsen, hrsg. v. dems., 1958;
    ders. u. H. Schlechte, Franz. u. sächs. Gesandtschaftsberr. aus Dresden u. Paris 1848–49, 1956.

  • Portraits

    Ölgem. v. J. Stieler, um 1833, v. A. Ehrhardt, 1852, Abb. in: J. L. Sponsel, Fürsten-Bildnisse a. d. Hause Wettin, 1906;
    Gem. v. Ph. A. Gliemann (Leipzig, Univ.bibl.).

  • Autor/in

    Hellmut Kretzschmar
  • Empfohlene Zitierweise

    Kretzschmar, Hellmut, "Friedrich August II." in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 576-576 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118917218.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Friedrich August II., König von Sachsen 1836—54, geb. 18. Mai 1797 als ältester Sohn des Prinzen Maximilian von seiner Gemahlin Karoline Maria Theresia von Parma, vermählt 7. Octbr. 1819 mit der Erzherzogin Karolina, vierter Tochter des Kaisers Franz I. von Oesterreich und nach deren 22. Mai 1832 erfolgtem Tode 4. April 1833 mit Maria, der Tochter König Maximilians I. von Baiern, welche beide Ehen kinderlos blieben. In einem sehr einfachen und glücklichen Familienkreise aufwachsend genoß der junge Prinz unter der Leitung des Generals v. Forell, dann des Generals v. Watzdorf eine sorgfältige Erziehung. Da sein Oheim Friedrich August I. nur eine Tochter hatte, des andern Oheims, Prinz Antons, Kinder frühzeitig hinwegstarben, so war er der nächste Thronerbe. Im April 1815 schickte ihn sein Oheim der König nebst seinem Bruder Clemens in das Hauptquartier des Fürsten Schwarzenberg. Zurückgekehrt widmete er sich mit Eifer seiner wissenschaftlichen Ausbildung, sein Lieblingsstudium wurde die Botanik, als deren gründlichen Kenner er sich durch die Beschreibung der „Flora Marienbadensis“ (herausg. von Hedler 1837) bewies und der er auch einen großen Theil seiner zahlreichen Wanderungen in den deutschen Gebirgen wie größeren Reisen durch Italien und die Schweiz (1818), nach Istrien, Dalmatien und Montenegro (1838), nach England und Schottland (1844) widmete. Auch für die Kunst besaß er ein feines Verständniß; er war ein geübter Landschaftszeichner, brachte eine kostbare Sammlung von Kupferstichen zusammen und liebte es in einem Kreise von Gelehrten und Künstlern, die er abends bei sich sah, zwanglos zu verkehren. Obgleich 1821 zum Mitglied des Geheimenraths ernannt, wurde er doch unter der Regierung seiner beiden Oheime durch die Eifersucht des Cabinetsministers v. Einsiedel von allem Einfluß auf die Regierung ferngehalten, bis die Unruhen von 1830 den Sturz des letzteren herbeiführten. Den laut werdenden Gedanken, König Anton solle zu Gunsten seines Neffen abdanken, wies dieser zwar entschieden zurück, dagegen wurde er am 13. September, nachdem sein betagter Vater vorher auf die Thronfolge verzichtet hatte, auf Antrag der Geheimräthe zum Mitregenten ernannt und dadurch die Aufregung schnell in die gesetzliche Bahn zurückgelenkt. Besonders sein zu der neuerrichteten Communalgarde gesprochenes Wort „Vertrauen erweckt wieder Vertrauen“ gewann ihm die Herzen. Mit seiner ganzen Bildung der neuen Zeit angehörig betheiligte er sich mit Eifer und Umsicht an der Verjüngung des gänzlich veralteten Staatswesens und der Einführung der neuen Constitution. Nachdem er am 6. Juni 1836 selbst|den Thron bestiegen, richtete er sogleich öffentliche Audienzen ein, im ganzen aber verlangsamte bald der liberale Fortschritt der Regierung und verwandelte sich selbst in Widerstand gegen Forderungen, welche über das durch die Verfassung von 1831 Gewährleistete hinausgingen, so daß der Ausbruch von 1848 auch in Sachsen einen bereiten Boden fand. Offen und ehrlich schien jetzt der König auf die Volkswünsche einzugehen, berief ein liberales Ministerium und zeigte sich dem Zustandekommen eines deutschen Verfassungswerkes geneigt, bis schließlich seine Weigerung die Reichsverfassung anzuerkennen theils den Anlaß, theils den Vorwand zur Dresdner Mairevolution von 1849 gab. Der König entfloh mit seiner Familie auf den Königstein. Von da an gab er sich mehr und mehr in die Hände seines im Innern der feudalen Reaction freies Spiel lassenden, nach außen eine entschieden antipreußische Politik verfolgenden Ministers v. Beust. Von den vielen gegen die Theilnehmer an der Empörung gefällten Todesurtheilen ließ er zwar keines vollstrecken, aber auch nur den wenigsten der zu langwierigen Freiheitsstrafen Verurtheilten öffnete seine Gnade den Kerker. Von dem Dreikönigsbündniß wand sich Sachsen mit einer Hinterhaltigkeit los, die dem milden und geradsinnigen Wesen des Königs in keiner Weise entsprach. Daß auch das Volk nicht ihn persönlich für das Geschehene verantwortlich machte, zeigte die allgemeine Trauer über seinen plötzlichen Tod, den er auf einer Reise durch Tirol, sein Lieblingsland, begriffen, am 9. August 1854 in Folge eines Sturzes seines Wagens zu Brennbühel fand.

  • Autor/in

    Flathe.
  • Empfohlene Zitierweise

    Flathe, Heinrich Theodor, "Friedrich August II." in: Allgemeine Deutsche Biographie 7 (1878), S. 790-791 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118917218.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA