Lebensdaten
1865 bis 1932
Geburtsort
Dresden
Sterbeort
Sybillenort bei Breslau
Beruf/Funktion
König von Sachsen
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118693611 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Friedrich August III.
  • , von Sachsen
  • Friedrich August III. König von Sachsen
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Zitierweise

Friedrich August III., Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118693611.html [16.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Kg. Georg v. S. ( 1904);
    M Maria Anna (1843–84), T d. Kg. Ferdinand II. v. Portugal ( 1885, s. NDB V);
    Groß-Ov Kg. Frdr. Aug. II. v. S. ( 1854, s. NDB V), Kg. Johann v. S. ( 1873);
    Ov Kg. Albert v. S. ( 1902, s. NDB I);
    Wien 1891 ( 1903) Luise (1870–1947, seit 1903 Gfn. v. Montignoso, 2] 1907 [ 1912) Enrico Toselli, 1926, Komponist), T d. Ghzg. Ferd. IV. v. Toscana ( 1908);
    3 S, 3 T, u. a. Kronprinz Georg (1893–1943), Oberstlt., seit 1924 Priester (SJ).

  • Leben

    Die Entwicklung F.s stand viel stärker unter den Einflüssen der sogenannten Gründerzeit und des wachsenden Gewichts der sozialistischen Bewegung in Deutschland, wobei für beides die Situation in Sachsen bezeichnend war, als unter den Einflüssen militärischer und betont familiärer Erziehung. Das Königtum des Landes entbehrte, namentlich nach dem Tode König Alberts, über die Grenzen hinaus wirkender markanterer Züge, die die Reichsverfassung – auch nach dem Ausscheiden Bismarcks – und die wirtschaftliche, soziale und geistige Entwicklung der Nation bedingten. Das persönliche Verhältnis zu Kaiser Wilhelm II. war kühler als dasjenige zum Wiener Hofe, namentlich zum Kronprinzen Rudolf und zu dem Thronfolger Franz Ferdinand. Dem allgemeinen Zuge der Zeit folgte ein starkes Interesse für industrielle und Verkehrsprobleme. In den äußeren Formen zeigte die Lebenshaltung und das Familienleben des Königs stark verbürgerlichte Züge. Infolgedessen war auch die Tendenz auf Popularisierung des Königtums bei F. natürlich und ungezwungen. Familienschicksale wie die Trennung seiner Ehe, machten den König und seine Stellung zum Volke noch volkstümlicher, wenn auch die Fortschritte des Sozialismus nicht dadurch kompensiert werden konnten. Das kräftige Anwachsen des Kapitalismus gerade in Sachsen vollzog sich ohne Einwirken des Königs, dessen Regierungspraxis schärfere Festlegungen in bestimmter sozialer und ökonomischer Richtung zu vermeiden bestrebt war. Unter diesen Aspekten begegnete der König den leitenden Persönlichkeiten und Tendenzen der Berliner Spitzen der Reichspolitik mit Zurückhaltung, ja gelegentlich wohl mit spürbarer Skepsis. Beifall sicherte ihm im Lande sein kräftiges Auftreten gegen ungeschickte Ausfälle päpstlicher Propaganda (Borromäus-Enzyklika). Beim Zusammenbruch 1918 vollzog sich sein Scheiden vom Throne entsprechend dem dramatischen Zuspitzungen abgeneigten sächsischen Stammescharakter in ruhigen Formen. Auch in den letzten Jahren F.s, die er auf Schloß Sybillenort zurückgezogen verbrachte, hat sich seine ungewöhnliche Volkstümlichkeit im Lande nicht wesentlich vermindert, die in zahlreichen Anekdoten ihren Niederschlag fand. F. wäre berufen gewesen, den Übergang zu einer modernen verbürgerlichten Form der Monarchie vorzubereiten. Der 1. Weltkrieg und seine Folgen haben diese Möglichkeit abgeschnitten.

  • Literatur

    Bang, Zehn J. Königtum, 1915;
    H. Kretzschmar, Das sächs. Königtum im 19. Jh., in: HZ 170, 1950, S. 457-93.

  • Portraits

    Ölgem. v. H. Prell, 1904 (Bautzen, Rathaus), Abb. in: J. L. Sponsel, Fürsten-Bildnisse a. d. Hause Wettin, 1906.

  • Autor/in

    Hellmut Kretzschmar
  • Empfohlene Zitierweise

    Kretzschmar, Hellmut, "Friedrich August III." in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 227 f.* [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118693611.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA