Lebensdaten
1769 - 1840
Geburtsort
Langwedel
Sterbeort
Ringelheim
Beruf/Funktion
hannoverischer Generalfeldzeugmeister
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118820982 | OGND | VIAF: 809049
Namensvarianten
  • Decken, Johann Friedrich Graf von der
  • Decken, Friedrich Graf von der
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Objekt/Werk(nachweise)

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Zitierweise

Decken, Friedrich Graf von der, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118820982.html [25.06.2021].

CC0

  • Genealogie

    V Carl Gust. (1725–80), auf Langwedel, hannoverischer Oberstleutnant, S des Burchard (1694–1776), Landrat u. Oberdeichgräfe, u. der Marg. Caecilia v. Brandt (1704–65);
    M Anna Friederike Marg. (1740–1811), T des hannoverischen Majors Heinr. Burchard v. Münchhausen u. der Friederike Maria Elis. v. Zabeltitz;
    Krummendeich 1806 Antoinette (1781–1855), T des Georg Chn. v. Gruben auf Wechtern u. der Caecilia v. der Decken;
    2 S, 1 T, u. a. Adolf (1807–86), hannoverischer GR.

  • Leben

    D. trat 1784 als Kadett in das 13. hannoverische Infanterie-Regiment und wurde erst 1790 zum Fähnrich im Garde-Regiment befördert. Während der Belagerung von Menin bei Ten Briel gefangengenommen, kam er bald wieder frei und wurde im Winter 1795/96 von Scharnhorst, dem er eng verbunden blieb, zur Herausgabe seiner Zeitschrift „Militärische Denkwürdigkeiten unserer Zeiten“ herangezogen. D.s eigene Schriftstellerei ging jedoch von Anfang an über das Militärische hinaus. - D. wurde 1796 Oberadjutant des Herzogs Adolph Friedrich von Cambridge, dem er Vorlesungen über Mathematik und Geschichte hielt. 1797 in den Generalstab versetzt, schlug ihn Scharnhorst 1801 als geeigneten Nachfolger im hannoverischen Generalquartiermeisterstab vor. Seit 1801 auch zu diplomatischen Missionen verwandt, erhielt er im Juli 1803 die Vollmacht zur Aufstellung eines Ausländerkorps in britischen Diensten, das er im Dezember zwecks Errichtung der Königlich Deutschen Legion an den Herzog Adolph Friedrich abtrat, dessen Generaladjutant er wurde. D. nahm als Brigadegeneral an den Expeditionen nach Hannover und Kopenhagen teil, ging 1808 in militärisch-politischer Sondermission nach Portugal, kehrte indes bald nach England zurück. Die Neuorganisation der hannoverischen Armee, namentlich der Landwehr, war sein Werk. Er erhielt 1815 kurzfristig das Kommando des hannoverischen Reservekorps in den belgischen Niederlanden, wobei er mit Wellington einen bedeutsamen Subsidienvertrag schloß. Angebote, in den oranischen beziehungsweise preußischen Dienst einzutreten, lehnte er ab. D. wurde 1815 das Großkreuz des Guelphen-Ordens verliehen und 1816 mit dem Rang des Generalfeldzeugmeisters (General) eine Abteilung der Kriegskanzlei übertragen. Schon seit 1819 gehörte er der hannoverischen Ständeversammlung als gewähltes Mitglied an und war bis 1825 ihr Vizepräsident. Er veröffentlichte zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten, darunter das auch heute noch nicht überholte, auf gründlichen Archivstudien beruhende Werk über den Herzog Georg (4 Teile, 1833/34). Von Arn. von Heeren wurde er gern zur Mitarbeit an den Göttinger Anzeigen herangezogen. An der Begründung des Historischen Vereins für Niedersachsen 1835 hatte er entscheidenden Anteil und wurde dessen 1. Präsident. Durch Kabinettsordre wurde er 1839 in den Staatsrat berufen, im gleichen Jahre auch zum Mitglied der Königlichen Landwirtschaftsgesellschaft ernannt und 1840 in deren Ausschuß gewählt. 1816 Mitglied der Akademie der Wissenschaften Göttingen.

  • Werke

    u. a. Betrachtungen üb. d. Verhältnis d. Kriegsstandes zu d. Zwecke d. Staaten, 1800;
    Milit. Denkwürdigkeiten III, 1801;
    Versuch üb. d. engl. National-Charakter, 1802, 21817 (gänzl. umgearb.);
    Philos.-hist.-geogr. Unterss. üb. d. Insel Helgoland od. Heiligeland u. ihre Bewohner, 1826;
    Btr. z. Gesch. d. Meierwesens im Hildesheimschen, 1836;
    Nachrr. v. d. Fam. v. d. D., 1836.

  • Literatur

    ADB V;
    H. W. Rotermund, Das gel. Hannover I, 1823, S. 438;
    W. v. d. Decken, Die Fam. v. d. D., 1865, S. 52 u. ö.;
    W. Rothert, Allg. hannov. Biogr. II, 1914, S. 526;
    G. H. Klippel, Das Leben d. Gen.s v. Scharnhorst, 1869, T. I, S. 63 u. ö.;
    A. u. R. v. Sichart, Gesch. d. Kgl. Hannov. Armee IV, 1871, S. 307 u. ö., V, 1898, S. 87 u. ö.;
    F. Thimme, Die hannov. Aufstandspläne im J. 1809 u. England, in: Zs. d. hist. Ver. f. Niedersachsen, 1897, S. 287 ff.;
    B. Schwertfeger, Gesch. d. Kgl. Dt. Legion I, 1907, S. 16 u. ö., II, 1907, S. 20;
    R. Drögereit, Die Konvention v. Sulingen, in: Unter der Bärenklaue, 1953, S. 42 f.;
    Gen. Hdb. d. Adels 2, 1952. - Qu.: Stammrolle u. Nachlaß (btr. im wesentl. Kgl. Dt. Legion) im Staatsarchiv Hannover.

  • Autor/in

    Richard Drögereit
  • Empfohlene Zitierweise

    Drögereit, Richard, "Decken, Friedrich Graf von der" in: Neue Deutsche Biographie 3 (1957), S. 544 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118820982.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Decken: Johann Friedrich, Graf v. d. D., geb. 25. Mai 1769, 22. Mai 1840; hannöverscher Generalfeldzeugmeister und Chef der Artillerie seit 1816; Freund von Scharnhorst, Mitherausgeber von dessen militärischem Journal. Seit 1784 schon dienend machte er die Feldzüge von 1793—95 mit und fiel zeitweilig in Kriegsgefangenschaft; seit 1796 hielt er dem Herzog von Cambridge Vorträge über Geschichte und Mathematik. Während der französischen Occupation 1803 wurde er diplomatisch mehrfach verwandt und erhielt als Oberstlieutenant 28. Juli 1803 die Vollmacht 4000 Ausländer für England zu werben, der Ursprung der berühmten Kings German Legion oder „königlich deutschen Legion“, in welcher er 1804 Oberst der reitenden Artillerie wurde. Als Brigadegeneral machte er die Landungen 1805 in Hannover, 1807 in Kopenhagen mit und wurde 1808 diplomatisch-militärisch in Portugal und Spanien, speciell zur Organisirung der portugiesischen Truppen verwandt; dann blieb er als Organisator und Unterhändler bis 1813 in England, nahm zwar an den Schlachten des Jahres 1813 und 14 nicht Theil, organisirte aber 1815 ein hannöversches Truppencorps von 10000 Mann, das er in Belgien commandirte; während der Schlacht bei Waterloo stand er in der Reserve bei Brüssel. Anerbietungen oranischen und preußischen Dienstes schlug er aus. 1833 erhob ihn König Wilhelm IV. in den hannöverschen Grafenstand, erblich in der Erstgeburt, seit demselben Jahre lebte er, in Pension getreten, meist auf seinem großen Gute Ringelheim. Seit 1835 war er Präsident und thätiger Arbeiter im historischen Verein für Niedersachsen. Von seinen Schriften (bei W. v. d. Decken l. c. S. 149) ist „Herzog Georg von Braunschweig-Lüneburg“, 4 Th., Hannover 1833. 34, von Werth. Eine Menge Arbeiten von ihm enthält das Archiv des Hist. Vereins f. Niedersachsen.

  • Autor/in

    Krause.
  • Empfohlene Zitierweise

    Krause, "Decken, Friedrich Graf von der" in: Allgemeine Deutsche Biographie 5 (1877), S. 2 unter Decken, Johann Friedrich Graf von der [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118820982.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA