Lebensdaten
1789 bis 1865
Geburtsort
Stuttgart
Sterbeort
Haßfurt
Beruf/Funktion
Architekt ; Bauhistoriker ; Denkmalpfleger ; Maler
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118820117 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Heideloff, Dionysius Karl Christian Alexander von
  • Heideloff, Karl Alexander von
  • Heideloff, Dionysius Karl Christian Alexander von
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Zitierweise

Heideloff, Karl Alexander von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118820117.html [23.08.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Victor (1759–1817), Hof- u. Theatermaler, Prof. a. d. Hohen Karlsschule in St., S d. Carl ( 1803), Hofvergolder in St.;
    M Maria Nanette (* 1766), T d. Joh. Chrstn. Keym, Theaterarchitekt u. Ing.;
    Ur-Gvv Franz Jos. (1676–1772), aus Hannover, Maler, Bildhauer;
    Groß-Ov Joseph (1718-81), wohl aus Bonn, Wappenmalersadjunkt in der Reichshofkanzlei in Wien;
    Ov Nicolaus ( 1837), Kupferstecher, Heinrich ( 1804), Bildhauer u. Maler, Carl (1770–1814), Maler, beteiligt am Neubau d. Weimarer Schlosses, Joseph (1747-1830), Wappenmaler d. Reichshofkanzlei in Wien;
    B Manfred (1793–1850), Maler u. Kupferstecher;
    Vt Alfred (1802–26), Maler in Weimar (s. NND IV);
    - Nürnberg 1830 Philippina Dor. Cath. (* 1795), T d. Kaufm. Matthäus Bartels in Nürnberg u. d. Magdalene Bauer;
    1 S, 1 T.

  • Leben

    In seiner Autobiographie berichtet H.: „Neben gründlichem Studium der Werke des klassischen Alterthums hatte ihn frühe besondere Neigung zum Romantischen auch auf das Studium der byzantinischen und gothischen Baustyle gebracht …“ Damit ist zugleich die Stilauffassung gekennzeichnet, von der er in der Denkmalpflege ausging, die damals ihr Ziel in der Purifizierung mittelalterlicher Gotteshäuser erblickte, wobei aber H. aufgrund seiner malerischen Architekturauffassung nie unter dem Vorwand der „Stilreinheit“ radikal vorging. Seine Ausbildung an der Kunstakademie in Stuttgart hatte nämlich auch Malerei und Plastik umfaßt. Wie C. F. Schinkel begann H. als Bühnenmaler. Einem Ruf des Herzogs Ernst von Sachsen-Coburg-Saalfeld kam er 1816 nach. In diese Zeit fällt auch seine erste Berliner Reise, bei der er C. F. Schinkel begegnete. Waren H.s Coburger Jahre durch dekorative Malereien und Illustrationen gekennzeichnet, so gewann sein Schaffen als Architekt und Bildhauer in Nürnberg, wo ihm 1820 die Leitung des höheren Bauwesens angetragen worden war, an Bedeutung. Neben der Restaurierung der großen Pfarrkirchen (Sankt Sebaldus, Sankt Lorenz, Sankt Aegidien, Sankt Jacob, Heilig Geistkirche und Frauenkirche) entstanden zahlreiche Privatbauten. Außerdem war er dort 1823-56 Lehrer an der polytechnischen Schule. Eine Frankreichreise 1824-26 blieb für seine Stilentwicklung unwesentlich, da er sich längst für die Neugotik entschieden hatte, jedoch der zeichnerische Erfolg war vielfältig. Nach 1830 mehrte sich H.s schriftstellerische Tätigkeit, die insgesamt 38 Abhandlungen umfaßt, und zwar zur Bau- und Stilgeschichte, Vorlagewerke für den Bauschulunterricht sowie Monographien über Bau- und Kunstdenkmale. Aber auch als Architekt und Denkmalpfleger wurde er mit Aufgaben weit über Frankens Grenzen betraut, unter anderem entwarf er 1837 für Ferdinand II. von Portugal Risse zum Schloßbau in Pena; 1844 beteiligte er sich am Wettbewerb für die neue Sankt Nikolaikirche in Hamburg und 1853 an dem für die Wiener Votivkirche. Jedoch blieb ihm in beiden Fällen der Erfolg versagt. Seine Ernennung zum königlichen Konservator der mittelalterlichen Kunst- und Baudenkmale in Nürnberg 1837 stärkte auch H.s berufliche Stellung im dortigen Bauwesen; 1856 weitete sich dann dieser Arbeitsbereich auf ganz Franken aus. Vor 1840 trat er in Verbindung zum Fürsten Pückler in Muskau, bei dem er als Nachfolger Schinkels Architekt werden sollte, was aber infolge Veräußerung des Muskauer Besitzes unterblieb. H.s letzte Lebensjahre (seit 1856) galten der Restaurierung und wissenschaftlichen Erforschung der Haßfurter Ritterkapelle. Seine Bemühungen um die Neubelebung der mittelalterlichen Bauhütten sind kennzeichnende Ideen für seine romantische Gesinnung. Am nachhaltigsten vereinigte sich sein künstlerisches Schaffen mit dem literarischen Wirken des schwäbischen Kreises um Ludwig Uhland und Justinus Kerner im Bau der Burg Lichtenstein (1839–41) als glückliche Synthese eines romantischen Geschichtsbildes mit der Architektur.

  • Werke

    u. a. Nürnberger Baudenkmäler d. Vorzeit, 1838/43;
    Die Bauhütte d. MA, 1844;
    Der kleine Altdeutsche, 1849/52.

  • Literatur

    ADB XI;
    W. Schwemmer, in: Nürnberger Gestalten aus neun Jhh., 1950, S. 175-80 (W, L, P);
    U. Boeck, in: Mitt. d. Ver. f. Gesch. d. Stadt Nürnberg 48, 1958, S. 314-90 (vollst. W-Verz., P);
    ThB (auch f. Fam.);
    Wasmuths Lex. d. Baukunst III, 1931, S. 78 f.

  • Portraits

    Pastellporträt v. J. G. Hutzelmeier, Abb. b. Boeck, s. L;
    Stahlstich v. T. Falcke n. Gem. v. Dawes (Würzburg, Mainfränk. Mus.).

  • Autor/in

    Hans Reuther
  • Empfohlene Zitierweise

    Reuther, Hans, "Heideloff, Karl Alexander von" in: Neue Deutsche Biographie 8 (1969), S. 245 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118820117.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Heideloff: Karl Alexander v. H., Maler und Architekt, geboren in Stuttgart am 2. Februar 1788, gestorben zu Haßfurt am 28. September 1865. Die Familie H. hatte viele Künstler hervorgebracht. Der Stammvater Franz Joseph v. H., geboren zu Hannover 1676, gestorben zu Mainz 1772, war Maler und Bildhauer, der zuerst für den Kurfürsten Georg (späteren König von England) beschäftigt war, sich dann in Holland aufhielt und schließlich eine reiche Thätigkeit für die Abtei Werden, für die Kurfürsten Johann Wilhelm von der Pfalz und Clemens August von Cöln entwickelte. Sein Enkel Victor Peter v. H.,|geboren zu Stuttgart 1757, gestorben 1816, war Theatermaler in seiner Vaterstadt, nachdem er 1782—1787 sich in Italien und dann 7 Jahre in Paris aufgehalten hatte. Er hat sich das Verdienst erworben, dem baroken Stil entgegengearbeitet, und eine vernünftigere Kunstform eingeführt zu haben. Karl Alexander v. H. ist des Letzteren Sohn; er war Karlschüler und in der Kunst von seinem Vater und Dannecker unterwiesen. Neben der Malerei widmete er sich ausschließlich der Baukunst und nachdem er eine Zeit lang auf der Feste Koburg beschäftigt war, wo nach seinem Entwurfe der Rittersaal gebaut wurde, kam er 1818 nach Nürnberg, wo ihn eine reiche Thätigkeit bis zu seinem Tode fesselte. Es fielen in diese Zeit viele und großartige Restaurationen alter Bauwerke, dabei er betheiligt war. So ist die Restauration des Bamberger Domes, im Auftrage des Königs Ludwig, ganz sein Werk. Von seinen weiteren Arbeiten nennen wir den Dürerbrunnen, den Altar in St. Sebald, das Portal der Frauenkirche und Plattner's Haus in Nürnberg, das Denkmal des Dichters Uz in Anspach und das Grabmal des letzten Bamberger Fürstbischofs v. Fechenbach. Er unternahm 1824—1826 eine Kunstreise durch Deutschland, die Niederlande und Normandie, um seine Studien zu bereichern. Das Streben seines ganzen Lebens ging dahin, in der Baukunst den alten deutschen Stil wieder zu erwecken und wie er diesen in seinen Werken zur äußeren Erscheinung brachte, so griff er auch zur Feder, um in verschiedenen Werken Nachfolger seines Strebens zu erwecken. So gab er mehrere in das Baufach einschlagende Werke heraus. Zu seinen geschätztesten Arbeiten auf diesem Gebiete gehören: „Ornamentik des Mittelalters“, Nürnb. 1836—1852 und „Baudenkmäler aus Schwaben“. Auch viele Zeichnungen für Decorationen und Theatercostüme hat er hinterlassen, so wie er sich auch mit der Radirnadel versuchte. In Nürnberg war er 1822—1854 Professor an der polytechnischen Schule. Seine letzte Arbeit war die Restaurirung der Ritterkapelle in Haßfurt, wo ihn der Tod überraschte.

  • Autor/in

    Wessely.
  • Empfohlene Zitierweise

    Wessely, Joseph Eduard, "Heideloff, Karl Alexander von" in: Allgemeine Deutsche Biographie 11 (1880), S. 299-300 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118820117.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA