Lebensdaten
um 1480 oder 1475 bis 1547
Sterbeort
Basel
Beruf/Funktion
Schriftschneider ; Buchdrucker
Konfession
Wiedertäufer
Normdaten
GND: 118795295 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Schoeffer
  • Schoeffher, Peter
  • Schoffer, Peter
  • mehr

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Zitierweise

Schöffer, Peter der Jüngere, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118795295.html [17.06.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Peter (s. 1);
    M Christine Fust;
    1) Katharina N. N., 2) Straßburg 1529 Anna, Wwe d. N. N. Pfintzer;
    1 S aus 1) Ivo (um 1500 – v. 23.9.1555, Elsbeth N. N.), Buchdrucker, 1531 Nachfolger im Geschäft seines Onkels Johann.

  • Leben

    Am 4.8.1512 verkaufte S. das in Mainz geerbte Haus „Zum Korb“ und siedelte 1518 nach Worms über, wo er sich wiedertäuferischen Kreisen anschloß. 1529 wanderte er nach Straßburg weiter und erwarb am 14.12.1529 durch Heirat mit der verwitweten Anna Pfintzer das Bürgerrecht. Nach einem Jahrzehnt zog er über Basel nach Venedig, von wo er aber bald wieder nach Basel zurückkehrte. Von unstetem Naturell, jedoch technisch begabt, trat S. besonders als Typenschneider hervor, hierbei unterstützt von Johann Schwintzer, seit 1534 von Mathias Apiarius. In seiner Hinterlassenschaft fanden sich keine Druckwerkzeuge, wohl aber Instrumente für den Metallschnitt. Diese spezielle Fertigkeit bildete die Voraussetzung für seine in Deutschland bahnbrechende Rolle im Musikaliendruck. Er führte hier den Doppeltypendruck für die Figuralmusik ein. Das Verfahren setzte höchste Präzision bei der Plazierung der verschiedenen Notenformen auf den gesondert gedruckten Linien voraus. Als erstes erschien 1512 in Mainz das Orgeltabulaturenbuch des kurpfälz. Hoforganisten Arnolt Schlick (v. 1460-n. 1521): „Tabulaturen etlicher lobgesang und lidlein uff die orgeln im lauten“ (neu hg. v. H. Köhler, 1909, u. v. G. Harms, 1924). Dem Chorgesang dienten die vier Stimmbücher des „Schöfferschen Liederbuchs“ vom 1.3.1513. Neue Wege ging S. auch, als er 1529 in Worms zum ersten Mal eine „kombinierte Bibel“ vorlegte. Diese, auch „Wiedertäuferbibel“ genannte Übertragung der Hl. Schrift kam Luthers vollständiger Übersetzung, die erst 1534 herauskam, dadurch zuvor, daß die Arbeiten mehrerer Übersetzer zusammengefaßt wurden. S. verwendete verschiedene Signete, auf denen der schon im Druckerzeichen des Vaters vorkommende Sparren, zusammen mit drei Rosen, zu sehen ist. Eine besonders aufwendige Ausführung ist Hans Baldung Grien (Straßburg 1531) zu verdanken. Der Schild mit dem Sparren wird von Dudelsack pfeifenden Hirten sowie von einem reich gekleideten Paar flankiert (der Drucker u. seine Frau?). Die musikalischen Herdenbewacher verraten ebenso wie die gelegentliche Verwendung der lat. Namensform, daß die Schöffers den Familiennamen als „Schäfer“ (miß-?) gedeutet haben.

  • Literatur

    ADB 32;
    A. Ruppel, Die Nachkommen F. S.s aus Gernsheim, in: Gutenberg Jb. 1937, S. 269-71;
    H. Volz, Aus d. Druckpraxis d. Nachdrucke d. Lutherbibel (1522–46), ebd. 1962, S. 234-50;
    H. Wendland, Signete, Dt. Drucker- u. Verlegerzeichen 1457-1600, 1984, S. 227 f.;
    K. Schottenloher, Das alte Buch, 31956, S. 242-59;
    Benzing, Buchdrucker, S. 315 f., 443 u. 510 f.;
    ders., in: Jb. f. Liturgik u. Hymnolog. 4, 1958/59, S. 133-36;
    LGB2;
    NDBA 34;
    Riemann;
    MGG;
    New Grove;
    New Grove2.

  • Autor/in

    Severin Corsten
  • Empfohlene Zitierweise

    Corsten, Severin, "Schöffer, Peter der Jüngere" in: Neue Deutsche Biographie 23 (2007), S. 359-360 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118795295.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA