Dates of Life
1908 bis 1974
Place of birth
Zwittau (Svitavy, Mähren)
Place of death
Hildesheim
Occupation
Unternehmer ; Gerechter unter den Völkern
Religious Denomination
katholisch
Authority Data
GND: 118755102 | OGND | VIAF: 62344363
Alternate Names
  • Schindler, Oskar

Relations

Inbound Links to this Person

The links to other persons were taken from the printed Index of NDB and ADB and additionally extracted by computational analysis and identification. The articles are linked in full-text version where possible. Otherwise the digital image is linked instead.

Places

Map Icons
Marker Geburtsort Place of birth
Marker Wirkungsort Place of activity
Marker Sterbeort Place of death
Marker Begräbnisort Place of interment

Localized places could be overlay each other depending on the zoo m level. In this case the shadow of the symbol is darker and the individual place symbols will fold up by clicking upon. A click on an individual place symbol opens a popup providing a link to search for other references to this place in the database.

Citation

Schindler, Oskar, Index entry in: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118755102.html [09.03.2021].

CC0

  • Genealogy

    V Johannes (Hans), Landmasch.fabr.;
    M Franziska Luser (?) ( 1928 ?);
    1 Schw;
    1928 Emilie Pelzl|(1907-2001), „Gerechte unter d. Völkern“ (s. W, L); 2 außerehel. K.

  • Life

    Nach Abbruch der Realschule in Zwittau besuchte S. eine Fachschule für Maschinenbau in Brünn und war anschließend im väterlichen Betrieb tätig. Nach dessen Konkurs arbeitete er in der Mähr. Elektrotechnischen AG. 1936-39 war er für den dt. Geheimdienst (Abwehrstelle VIII Breslau) in der ČSR und in Polen tätig, was ihm eine zeitweise Inhaftierung einbrachte. S. gehörte seit 1935 der Sudetendt. Partei, seit 1939 der NSDAP an. Die dt. Besatzung Polens bot ihm die Möglichkeit zu erneuter wirtschaftlicher Betätigung. 1939 pachtete S. ein in Konkurs gegangenes Emailwerk in Krakau und 1940 eine Glashütte in Prokocim; beide Werke erwarb er 1942 und verlagerte sie während des Rückzugs 1944 nach Brünnlitz.

    Schon seit 1942 in Kontakt mit jüd. Organisationen, wurde er wegen zu enger Beziehungen mit Juden vorübergehend festgenommen. Als das Krakauer Ghetto im März 1943 in einer brutalen Polizeiaktion aufgelöst wurde, gelang S. durch Bestechung der Transfer seiner jüd. Arbeiter als „kriegswichtig“ in eine Filiale des Zwangsarbeitslagers Krakau-Plaszow. Um im Sept. 1944 der Evakuierung seiner – inzwischen 1200 – größtenteils jüd. Arbeiter zuvorzukommen, verlegte er den Betrieb nach Brünnlitz. Die dafür zusammengestellten Personalverzeichnisse gingen als „Schindlers Liste“ in die Geschichte ein. Es gelang ihm mittels Intervention bei Wehrmachtsstellen in Berlin, die 800 bereits ins KZ Groß-Rosen deportierten Männer und sogar die 300 nach Auschwitz verbrachten Frauen für sich zu reklamieren und ins Sudetenland zu bringen. Darüber hinaus ermöglichten er und seine Frau, daß über 100 jüd. Häftlinge, die aus dem Auschwitz-Außenlager Golleschau nach Brünnlitz evakuiert worden waren, ebenfalls mit den Zwangsarbeitern die Befreiung erlebten.

    Nach dem Krieg scheiterten mehrere Versuche S.s, wieder als Unternehmer Fuß zu fassen, zunächst 1949-57 in Argentinien, dann in der Bundesrepublik. Teilweise bestritt er seinen Unterhalt von der Unterstützung jüd. Hilfsorganisationen. S., der in Kontakt mit den von ihm geretteten Personen blieb, wurde 1962 in Israel mit einem Baum in der „Allee der Gerechten“ geehrt, 1967 auch als „Gerechter unter den Völkern“, ein Titel, in den 1993 auch seine Witwe einbezogen wurde.

    Seit Anfang der fünfziger Jahre bestanden Bestrebungen, sein außergewöhnliches Kriegsschicksal zu verfilmen. Doch zunächst blieb es bei einer teils fiktionalen Verarbeitung in dem Buch „Schindler's List“ von Thomas Keneally (1982). Mit dem gleichnamigen Film von Steven Spielberg (1994) erlangte seine Geschichte weltweite Berühmtheit.|

  • Awards

    päpstl. Silvesterorden;
    Friedenspreis d. Martin Buber-Stiftung;
    BVK I. Kl. (1966);
    Erinnerungsmedaille d. Holocaust Mus. (1993);
    Gedenktafel in Plaszow b. Krakau, Fabrikgebäude „Emalia“ (2003).

  • Works

    Ich, O. S., Die persönl. Aufzeichnungen, Briefe u. Dok., hg. v. E. Rosenberg, 2000 (P);
    – zu Emilie: In Schindlers Schatten, E. S. erzählt ihre Gesch., 1996, 21997;
    Ich, Emilie Schindler, Erinnerungen einer Unbeugsamen, 2001, hg. v. E. Rosenberg.

  • Literature

    K. R. Grossmann, Die unbesungenen Helden, 1957;
    Th. Keneally, S.s Liste, 1994 (P, hierzu J. Tycner, in: Die Zeit v. 4.2.1994, P);
    St. Müller-Madej, Das Mädchen v. d. Schindler-Liste, 1994;
    L. R. Fikejz, O. S. 1908-1974, 1998;
    D. Trautwein, O. S., … immer neue Geschichten, 2000;
    J. Gruntová, Legendy a fakta o Oskaru Schindlerovi, 2002;
    O. S., hg. v. B. Thompson, 2002;
    Lex. Widerstand;
    Frankfurter Biogr.;
    Biogr. Lex. Böhmen; |

  • Nachlaß

    Nachlaß: Yad Vashem Archives (Jerusalem), Mikrofilm im BA Koblenz, Zeugenaussagen in Ermittlungsverfahren im BA Ludwigsburg u. in Yad Vashem; – zu Emilie: J. Müller-Meiningen, in: SZ v. 17.7.2001 (P); „… dass meine Gesch. wahrheitsgemäß erzählt wird …“, Über d. Leben u. Wirken v. E. S., in: Mitt.bl. d. Sudetendt. Landsmannschaft 2002, H. 8, S. 263-93 (P).

  • Author

    Dieter Pohl
  • Citation

    Pohl, Dieter, "Schindler, Oskar" in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 791-792 [online version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118755102.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA