Lebensdaten
1854 bis 1937
Geburtsort
Bilawsko (Bezirk Holleschau, Mähren)
Sterbeort
Neutitschein (Mähren)
Beruf/Funktion
Agrarwissenschaftler ; Pflanzenphysiologe
Konfession
-
Normdaten
GND: 139576134 | OGND | VIAF: 83893388
Namensvarianten
  • Schindler, Franz Friedrich
  • Schindler, Franz
  • Schindler, Franz Friedrich
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Zitierweise

Schindler, Franz, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd139576134.html [09.03.2021].

CC0

  • Genealogie

    V Franz, Gutsdir. in B.;
    M N. N. v. Baumgarten;
    Neutitschein 1888 Anna (1864–1951), T d. Wilhelm Gumberz v. Rhontal (1829–99, ev.), k. k. Hptm., u. d. Caroline Angella Hosch (1841–1920); Schwager Alexander Gumberz v. Rhontal (1862–1924), Hüttendir. in Oberschlesien; Schwägerin Hedwig (1867–1946, Theodor Pulitzer, 1914, Prof.); – kinderlos.

  • Leben

    Nach seiner Kindheit auf der Domäne Dacic (Mähren), besuchte S. die Oberrealschule in Wien IV. und dann die landwirtschaftl. Lehranstalt in Grossau (Niederösterr.). 1874-76 studierte er in Halle/Saale Landwirtschaftslehre u. a. bei Julius Kühn (1825–1910). Nach zweijähriger Praxis begann er 1878 ein Studium an der Hochschule für Bodenkultur in Wien bei Friedrich Haberlandt (1826–78) und Josef Anton Böhm (1833–93), erwarb 1879 die Lehrbefugnis für landwirtschaftl. Mittelschulen und habilitierte sich 1881 bei Adolf v. Liebenberg-Zsittin (1851–1922) für Pflanzenproduktionslehre. Er hielt Vorlesungen über Handelsgewächs- und Futterbau und war 1883-86 Assistent Liebenbergs. 1886-88 unterrichtete S. Pflanzenbau an der landwirtschaftl. Mittelschule in Neutitschein und wurde dann Professor für Pflanzenbau und Pflanzenphysiologie am Baltischen Polytechnikum in Riga. 1903 übernahm er den Lehrstuhl für Landwirtschaft an der Dt. TH in Brünn (1907 Dekan, 1909/10 Rektor, 1924 em.). 1904-16 war er auch Inspektor für die landwirtschaftl. Mittelschulen in Mähren und Schlesien.

    Neben seiner Habilitationsschrift über den Quellungsprozeß bei Pisum sativum veröffentlichte S. zwei weitere Arbeiten über die Knöllchenbakterien bei Leguminosen (1884, 1885), in welchen er den für die Pflanzenernährung wichtigen Zusammenhang zwischen der Stickstoffassimilation der in den Wurzelknöllchen lebenden Bakterien und dem Pflanzenwachstum erstmalig erklärte. In Riga, damals russ. Staatsgebiet, beschäftigte sich S. mit geographisch-klimatologischen Standortfaktoren bei landwirtschaftlichen Kulturpflanzen, wobei er neben dem Weizen (1893) besonders auch den Flachsanbau (1894, 1899) berücksichtigte. Die Standortfrage führte ihn unmittelbar zur Sortenproblematik und damit zur Pflanzenzüchtung. Sein Interesse war auf die Bedeutung von Landrassen und Lokalzüchtungen, insbes. auf die sog. Korrelationserscheinungen bei Weizen und Zuckerrüben gerichtet. Dabei gab es bei der Zuckerrübe eine enge Zusammenarbeit mit Emanuel v. Proskowetz (1849–1944). In Brünn stellte S. sein Standardwerk „Der Getreidebau auf wissenschaftlicher und praktischer Grundlage“ (1909, 31923) fertig. Hier wurde die Bodenkunde ein weiterer Schwerpunkt seiner Forschungen; er publizierte über die mähr. Ackerböden. über Bodenbakteriologie, über Stallmist, Gründüngung oder die Nitraginimpfung.|

  • Auszeichnungen

    Dr. h. c. (Hochschule f. Bodenkultur Wien, 1919, Dt. TH Prag, 1924, Dt. TH Brünn, 1926);
    russ, Staatsrat;
    Hofrat (1913);
    Ehrenmitgl. zahlr. wiss. Ges., u. a. d. tschechoslowak. Ak. d. Landwirtschaft (1927), d. Brünner Dt. Landwirtschaftl. Ges. u. d. Ges. f. Pflanzenzüchtung in Wien.

  • Werke

    Zur Kenntnis d. Wurzelknöllchen d. Papilionaceen, in: Botan. Zbl. 18, 1884, S. 84-88;
    Über d. biol. Bedeutung d. Wurzelknöllchen b. d. Papilionaceen, in: Jb. f. Landwirtsch. 33, 1885, S. 325 f.;
    Zur Characteristik typischer Zuckerrübenvarietäten, in: Österr.-Ungar. Zs. f. Rübenzuckerind. u. Landwirtsch. 18, 1889, S. 351-70 (mit E. v. Proskowetz);
    Welche Bedeutung haben d. sog. Correlationserscheinungen b. d. Weizen u. d. Zuckerrübe f. d. Theorie u. Praxis d. Pflanzenbaues?, in: Internat. land- u. forstwirtschaftl. Congreß zu Wien, 1890, Section I, Subsection Pflanzenbau, Frage 4, H. 38 (mit dems.);
    Der Weizen in seinen Beziehungen z. Klima u. d. Gesetz d. Korrelation, 1893;
    Die Flachsanbau- u. Flachshandelsverhältnisse in Russland mit bes. Rücksicht auf d. balt. Gouvernements, 1894;
    Die Lehre v. Pflanzenbau auf physiolog. Grundlage, 1896;
    Studie über d. russ. Lein mit bes. Rücksicht auf d. dt. Flachsbau, in: Landwirtschaftl. Jbb. 28, 1899, S. 133-84;
    Sechsjährige Versuche mit Nitraginimpfung nebst Btrr. z. Gründüngungsfrage, in: Zs. f. d. landwirtschaftl. Versuchswesen in Österr. 14, 1911, S. 829-65;
    Die Heiden d. Hohen Gesenkes (Altvatergebirges) in weidewirtschaftl. Beziehung, ebd. 16, 1913, S. 566-621;
    Aus d. Urheimat unserer Getreidearton, Ökolog.-pflanzengeograph. Studien u. Ausblicke, 1934;
    Rückblick auf mein Leben u. Wirken im Dienste d. landwirtschaftl. Lehre u. Forschung, in: Nakladem Ceskoslowenske Ak. Zemedelske, 1937 (Autobiogr.).

  • Literatur

    E. Tschermak-Seysenegg, in: Wiener landwirtschaftl. Ztg. 69, 1919, S. 737 f. (P), 87, 1937, S. 353 f.;
    ders., Leben u. Wirken e. österr. Pflanzenzüchters, 1958, S. 91-94;
    H. Kaserer, in: Wiener landwirtschaftl. Ztg. 84, 1934, S. 83;
    E. v. Proskowetz, in: Btrr. z. landwirtschaftl. Pflanzenbau, insbes. Getreidebau (FS z. 70. Geb.tag F. S.s, hg. v. d. Dt. Landwirtschaftsges. Brünn), 1924, Vorwort;
    F. Frimmel, in: FF 13, 1937, S. 429 f.;
    Biogr. Hdb. Pflanzenbau;
    ÖBL.

  • Autor/in

    Kurt Ehrendorfer
  • Empfohlene Zitierweise

    Ehrendorfer, Kurt, "Schindler, Franz" in: Neue Deutsche Biographie 22 (2005), S. 791 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd139576134.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA