Lebensdaten
1900 bis 1968
Geburtsort
Pfullendorf (Baden)
Sterbeort
München
Beruf/Funktion
Jesuit ; Kirchenhistoriker
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118748890 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Rahner, Hugo Karl Erich
  • Rahner, Hugo
  • Rahner, Hugo Karl Erich
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Zitierweise

Rahner, Hugo, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118748890.html [08.12.2019].

CC0

  • Genealogie

    V Karl (1868–1934), Mittelschul- bzw. Seminar-Prof. in Pfullendorf, Emmendingen u. Freiburg (Br.), S d. Lehrers Leopold (1830–94) in Horben u. d. Karoline Spitzmüller (1837–1923);
    M Luise (1875–1976), T d. Müllers u. Gastronomen Georg Anselm Trescher (1836–1902) in Günterstal u. d. Anna Rees (1839–1930);
    Ov Hugo (1875–1953), Musikdir. in Karlsruhe;
    B Karl (s. 2).

  • Leben

    Nach dem Abitur 1918 in Freiburg (Br.) und Militärdienst wurde R. 1919 Mitglied der Societas Jesu. Seit 1921 studierte er Philosophie in Valkenburg (Niederlande) und Innsbruck. Hier nahm er auch – nach einer Tätigkeit als Lehrer und Erzieher in Feldkirch 1923-26 – das Studium der Theologie auf (Dr. theol. 1931). Nach der Priesterweihe 1929 in Innsbruck studierte er Geschichte in Bonn (Dr. phil. 1934). 1935 habilitiert, war R. seit 1937 Ordinarius für Kirchengeschichte an der Univ. Innsbruck. In dieser Zeit entwickelte er eigenständig „Eine Theologie der Verkündigung“ (1938/39, Nachdr. 1970), die nur teilweise zu den übrigen Innsbrucker Versuchen in dieser Richtung paßte. Mit der Auflösung der Theol. Fakultät durch die Nationalsozialisten wurde R. entlassen; die zunächst versuchte weitere Lehrtätigkeit in Innsbruck wurde behindert und führte ihn 1938/39 mit einer Ausländergruppe in die Schweiz, wo er bis 1945/46 als Professor an der Päpstl. Theol. Fakultät in Sitten wirkte. Als erster Dekan der wiedereröffneten Theol. Fakultät in Innsbruck (Rektor 1949/50) konnte er 1945/46 durch seine Rede „Abendländischer Humanismus und Kath. Theologie“ Schwerpunkte im Hinblick auf eine europ. Zusammenarbeit setzen und Verbindungen mit ausländischen Hochschulen und Instituten neu knüpfen. 1950-56 wirkte er als Rektor des internat. Kollegs Canisianum. Nachdem ersten Anzeichen der Parkinson-Krankheit (1959) 1963 vorzeitig emeritiert, lebte R. seit 1966 in München.

    Ausgehend von einer lebendigen Verwurzelung in der Geistigkeit seiner Ordensgemeinschaft und dem sie bestimmenden Humanismus legten ihm die Zeitumstände schon früh das Thema „Kirche – Staat – Gesellschaft“ als Schwerpunkt nahe; in der Schweiz, wo R. u. a. 1940-46 im Eranos-Kreis tätig war, entstand sein Buch „Abendländische Kirchenfreiheit“ (1943, 31961) und die Textsammlung „Mater Ecclesia, Lobpreis der Kirche aus dem ersten Jahrtausend christlicher Literatur“ (1944). Verständnis für die Kirche und ihr Wirken unter verschiedensten historischen Umständen zu wecken, wurde ihm eine wichtige Aufgabe, wobei ihm die Vermittlung bildlicher und symbolischer Ausdrücke und Darstellungen als Mittel kirchlichen (Selbst-)Bewußtseins besonderes Anliegen war. Gestützt auf breit angelegte Quellenstudien arbeitete R. wichtige Facetten des Denkens und Wirkens sowie der Persönlichkeit Ignatius v. Loyolas heraus. Zusammengefaßt wurde der Ertrag in dem Werk „Ignatius v. Loyola als Mensch und Theologe“ (1964), das wie „Symbole der Kirche“ (1964) und „Abendland“ (1966) zur Aufhellung der metahistorischen Verwandtschaft moderner Religiosität mit altchristlicher Frömmigkeit diente. Verbreitet sind v. a. der kleine Essay „Der spielende Mensch“ (1949) und – wiederholt aufgelegt – „Griech. Mythen in christlicher Deutung“ (1945, Nachdr. 1984).|

  • Auszeichnungen

    Gr. Ehrenzeichen f. d. Verdienste um d. Rep. Österr. (1954); Tiroler Ehrenzeichen (1959); Österr. Ehrenzeichen f. Wiss. u. Kunst (1959); Dr. iur. h. c. (Innsbruck 1967).

  • Werke

    Die gefälschten Papstbriefe aus d. Nachlaß v. Jérome Vignier, 1935 (Diss. phil. Bonn);
    Die Gottesgeburt, Die Lehre d. Kirchenväter v. d. Geburt Christi im Herzen der Gläubigen, in: Zs f. kath. Theol. 59, 1935, S. 333-418 (Habil.schr. Innsbruck);
    Ignatius v. Loyola, Geistl. Briefe, 1942, 21956;
    Ignatius v. Loyola u. d. geschichtl. Werden seiner Frömmigkeit, 1947, 21949;
    Maria u. d. Kirche, 1951, 21961;
    Ignatius v. Loyola, Briefwechsel mit Frauen, 1956;
    |Die Pfarre, 1956;
    Die Kirche, Gottes Kraft in menschl. Schwäche, 1957;
    Sinn der Gesch., Persönlichkeit u. Gesch., 1960. – Selbstdarst. in: Forscher u. Gel., hg. v. W. E. Böhm u. G. Paehlke, 1966, S. 15 f. – Bibliogr.: Zs. f. kath. Theol. 122, 2000, H. 2, S. 113-56. |

  • Nachlaß

    Nachlaß: Archiv d. Jesuiten-Prov., München.

  • Literatur

    Sentire Ecclesiam, Das Bewußtsein v. d. Kirche als gestaltende Kraft d. Frömmigkeit, FS z. 60. Geb.tag v. H. R., hg. v. J. Danielou u. H. Vorgrimler, 1961 (W, P);
    A. Rosenberg, in: H. J. Schulz (Hg.), Tendenzen d. Theol. im 20. Jh., 1966, S. 447-53;
    E. Sauser, Inkarnation u. Kirche, H. R. u. e. Neuansatz in d. nachkonziliaren Ekklesiologie, in: Trierer Theol. Zs. 78, 1969, H. 2, S. 110-14;
    A. P. Kustermann u. K. H. Neufeld, Gemeinsame Arbeit in brüderl. Liebe, H. u. Karl R., Dok. u. Würdigung ihrer Weggemeinschaft, 1993;
    K. H. Neufeld, Die Brüder R., 1994;
    C. Hoerschelmann, Exilland Schweiz, 1997, S. 387;
    Baden-Württ. Biogrr. II;
    BHdE II;
    BBKL.

  • Autor/in

    Karl H. Neufeld Societas Jesu (Jesuiten)
  • Empfohlene Zitierweise

    Neufeld, Karl H., "Rahner, Hugo" in: Neue Deutsche Biographie 21 (2003), S. 113-114 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118748890.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA