Lebensdaten
1876 bis 1944
Geburtsort
Graz
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Strafrechtler
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 118746596 | OGND | VIAF: 28550122
Namensvarianten
  • Gleispach, Wenzeslaus Karl Maximilian Maria Graf von
  • Gleispach, Wenzeslaus Graf von
  • Gleispach, Wenzeslaus Karl Maximilian Maria Graf von
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Zitierweise

Gleispach, Wenzeslaus Graf von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118746596.html [23.09.2020].

CC0

  • Genealogie

    Aus steiermärk. Adelsgeschl.;
    V Johann (1840–1906), auf Pirkwiesen/Steiermark, k. u. k. WGR, Präs. d. Oberlandesger. f. Steiermark, Kärnten u. Krain, Justizmin. im Kab. Badeni (s. Wurzbach V; ÖBL), S d. Wenzel Aloys (1792–1853), k. k. Hofrat, Statthaltereirat, u. d. Benedetta Gfn. Ciurletti v. Belfonte;
    M Antonia (1844–1927), T d. Ladilas Gf. Batthyány v. Német-Ujvár (1815–81), Majoratsherr, Mitgl. d. Magnatenhauses, u. d. Cölestine Gfn. Festetics v. Tolna;
    Ov Karl Jos. (1811–88), Landeshptm. v. Steiermark 1861-70 (s. ÖBL);
    Tante-v Agnes ( Maximilian Rr. v. Vintschgau, 1832–1913, Prof. d. Physiol. in Innsbruck, s. Wurzbach 51; Pogg. III, IV, VI): Vt Ludwig Gf. Batthyány (* 1860), ungar. Politiker, Gouverneur v. Fiume;
    1) Kronstadt 1903 ( 1939) Marie (* 1876), T d. Adalbert Rosenkranz u. d. Therese N. N., 2) Berlin 1939 Margaretha Michaela Uhthoff-Schelle (* 1898);
    1 T aus 1).

  • Leben

    G. legte die rechts- und staatswissenschaftlichen Studien an den Universitäten Wien und Graz zurück (1898 Dr. iur. Wien). Nach kurzer Tätigkeit im richterlichen Vorbereitungsdienst wurde er in das österreichische Justizministerium einberufen, wo er an den Vorarbeiten zum österreichischen Strafgesetzentwurf beteiligt war. 1902 als Professor des Strafrechts- und Strafprozeßrechts an die Universität Freiburg (Schweiz) berufen, kehrte er schon 1906 nach Österreich zurück, wo er zunächst an der deutschen Universität in Prag und dann als Nachfolger von Heinrich Lammasch 1915-33 an der Universität Wien wirkte. 1933 wegen seiner betont nationalen Haltung vorzeitig pensioniert, ging er nach Berlin, wo er nach kurzer Tätigkeit als Honorarprofessor ab 1934 bis zu seiner Emeritierung 1942 als ordentlicher Professor wirkte.

    G. war wegen seines klaren Vortrages und als ruhiger absolut gerechter Prüfer und nicht zuletzt wegen seines Verständnisses für die Jugend bei den Studenten außerordentlich beliebt. 1923 gründete er ganz im Sinne Franz von Liszts an der Wiener juristischen Fakultät das „Universitätsinstitut für die gesamte Strafrechtswissenschaft und Kriminalistik“ (1934 Universität Institut für Kriminologie). – G.s Bedeutung lag weniger in seinen wissenschaftlichen Publikationen als in seiner einmaligen legislativen Begabung, die er als maßgeblicher Mitarbeiter am österreichischen Strafgesetzentwurf 1910 erstmalig, später vor allem in Zusammenarbeit mit der deutschen Strafrechtskommission und auf internationaler Ebene im Schoß der Commission internationale pénitentiaire et pénale eindrucksvoll unter Beweis stellte.|

  • Auszeichnungen

    1925 korr., 1928 o. Mitgl. d. österr. Ak. d. Wiss.;
    1929/30 Rektor d. Univ. Wien;
    Dr. rer. pol. h. c. (Berlin 1927 u. Wien 1940).

  • Werke

    u. a. Selbständige Monogrr. u. Lehrbücher: Die Veruntreuung an vertretbaren Sachen I (einziger T.), 1905;
    Der österr. Strafprozeß, Neubearb. d. Lehrbuches v. Rulf, 1913;
    Das österr. Strafverfahren, 21924;
    Das Reich in Bereitschaft, Kriegsstrafrecht, 3 T., 1940 ff.;
    Das dt. Strafverfahrensrecht, e. Grundriß, 1943.-Zahlr. Aufsätze in Zss.;
    Artikel in Hdbb. u. Gutachten od. Referate auf Kongressen (103 Veröff. in: Alm. d. Ak. d. Wiss. Wien, s. L).

  • Literatur

    L Dt. Recht, Wiener Ausg., 1944, S. 37;
    L. Adamovich, in: Alm. d. Ak. d. Wiss. in Wien 94, 1946 (W-Verz.);
    ÖBL (W, L).

  • Portraits

    Bronzerelief v. J. Müllner (Wien, Archiv d. Univ.).

  • Autor/in

    Roland Graßberger
  • Empfohlene Zitierweise

    Graßberger, Roland, "Gleispach, Wenzeslaus Graf von" in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 451-452 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118746596.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA