Lebensdaten
1843 - 1920
Geburtsort
New York
Sterbeort
Hamburg
Beruf/Funktion
Eisenbahn- und Verkehrsingenieur ; Ingenieur ; Verkehrsingenieur
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 128328029 | OGND | VIAF: 55196290
Namensvarianten
  • Gleim, Carl Otto
  • Gleim, Otto
  • Gleim, Carl Otto
  • mehr

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Auf der Karte werden im Anfangszustand bereits alle zu der Person lokalisierten Orte eingetragen und bei Überlagerung je nach Zoomstufe zusammengefaßt. Der Schatten des Symbols ist etwas stärker und es kann durch Klick aufgefaltet werden. Jeder Ort bietet bei Klick oder Mouseover einen Infokasten. Über den Ortsnamen kann eine Suche im Datenbestand ausgelöst werden.

Zitierweise

Gleim, Otto, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd128328029.html [03.12.2021].

CC0

  • Genealogie

    V Otto Frdr. (* 1801), Kaufm. in N.Y., S d. Kanzleirats Wilh. Frdr. in Rotenburg/Fulda (aus Bauernfam. in Hessen-Kassel) u. d. Maria Hedwig Schumann;
    M Joh. Louise (* 1819), T d. Kaufm. Gg. Gottlieb Blaß (1790–1860) in H. u. d. Joh. Christiane Elis. Cordes; ledig.

  • Leben

    Zur Ausbildung nach Deutschland geschickt, bestand G. das Abitur am Gymnasium in Göttingen mit Auszeichnung und studierte an der TH Karlsruhe. Zunächst betätigte er sich beim Bahnbau Elm-Gemünden und kam 1868 nach Hamburg als Mitarbeiter beim Bau der ersten Elbbrücke und bei der Hamburg-Harburger Eisenbahn. Nach einer Studienreise in die Vereinigten Staaten 1872/73 war er mehrere Jahre lang Ingenieur bei der Rheinischen Eisenbahngesellschaft in Köln, verzichtete auf die Übernahme in das Beamtenverhältnis und nahm 1882 eine leitende Stellung beim Bau der Neuen Elbbrücke in Hamburg an. Bei der Rückkehr von einer Reise in die Vereinigten Staaten im Auftrage des Vereins Deutscher Ingenieure und des Deutschen Architekten- und Ingenieur-Vereins 1893 fand er seine Stellung anderweitig besetzt vor. Daraufhin ließ er sich 1893 als Zivilingenieur in Hamburg nieder.

    Zahlreiche weitere Studienreisen führten G. mehrfach in die USA (Vertreter der deutschen Ingenieur-Vereinigungen auf der Weltausstellung in Saint Louis 1904) und in fast alle europäischen Länder einschließlich Englands. Viele Bahnverwaltungen und Städte Europas zogen ihn als Sachverständigen und Berater für die Ausgestaltung von Bahnhofs- und Hafenbahnanlagen heran. Die für die damalige Zeit vorbildlichen Hafen- und Bahnanlagen Lübecks sind sein Werk. Die Schweiz beauftragte ihn mit Entwurfsarbeiten für die Umgestaltung der großen Bahnhofsanlagen in Basel, Bern und Zürich sowie für den Umbau der Zürichseebahn. – 1899 erhielt er im Wettbewerb für die Umgestaltung der Bahn- und Bahnhofsanlagen in und bei Stockholm unter 14 Bewerbern den 1. Preis. Weitere Preise fielen ihm zu in Wettbewerben für Christiania (Oslo), Göteborg, Helsingborg und Kopenhagen. Seine Entwürfe kamen jedoch nicht zur Ausführung; dafür erhielt G. aber Aufträge für andere Bahnhofsentwürfe.

    Die Finnische Staatsbahn ließ nach G.s Plänen die Bahnhofsanlagen in Petersburg, Tammerfors, Wiborg, Helsingfors und die Hafenanlagen in Hangö bauen. Für den Entwurf einer Straßenbrücke über die Süderelbe zwischen Hamburg und Harburg erhielt er den 2. Preis und die Bauausführung 1897/99.

    Größte Verdienste erwarb sich G. um Planung und Aufbau des Hamburger Nah- und Vorortsverkehrs. Seine Entwürfe für die Hoch- und Untergrundbahn in Hamburg, die die energische Ablehnung einer geplanten Vollbahn und einer Schwebebahn enthielten, wurden mit geringfügigen Änderungen ausgeführt. Ebenfalls kann er als Schöpfer der Bergedorf-Geesthachter Eisenbahn gelten, deren Vorstand er bis zu seinem Tode angehörte; auch die Vierländer Bahn, die Hamburger Marschbahn, die Langenhorner Bahn und verschiedene Industriebahnen (Hamburg-Billbrook, Wandsbek, Eidelstedt, Schleswig und andere) sind sein Werk. Zusammen mit G. Kemmann beschäftigte er sich mit der Wirtschaftlichkeitsberechnung einer geplanten elektrischen Schnellbahn von Berlin nach Hamburg. – Eine angebotene Professur für Eisenbahnbau hatte er schon früher ausgeschlagen, da er meinte, in der Lehrtätigkeit keine Befriedigung zu finden.|

  • Auszeichnungen

    Dr.-Ing. E. h. (Dresden 1907).

  • Werke

    Weitere W u. a. Entwürfe f. d. Umgestaltung d. Bahnhöfe Mülhausen/Elsaß, Göttingen, Bonn, Pforzheim, Braunschweig, Dortmund, Darmstadt, Herne, Metz, Biel, Gütersloh, Lage, Iserlohn, Schlüchtern, Itzehoe, Flensburg, Huninger Hafen/Elsaß, Straßburg Hafen u. Osnabrück, ferner Gefle, Upsala, Oerebro, Malmö, Lund, Falun, Göteborg, Karlskrona, Astorp u. Arlöf. - Denkschr. „Zur Frage d. Hamburger Vorortsbahnen“, 1894 (mit F. Th. Avé-Lallemant);
    Unters. üb. d. Verhältnisse d. Straßen-Eisenbahn-Ges. in Hamburg, 1913 (mit G. Kemmann);
    Die Hamburger Kleinbahnen, insbes. d. Marschbahn, in: Dt. Bauztg. 54, 1920, S. 37-40, 45 f.

  • Literatur

    VDI-Zs. 64, 1920, Sp. 1063;
    Dt. Bauztg. 54, 1920, S. 443;
    Zbl. d. Bauverwaltung 40, 1920, S. 588;
    K. Weichhold, Nachruf d. Architekten- u. Ingenieur-Ver. zu Hamburg, o. J. (1920/21?) (P);
    DBJ II (Tl. 1920, L).

  • Autor/in

    Carl-Boie Salchow
  • Empfohlene Zitierweise

    Salchow, Carl-Boie, "Gleim, Otto" in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 450-451 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd128328029.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA