Lebensdaten
um 1460 bis 1494
Sterbeort
Nürnberg
Beruf/Funktion
Maler
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 11874111X | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Pleydenwurf, Wilhelm
  • Pleydenwurff, Wilhelm
  • Pleydenwurf, Wilhelm

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Zitierweise

Pleydenwurff, Wilhelm, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd11874111X.html [19.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Hans (s. 1);
    M Barbara N. N.;
    Stief-V (seit 1472/73) Michael Wolgemut (um 1434/37-1519);
    Helena Mülich ( 2] spätestens 1501 Simon Zwölfer, 1518), aus N.;
    1 T Magdalena ( nicht vor 1509).

  • Leben

    P. war beim Tod des Vaters 1472 wahrscheinlich noch unmündig. Daraus erklärt sich der große Einfluß des Stiefvaters Michael Wolgemut, damals der führende Tafelmaler in Nürnberg. 1482/83 wird P. erstmals in Quellen faßbar, jedoch zahlte er erst seit 1490 Steuern.

    Die bezeugten Werke belegen die enge Kooperation mit Wolgemut. 1490 sollte dieser den städtischen „Schönen Brunnen“ auf dem|Nürnberger Hauptmarkt neu bemalen. Die Zahlungen für den bedeutenden Auftrag gingen jedoch im folgenden Jahr nicht an Wolgemut, sondern an P., der demnach die Arbeiten ausgeführt hatte. In den Quellen wird er stets als Maler bezeichnet, jedoch läßt sich nur ein einziges Werk mit seinem Namen verbinden, und zwar ein mit „Wilhelm P.“ bezeichneter, schlecht erhaltener Retabelflügel unbekannter Provenienz (Würzburg, Martin-v.-Wagner-Mus.). Er zeigt auf der Vorderseite einen Verkündigungsengel, auf der Rückseite die Hll. Urban und Wolfgang und verrät enge künstlerische Beziehungen zu Wolgemuts Werkstatt. Andere stilkritische Zuschreibungen (Stange) bleiben sehr unsicher. Die jüngst erfolgte Zuschreibung des Retabels in Leipzig-Stötteritz und verwandter Werke (Anzelewsky) entbehrt vollends der Grundlage.

    Der Beruf des Malers schloß eine Tätigkeit als Buchillustrator nicht aus. Umfang und Bedeutung der gesicherten Aufträge deuten sogar darauf hin, daß hier P.s Arbeitsschwerpunkt lag. Mit Wolgemut zusammen illuminierte er zwei Bücher mit Szenen aus dem Alten und Neuen Testament für Kg. Maximilian (vor 1493, nicht erhalten). Die Holzschnitte für den 1491 bei Anton Koberger in Nürnberg im Druck erschienenen „Schatzbehalter“ des Stephan Fridolin werden ihm und Wolgemut zugeschrieben. Seine wichtigsten Werke aber sind die Entwürfe zur Illustrierung der Schedelschen Weltchronik (Arbeitsbeginn um 1487/88, gedr. 1493 b. Koberger), der am reichsten geschmückten Inkunabel überhaupt, die P. laut erhaltenem Vertrag von 1491 gleichberechtigt mit Michael Wolgemut ausführte. Insgesamt enthält der Druck 495 Holzschnitte, deren Aufteilung auf die beiden Künstler in der Forschung kontrovers beurteilt wird (Überblick üb. d. differierenden Zuweisungen b. Anzelewsky). Eine endgültige Lösung des Problems ist aufgrund der engen Werkstattverflechtungen wohl unmöglich. Die Arbeit an der Weltchronik dürfte P. bis 1493 fast vollständig in Anspruch genommen haben.

  • Werke

    (zugeschriebene Gem.) A. Stange, Krit. Verz. d. dt. Tafelbilder vor Dürer, III, 1978, Nr. 162 ff. (mit älterer L).

  • Literatur

    ADB 26;
    G. Betz, Der Nürnberger Maler Michael Wolgemut (1434–1519) u. seine Werkstatt, Diss. Freiburg (Br.) 1955 (ungedr), bes. S. 103-15, 130-36 u. 146-55 (Qu);
    St. Fridolin, Der Schatzbehalter, Ein Andachts- u. Erbauungsbuch aus d. J. 1491 mit 91 Holzschnitten u. 2 Textseiten in Faks. nach d. Originalausg. v. Anton Koberger, Nürnberg, Text u. Bildbeschreibungen v. R. Bellm, 1962;
    A. Wilson, The Making of the Nürnberg Chronicle, 1976;
    E. Rücker, Hartmann Schedels Weltchronik, Das größte Buchunternehmen d. Dürer-Zeit, 1988;
    P. Zahn, Die Endabrechnung üb. d. Druck d. Schedelschen Weltchronik (1493) v. 22. Juni 1509, Text u. Analyse, in: Gutenberg-Jb. 66, 1991, S. 177-213;
    ders., Hartmann Schedels Weltchronik, Bilanz d. jüngeren Forsch., in: Bibl.forum Bayern 24, 1996, S. 231-48;
    P. Strieder, Tafelmalerei in Nürnberg 1350-1550, 1993, S. 86 u. 219-21;
    F. Anzelewsky, Der Meister d. Stötteritzer Altars u. W. P., in: Anz. d. German. Nat.mus. 1997, S. 7-30;
    ThB;
    Dict. of Art;
    Stadtlex. Nürnberg.

  • Autor/in

    Gerhard Weilandt
  • Empfohlene Zitierweise

    Weilandt, Gerhard, "Pleydenwurff, Wilhelm" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 539 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11874111X.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Pleydenwurf: Wilhelm P., Maler, vermuthlich der Sohn des 1458—1472 in Nürnberg vorkommenden Malers Hans Pleydenwurf, erscheint in den von Chr. G. v. Murr (Journal zur Kunstgeschichte, II. Band, 1776) mitgetheilten Aufzeichnungen in den Jahren 1490, 1492, 1493 und 1494. Im J. 1495 erscheint Helena Pleidenwurffin; Murr folgert daraus, daß Wilhelm 1494 schon gestorben sei. Er wohnte auf der Sebalder Seite. Leider ist die einzige Notiz, die wir von Pleydenwurf's künstlerischer Thäligkeit haben, so, daß man ihm nichts Bestimmtes zutheilen kann. Er arbeitete an Schedel's Weltchronik (1493) mit, wie sich aus den Worten am Schlusse ergibt: „und auch mit anhangung Michael wolgemuetz unnd Wilhelm pleydenwurffs maler daselbst auch mitburger, die diß werck mit figuren wercklich geziert haben“. Was auf Wolgemut und was auf P. zu vertheilen ist, ist noch vollständig unklar.

  • Autor/in

    W. Schmidt.
  • Empfohlene Zitierweise

    Schmidt, Wilhelm, "Pleydenwurff, Wilhelm" in: Allgemeine Deutsche Biographie 26 (1888), S. 288 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd11874111X.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA