Lebensdaten
1895 – 1965
Geburtsort
Hamburg
Sterbeort
Frankfurt-Höchst/Main
Beruf/Funktion
Romanist
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 118740377 | OGND | VIAF: 165849462
Namensvarianten
  • Petriconi, Hellmuth
  • Petriconi, H.

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Zitierweise

Petriconi, Hellmuth, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118740377.html [21.05.2024].

CC0

  • Genealogie

    Fam. stammt aus Italien;
    V Victor Máximo (1871–1916), Plantagenbes. in Peru, S d. Aloysius Dionysius (1820-93), Mitkämpfer Garibaldis, floh 1849 aus Rom nach Peru, leitete dort e. Gymnasium u. erwarb e. Zuckerrohrplantage b. Cuzco, u. d. Manuela Velarde-Alvarez ( 1905), aus Peru;
    M Augusta (1872–1931), T d. Gastwirts Friedrich Wilhelm Rebenstorff in H.;
    Frankfurt/M. 1926 Elisabetha (1899–1970), Dr. med., Kinderärztin in F., T d. Eduard Berchtold (1870–1926) u. d. Anna Regina Geiger (1878–1930);
    1 S Victor (* 1935), Dr. rer. nat., Biologe in Portugal, 1 T Eva Idma (1931–89), Lehrerin.

  • Biographie

    Mit seinen Eltern lebte P. bis zum 1. Weltkrieg zeitweise auf der großväterlichen Plantage in Peru und lernte Spanisch wie seine Muttersprache. Seine humanistische Bildung erwarb er auf dem Johanneum in Hamburg, wo er 1916 das Abitur ablegte. Nach dem Studium der Romanischen Philologie, der Philosophie und der deutschen Literatur in München und Berlin wurde er 1922 in Würzburg mit einer Dissertation über Ricardo Palma, den Verfasser der „Tradiciones peruanas“, promoviert. 1926 folgte in Frankfurt/M. die Habilitation mit einer Schrift über „Die span. Literatur der Gegenwart (seit 1870)“, in der sich P. als scharfsichtiger Literaturkritiker erwies, dessen Urteile später fast ausnahmslos Bestätigung fanden. Diese frühen Studien sowie seine Arbeit über „Spanisch-amerik. Romane der Gegenwart“ (1938, ²1950) erschlossen der deutschen Hispanistik neue Gebiete, die P. durch prägnante Vergleiche v. a. aus der franz. und deutschen Literatur veranschaulichte. Als Gastdozent an der Madrider Zentraluniversität hielt er 1930 auch Vorlesungen zur deutschen Literaturgeschichte.

    1931 wurde P. in Frankfurt/M. zum apl. Professor ernannt und 1932 auf einen Lehrstuhl nach Greifswald berufen, wo er die folgenden acht Jahre ohne größere Anfechtungen überstand, obgleich 1934 ein Disziplinarverfahren wegen Verbreitung liberalistischer Ideen gegen ihn eingeleitet wurde. 1940 übernahm er die kommissarische Leitung des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) in Rom; von 1946 bis zu seiner Emeritierung 1963 war P. als Ordinarius in Hamburg tätig (Dekan 1948/49). In diesen Jahren schrieb er seine grundlegenden motiv- und themengeschichtlichen Werke: „Die verführte Unschuld“ (1953) und „Das Reich des Untergangs“ (1958) sowie Aufsätze über literarische und mythologische Themen wie „Die verlorenen Paradiese“ (1959) und „Die verschmähte Astarte“ (1962), die er bis zu ihren Ursprüngen im Gilgamesch-Epos, in der Bibel und in der Antike zurückverfolgte. Auf diesen komparatistischen Studien, die durch neuartige Einsichten und brillante Formulierungen zu den hervorragenden Beispielen|deutscher geisteswissenschaftlicher Prosa gehören, beruht seine bleibende Bedeutung für die literarische Motiv- und Themenforschung.

    P. begründete mit seinen Hamburger Kollegen das Romanistische Jahrbuch, in dem er auch die meisten seiner späten Aufsätze veröffentlichte. Als akademischer Lehrer übte er besonders durch seine stets frei vorgetragenen Vorlesungen und durch das literarische Gespräch einen nachhaltigen Einfluß aus. Aus seinem frühen Frankfurter Hörerkreis und aus seiner Hamburger Schule gingen zahlreiche Hochschullehrer hervor, u. a. Walter Pabst (1907–92) und Bernhard König (* 1932).|

  • Auszeichnungen

    Korr. Mitgl. d. Real Ac. de Buenas Letras, Barcelona;
    ausw. o. Mitgl. d. Ak. d. Wiss. in Göttingen (1960).

  • Werke

    u. a. Metamorphosen d. Träume, Fünf Beisp. zu e. Lit.gesch. als Themengesch., hg. v. M. Kruse, 1971. – Hg.: Romanist. Jb. 1-16;
    Hamburger Romanist. Studien (mit R. Grossmann).

  • Literatur

    E. Schramm, in: Der Vergleich, Lit.- u. sprachwiss. Interpretationen, FS f. H. P., hg. v. R. Grossmann, W. Pabst u. E. Schramm, 1955, S. 225 f.;
    Aufss. z. Themen- u. Motivgesch., FS f. H. P. v. seinen Hamburger Schülern, 1965 (W-Verz., P);
    R. Grossmann, in: Romanist. Jb. 16, 1965, S. 5 f.;
    M. Kruse, Die Kunst d. lit. Vergleichs, Wandel u. Konstanz im wiss. Werk H. P.s, ebd. 17, 1966, S. 23-46;
    dies., Lit.gesch. als Themengesch., in: Metamorphosen d. Träume (s. W), S. 195-208;
    D. Beyerle, in: Arcadia 2, 1967, S. 103-08;
    W.-H. Friedrich, in: Jb. d. Ak. d. Wiss. in Göttingen 1968, 1969, S. 66-70;
    Espasa-Calpe, in: Enc. universal ilustrada, Apéndice 8, 1933, S. 373 (P).

  • Autor/in

    Margot Kruse
  • Zitierweise

    Kruse, Margot, "Petriconi, Hellmuth" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 266-267 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118740377.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA