Lebensdaten
unbekannt
Beruf/Funktion
Kärntner Adelsgeschlecht
Konfession
katholisch,lutherisch
Normdaten
GND: 118722174 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Khevenhüller-Frankenburg, von
  • Khevenhüller-Metsch, von
  • Khevenhüller-Hochosterwitz, von
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Zitierweise

Khevenhüller, von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118722174.html [12.12.2017].

CC0

  • Leben

    Das Geschlecht ist seit 1396 in Kärnten (Villach) nachweisbar und erwarb 1427 die Veste Aichelberg (Freiherrnstand 1566, Grafenstand 1593/1725, Fürstenstand [primogen] 1763). Zur Familie gehören unter anderem: Sigmund ( 1558), Rat König Ferdinands I. und Vizedom in Kärnten, Stammvater der Kärntner Linie, und dessen Sohn Georg (1533–87, beide lutherisch), seit 1565 Landeshauptmann von Kärnten. Er war an der Erbteilung zwischen Kaiser Maximilian II. und den Erzherzögen Ferdinand und Karl beteiligt. Als Vertrauter Erzherzog Karls, dem er wiederholt große Geldsummen lieh, wurde er 1568 Geheimer Rat und Präsident der innerösterreichischen Hofkammer. 1562 war er Vermittler zwischen dem katholischen Erzherzog Karl und den meist protestantischen Ständen. Er erwarb die Burg Hochosterwitz und baute sie aus. – Bei der Durchführung der Gegenreformation in den habsburgischen Ländern mußten die lutherischen Angehörigen der Familie ihren Besitz in Kärnten verkaufen. Sie wanderten 1629 nach Nürnberg aus, ohne dort jedoch trotz ihres verhältnismäßig großen Vermögens wirklich Fuß fassen zu können; mit dem schwedischen Offizier Paul (1593–1655) zog ein Zweig nach Schweden weiter. Schon nach wenigen Generationen waren alle lutherischen Zweige ausgestorben. – Zu den in den habsburgischen Ländern verbliebenen katholischen Mitgliedern der Familie gehören unter anderem: Georg Augustin (1613–53), kaiserlicher Feldmarschall-Leutnant, Sigmund Friedrich Graf (1666–1742), kaiserlicher Wirklicher Geheimer Rat, Banco-Deputations-Direktor, Statthalter von Niederösterreich, Landeshauptmann von Kärnten, Josef Fürst von K.-Metsch (1706–76, Namensvereinigung nach Heirat der Tochter des letzten Graf von Metsch), 1728 Reichshofrat, 1732 kurböhmischer Reichstagsgesandter, 1734-37 Gesandter in Holland und Dänemark, 1740 in Dresden, 1742 Oberhofmeister und Oberstkämmerer, Oberhofmarschall, Staats- und Konferenzminister, Joseph Franz Xaver Anton Fürst von K.-Metsch (1737–97), 1760 Reichshofrat, 1764 Hofkammerrat, Landeshauptmann von Kärnten, 1774 Präsident der Hofrechnungskammer, 1782 Gouverneur der innerösterreichischen Lande zu Graz, 1791 niederösterreichischer Landmarschall, Sigismund Friedrich Fürst (1732–1801), Gesandter in Portugal und Sardinien, 1775-82 Bevollmächtigter Generalkommissar in Italien, Franz Graf von K.-Metsch (1783–1867), kaiserlicher und königlicher Feldzeugmeister, Großprior des Johanniterordens, Richard Fürst von K.-Metsch (1813–77), kaiserlicher und königlicher Geheimer Rat, Naturforscher, Rudolf Graf von K.-Metsch (1844–1910), österreichischer Gesandter in Belgrad und Brüssel, 1903 Botschafter in Paris (siehe BJ 15; ÖBL).

  • Literatur

    ADB 15;
    D. Fiedler, Gesch. d. Reichsgrafen v. K., 21862;
    B. Czerwenka, Die K., 1867;
    P. Dedic, Kärntner Exulanten d. 17. Jh., in: Carinthia I, 142, 1952, S. 350-63;
    G. Khevenhüller, Das Landskroner Archiv, Österr. Urkk. im Schloß Thurnau in Oberfranken, in: Archiv f. vaterländ. Gesch. u. Topogr. 55, 1959;
    Wurzbach XI;
    Dipl. Vertr. II, III.

  • Autor

    Kurt Peball
  • Familienmitglieder

  • Empfohlene Zitierweise

    Peball, Kurt, "Khevenhüller, von" in: Neue Deutsche Biographie 11 (1977), S. 569 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118722174.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Khevenhüller, ein altes deutsches Adelsgeschlecht, das im 11. Jahrhundert aus Franken nach Kärnthen einwanderte. Den Namen führt es von der Ortschaft Khevenhüll in Mittelfranken. Urkundlich werden die K. genannt in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts, bei Villach begütert und mit den edelsten Familien des Landes verschwägert. Sie heißen seit 1427 "von Khevenhüller zu Aichlberg", erwerben Güter und Bergwerke, dienen als Vicedome, Kammerpräsidenten, Burggrafen und Landeshauptleute, werden 1566 Freiherren, in der einen Linie 1593 Reichsgrafen von Frankenburg, in der anderen 1673 österreichische Grafen, 1725 Reichsgrafen und 1764 Reichsfürsten von Khevenhüller-Metsch. Die Theilung in die zwei Linien erfolgte 1519. Aus der älteren Linie, genannt Khevenhüller-Frankenburg (Oberösterreich) stammen: Hanns K., seit 1581 erster Besitzer von Frankenburg, Kammer und Kogel in Oberösterreich, Gesandter in Spanien, 1606. Bartelme K. (1539—1613), reicher Grundherr, geheimer Rath, Burggraf der Kärnthner Stände, der erste Protestant der Familie. Franz Christoph K. (1588—1650), Katholik, Graf von Frankenburg, 1616—31 Gesandter in Spanien, Obersthofmeister, Verfasser der Annales Ferdinandei (9 Bde. Regensburg und Wien 1640—46, 12 Bde. Leipzig 1721 bis 1726). Sein Bruder Hanns K., 1632, sein Vetter Paul K., 1655, blieben protestantisch, wanderten 1629 aus, dienten im 30jährigen Kriege König Gustav Adolph von Schweden. Die Enkelinnen Hanns Khevenhüller's heiratheten zwei Grafen v. Giech zu Turnau in Obersranken. Ein Enkel Franz Christophs von Khevenhüller-Frankenburg ist Ludwig Andreas K. (1683—1744), s. d. Art. Der letzte männliche Sprosse dieser Linie ist Graf Hugo von Khevenhüller-Frankenburg, geb. 1817. Die Güter in Oberösterreich sind mit Ausnahme von Kammer verkauft. — Aus der jüngeren Linie, seit 1571 genannt Khevenhüller-Hohenosterwitz, stammen Georg K. (1533—87), k. Rath, Kammerpräsident, erster Besitzer von Hohenosterwitz, Protestant. Sein Urenkel Ehrenreich K. wurde 1666 Katholik, 1673 Graf von Khevenhüller-Osterwitz, 1675. Dessen Sohn Sigmund Friedrich K. (1666—1742), Landeshauptmann in Kärnthen, Statthalter in Niederösterreich, geh. Ruth, Kämmerer, seit 1725 Reichsgraf von Hardegg, gründete den Besitz in Niederösterreich mit dem Hauptsitz Ladendorf. 1742 das Fideicommiß. Johann Joseph K. (1706—76). Reichshofrath, Gesandter, Obersthofmeister der Kaiserin Maria Theresia, geh. Rath, Staats- und Conferenzminister, 1728 vermählt mit der Erbtochter des Reichsgrafen von Metsch; nahm deshalb 1751 den Namen Khevenhüller-Metsch an und wurde 1764 für sich und den jedesmaligen Majoratsherrn in den Reichsfürstenstand erhoben. Von ihm stammen die späteren Fürsten und Grafen Khevenhüller-Metsch. Haupt der Familie ist seit 1877 Fürst Karl von Khevenhüller-Metsch, Grundherr in Niederösterreich und Böhmen, erblicher Reichsrath, Grand von Spanien, Magnat in Ungarn. Die Familie hat seit 1568 das Ehrenamt eines Oberststallmeisters in Kärnthen, eines Obersterblandhofmeisters in Niederösterreich. In Kärnthen besitzen die K. nur noch die Herrschaft Hohenosterwitz.

    • Literatur

      Fiedler, Die Reichsfürsten von K. Czerwenka, Die Khevenhüller, 1867. A. Wolf, Aus dem Hofleben Maria Theresia's, 2. Aufl., Wien 1858. Geschichtliche Bilder aus Oesterreich, 2 Bde., 1878, 1880.

  • Autor

    Adam Wolf.
  • Empfohlene Zitierweise

    Wolf, Adam, "Khevenhüller, von" in: Allgemeine Deutsche Biographie 15 (1882), S. 705-706 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118722174.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA