Lebensdaten
1866 bis 1928
Geburtsort
Landshut (Niederbayern)
Beruf/Funktion
Schriftsteller ; Journalist
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 118719491 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Gumppenberg, Hanns Theodor Karl Wilhelm Freiherr von
  • Jodok (Pseudonym)
  • Prof. Tiefbohrer (Pseudonym)
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Zitierweise

Gumppenberg, Hanns Freiherr von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118719491.html [15.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Carl (Ps. Pipin Jocosus, 1833–93), bayer. Oberpostmeister in Bamberg, Vf. postal. Fachschrr., Lepidopterologe (s. W), Dichter u. Erzähler in oberbayer. Mundart (s. ADB 49; Kosch, Lit.-Lex.), S d. Wilhelm (1795–1847), auf Wallenburg, Mitgl. d. Kammer d. Abgeordneten, schrieb belletrist. Arbb. u. lustige Kasperlstücke (Mss. im Schloßarchiv Pöttmes), u. d. Sophie Freiin v. Gumppenberg;
    M Engelberta (1839–1920), T d. Ing.-Geographen Joh. Adolf Sommer u. d. Katharina Friedl; 1) Berlin 1894 Charlotte Donnerstag (1870–95), 2) Wien 1897 Helene (1868–1954), T d. Fabr. Ignaz Bondy u. d. Ottilie Jeitteles (1832–1921), Mitbegr. u. 1879-1909 Leiterin d. Wiener Hausfrauenver. (s. ÖBL unter Bondy);
    1 T aus 1), 1 S, 3 T aus 2).

  • Leben

    G. ging als Dichter und Kritiker unbeirrt durch Mode und Zeitgeist seinen eigenen, oft dornenreichen Weg. Schon als Schüler der Pagerie schrieb er ein viel beachtetes Drama; frühzeitig schloß er sich der geistigen Revolution der nahen Jahrhundertwende an, ohne freilich selbst Naturalist zu werden. Seine tiefer gehende, grüblerische und allem Weltgefühl offene Natur wies ihn in das Reich der Ideen. Menschheitsfragen und Weltanschauung, nicht soziale Probleme oder gar Streitigkeiten des Tages wollte G. gestalten. So kam er über das von kirchlicher Seite stark angegriffene Christusdrama „Der Messias“ (1890) zum Mystizismus und Spiritismus (Das Dritte Testament, 1891, Alles und Nichts, 1894, Der fünfte Prophet, 1895). Als führender Theaterkritiker Münchens 1901-09 war G. in seinem Urteil unerbittlich, aber auch unbestechlich. G.s sprachliche Meisterschaft zeigen vor allem seine vollendeten Übersetzungen nordischer und englischer Dichtungen (Bellmann-Brevier, 1909), seine Haupterfolge erzielte er jedoch als Parodist. Dem Kreis der „Elf Scharfrichter“ angehörig, stellte er Ibsens „Frau vom Meer“ die „Frau von der Isar“ gegenüber. In 3 Bänden „Ueberdramen“ (1902) parodierte er die Literatur seiner Zeit; seine satirische Gedichtsammlung (mit Prosa) „Das Teutsche Dichterroß, in allen Gangarten vorgeritten …“ (1901) erlebte zahlreiche Auflagen. Der frühe Tod seiner dichterisch viel versprechenden Tochter Irmgard (1899–1922) ließ G. in seinen letzten Lebensjahren still und verschlossen werden; seine Hoffnung auf eine Gesamtausgabe seiner Werke hat sich nicht erfüllt.

  • Werke

    Weitere W 35 Dramen, nur 15 veröff., Nachlaß im Bes. d. Stadt München. - Thorwald, 1888;
    Die Minnekönigin, 1894;
    Der erste Hofnarr, 1899;
    Kg. Heinrich I., 1904;
    Kg. Konrad I., 1904;
    Hzg. Philipps Brautfahrt, 1904;
    Die Einzige, 1905;
    Aus meinem lyr. Tagebuch, 1906;
    Schauen u. Sinnen, Gedichte, 1913;
    Philos. u. Okkultismus, 1924;
    Lebenserinnerungen, Aus dem Nachlaß, 1929. - Zu V Carl:
    Systema Geometrarum zonae temporatioris septentrionalis, Systemat. Bearb. d. Spanner d. nördl. gemäßigten Zone, in: Nova Acta Lopoldina 49-65, 1887-96.

  • Literatur

    Soergel I, S. 835-39 (P: Schattenriß v. E. Wilke);
    W. Berger, Poet. Namensgebung b. Ludw. Wilh. Weigand, Jos. Ruederer u. H. v. G., Diss. Graz 1940 (ungedr.);
    J. Nadler, Gesch. d. dt. Lit., 1951, S. 680;
    K. W. v. Wintzingerode, H. v. G.s künstler. Werk, Diss. München 1959;
    Kosch, Lit.-Lex. (W, L);
    DBJ X (Tl. 1928, W, L).

  • Autor/in

    Edgar Krausen
  • Empfohlene Zitierweise

    Krausen, Edgar, "Gumppenberg, Hanns Freiherr von" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 311 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118719491.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA