Dates of Life
1835 bis 1868
Place of birth
Würzburg
Place of death
München
Occupation
Maler
Religious Denomination
katholisch
Authority Data
GND: 118690272 | OGND | VIAF
Alternate Names
  • Geist, August Christian
  • Geist, August
  • Geist, August Christian

Relations

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Genealogical Section (NDB)

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Citation

Geist, August, Index entry in: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118690272.html [20.04.2019].

CC0

  • Genealogy

    V Andreas (1805–60), Landschafts-, Architektur- u. Historienmaler, zeitweise Theatermaler in W., S d. Josef (1769–1817), Maler;
    M Auguste Laura ( 1837), T d. Lackierfabr. Aug. Chr. Spies;
    Groß-Ov Kaspar (1782–1850), Dekorationsmaler in Volkach u. Kitzingen;
    Ov Peter (1816–67), Genremaler, Sebastian (1817–1908), Uhrmacher in W., d. um 1869 drei Uhren mit elektr. Antrieb konstruierte (s. L); ledig.

  • Life

    G. erhielt die erste künstlerische Ausbildung durch seinen Vater. 1853 begab er sich nach München und wurde Schüler von Fritz Bamberger. Studienfahrten in die Umgebung Münchens, nach Franken und in die Rhön fanden künstlerischen Niederschlag in zahlreichen Gemälden und Zeichnungen, in den Rhön-Lithographien und der Radierungsfolge „Burgruinen Unterfrankens“. Ein kurzer Aufenthalt bei Johann Wilhelm Schirmer in Karlsruhe 1859 hatte nachhaltigen Einfluß auf sein Schaffen. Seit 1860 war G. wieder in München tätig. 1865 begann er seine Italienreise. Er arbeitete in Rom, in den Albanerbergen und in Olevano (Casa Baldi). 1867 kehrte er nach München zurück. Ein Lungenleiden setzte seinem Leben ein frühes Ende. – Während die frühen Arbeiten G.s meist topographisch genaue Ansichten von seiner Heimatstadt und deren Umgebung sind, ist der Künstler in seinen späteren, typischen Bildern mit freien Motiven ein Vertreter der spätromantischen Landschaftsmalerei. Die Erkenntnisse der damals neuen realistischen Richtung werden von ihm zwar beachtet, doch bleiben sie immer einem harmonischen Bildbau und der Einheitlichkeit des Stimmungscharakters untergeordnet. Die außerordentlich zahlreichen und sehr reizvollen Zeichnungen und Aquarelle verteilen sich auf alle Schaffensperioden. Die im Süden entstandenen zeigen bei gesteigerter Verräumlichung und Kraft der Linienführung eine neue und großzügigere landschaftliche Konzeption.

  • Works

    u. a. Katzenwickerhof in Würzburg, 1852 (Würzburg, Mainfränk. Mus.);
    Vormittag, Motiv am Starnberger See, 1854 (Würzburg, Slg. Dr. Gfroerer);
    Dt. Landschaft, 1858 (Bamberg, Städt. Kunstslgg.);
    Gegen Abend, Motiv aus der Fränk. Schweiz, 1861 (Würzburg, Mainfränk. Museum);
    Morgen am Starnberger See, 1864 (ebd., Slg. Oberhäusser);
    Brunnen bei Ariccia, 1868 (ebd., Städt. Gal.). Der größte Teil d. frühen Handzeichnungen in München, Stadtmus., Maillinger Slg.;
    Stud.bll. a. d. späteren Schaffensj.: Städt. Gal., Mainfränk. Mus. u. Martin-v.-Wagner-Mus. in Würzburg. - Tagebücher auszugsweise veröff. in: Bamberger Bll. f. fränk. Kunst u. Gesch., Beil. z. Bamberger Volksbl. 6, Juni-Aug. 1929, u. in: „Italien“ Mschr. f. Kultur, Kunst u. Lit. 1, 1928, H. 6 u. 7, 2, 1929, H. 5 u. 6.

  • Literature

    ADB VIII;
    A. Andresen, Die dt. Maler-Radirer d. 19. Jh., 1872;
    F. v. Boetticher, Malerwerke d. 19. Jh., 1891-1901;
    F. Noack. Das Deutschtum in Rom, 1927;
    Herm. Geist, Die Künstlerfam. G.,|in: Fränk. Heimat, Beil. z. Fränk, u. Schweinfurter Volksbl. 65, 1935, S. 69 ff.;
    I. Härth, A. Ch. G., Ein fränk. Landschaftsmaler, 1958 (W, P);
    ThB. - Zu Ov Sebastian: G. Frischholz, in: Dt. Uhrmacher-Ztg. 54, 1930, S. 362-64 (P) u. 455-58.

  • Portraits

    Gem. v. J. Weingartner (München, Privatbes.), Abb. b. Härth, s. L.

  • Author

    Isolde Ragaller-Härth
  • Citation

    Ragaller-Härth, Isolde, "Geist, August" in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 161 f. [online version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118690272.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Life

    Geist: August (Christian) G., Landschaftsmaler, geb. am 15. Oct. 1835 zu Würzburg, erhielt die erste Anleitung von seinem Vater Andreas G., einem trefflichen Thiermaler; besuchte die polytechnische Schule daselbst; siedelte 1853 nach München über, wo er als Schüler von Fritz Bamberger sein schönes Talent so rasch entwickelte, daß er schon nach zwei Jahren als selbständiger Künstler auftrat. 1854 durchzog G. das Rhöngebirge, 1857 Unterfranken, dessen malerische „Burgruinen“ er in einer Sammlung geistreicher Radirungen wiedergab,|welche mit Text von Contzen durch L. Adelmann in Würzburg 1858 herausgegeben wurden. 1859 führten ihn seine Studien in die fränkische Schweiz und nach Karlsruhe zu Meister Schirmer; in den folgenden Jahren durchstreifte er das baierische Hochland; im Herbste 1866 begann er eine größere Reise nach Italien, überwinterte seiner angegriffenen Gesundheit wegen in Rom, von wo er Ende Mai 1867 schwer leidend zurückkehrte; am 15. Decbr. 1868 verhauchte er sein nur der Kunst geweihtes Leben. G. war ein Dichter, der die Natur in ihren tiefsten Stimmungen beleuchtete und, ohne der Wahrheit zu nahe zu treten, mit dem Schönheitsgefühl seiner Linien wiedergab. Bewunderungswerth ist sein Fleiß, womit er nicht nur eine große Zahl von Oelbildern ausführte, sondern auch einen Schatz von Studien sammelte, welche er mit gewissenhaftester Sorgfalt wahrte, selbe chronologisch ordnete und darüber sozusagen Buch hielt. Das meiste davon wurde leider am 20. Mai 1869 in einer Auction versteigert.

    • Literature

      Vgl. Ernst Förster's Nachruf in Beil. 56 Allgem. Ztg. (Augsb.) vom 25. Febr. 1869. Dann Lützow's Kunstchronik 1869, S. 142—44. Andresen, Die deutschen Maler-Radirer des 19. Jahrh., Leipzig 1869, III. 207—21. Regnet, Münchener Künstlerbilder, Leipzig 1871, I. 148—58 und ders. in Lützow's Ztschrft. 1872, S. 197—99. Maillinger, Bilderchronik der Stadt München, 1876, III. Bd. Nr. 1408—1520. S. Portr. gemalt von J. Weingartner 1862.

  • Author

    Hyac. , Holland.
  • Citation

    Holland, Hyacinth, "Geist, August" in: Allgemeine Deutsche Biographie 8 (1878), S. 528-529 [online version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118690272.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA