Lebensdaten
1807 bis 1867
Geburtsort
Nürnberg
Sterbeort
Nürnberg
Beruf/Funktion
Mediziner
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 133659674 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Geist, Lorenz Melchior
  • Geist, Lorenz
  • Geist, Lorenz Melchior
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Quellen(nachweise)

Orte

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Zitierweise

Geist, Lorenz, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd133659674.html [21.04.2019].

CC0

  • Genealogie

    Aus kleinbürgerl. Fam.;
    V Joh. Peter, Siegellackfabr., S d. Siegellackfabr. Gustav Phil. u. d. Clara Regina Zwinger;
    M Barbara, T d. nürnberg. Amtsvogts Andreas Hermann in Lonnerstadt;
    Nürnberg 1836 Margaretha, T d. Uhrmachers Heinr. Baumann in Ansbach;
    1 T.

  • Leben

    Der begabte G., der 1826 die Universität Erlangen bezog, widmete sich zunächst der Philosophie, Mathematik, Philologie und Geschichte und wandte sich dann der Medizin zu. I. Döllinger zog ihn nach München, wo G. für seinen spekulativ philosophischen Geist neue Anregung empfing (Röschlaub, Ringseis). Nach Promotion (1830) und Staatsexamen (1832) trat er 1833 als „Praktikus“ in seiner Vaterstadt auf, der er bis zu seinem Tode die Treue bewahrte. Zum Oberwundarzt am Nürnberger Krankenhaus ernannt, versah er diesen Posten bis 1844 und trat ihn dann gerne an einen befreundeten Kollegen ab. Die Stelle eines Hausarztes am Heilig-Geist-Spital, wo ihm die Betreuung alter Männer und Frauen oblag, entsprach ganz seinem mehr kontemplativen Charakter. Seit 1855 war er Ordinarius der medizinischen Abteilung des städtischen Krankenhauses. – Wegen seiner Neigung zur naturphilosophischen Richtung in der Medizin gewann G. nicht so recht den Anschluß an die neueren Anschauungen eines Rokitansky, Schönlein und Virchow. Seine wissenschaftliche Bedeutung liegt dagegen in seiner Pionierarbeit auf dem Gebiet der Gewerbehygiene und der Krankheiten des Greisenalters. 1847 führte er mit dem Chemiker E. von Bibra den Nachweis, daß die Phosphornekrose des Unterkiefers bei Zündholzarbeitern durch Phosphordämpfe erzeugt wurde und daß kariöse Zähne den Ausgangspunkt für diese typische Gewerbekrankheit bildeten. Für diese Arbeit erhielt er den Monthyonschen Preis der Pariser Akademie der Wissenschaften. Seine reichen Erfahrungen, die er bei den Pfründnern des Heilig-Geist-Spitals machte, verwertete er in seiner „Klinik der Greisenkrankheiten“ (1860), dem ersten Werk über Greisenkrankheiten in Deutschland. 1852 wurde er Gründungsvorsitzender des Nürnberger ärztlichen Lokalvereins, der nach mancherlei Abwandlung noch heute besteht und sich die wissenschaftliche Fortbildung der Nürnberger Ärzte zum Ziel setzt. G. wurde von seinen Zeitgenossen als ein musischer, wissenschaftlich interessierter Arzt eingeschätzt, und seine edle Gesinnung und vorbildliche Kollegialität wurde von seinen Kollegen gerühmt.

  • Werke

    Weitere W De luxatione processus odontoidei, 1830;
    Über d. Krankheiten d. Arbeiter in d. Phosphorzündholzfabriken, 1847 (mit E. v. Bibra);
    Über d. Regeneration d. Unterkiefers nach totaler Nekrose durch Phosphordämpfe, 1852.

  • Literatur

    J. S. Dietz u. J. Cnopf, Zur Gesch. d. ärztl. Standes u. d. Nürnberger Ver.wesens in d. Stadt Nürnberg, 1877;
    G. v. Merkel, 2 Typen bayer. Ärzte um d. Mitte d. 19. Jh., L. M. G. u. J. S. Dietz, in: Münchner Med. Wschr. 1903, H. 1;
    H. Kirste, Der ärztl. Ver. Nürnberg, ebd. 1927, H. 9;
    Lebenserinnerungen v. Dr. Joh. Merkel, 1908 (Ms.);
    BLÄ.

  • Portraits

    Pastellbild v. L. Kreul, 1833 (Nürnberg, Städt. Gal.), Abb. in: Münchner Med. Wschr. (Gal. hervorragender Ärzte u. Naturforscher 385).

  • Autor/in

    Hans Kirste
  • Empfohlene Zitierweise

    Kirste, Hans, "Geist, Lorenz" in: Neue Deutsche Biographie 6 (1964), S. 162 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd133659674.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA