Lebensdaten
1899 bis 1966
Geburtsort
Apolda (Thüringen)
Sterbeort
Freiberg (Sachsen)
Beruf/Funktion
Geophysiker
Konfession
lutherisch
Normdaten
GND: 118580280 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Meisser, Otto

Porträt(nachweise)

Verknüpfungen

Von der Person ausgehende Verknüpfungen

Personen im NDB Artikel

Verknüpfungen zu anderen Personen wurden aus den Registerangaben von NDB und ADB übernommen und durch computerlinguistische Analyse und Identifikation gewonnen. Soweit möglich wird auf Artikel verwiesen, andernfalls auf das Digitalisat.

Orte

Symbole auf der Karte
Marker Geburtsort Geburtsort
Marker Wirkungsort Wirkungsort
Marker Sterbeort Sterbeort
Marker Begräbnisort Begräbnisort

Zitierweise

Meisser, Otto, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd118580280.html [19.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Gotthilf Otto (1866–1924), Postsekr. in A.;
    M Helene Rabe (1879–1926);
    ⚭ Maria N. N. (1896–1967);
    1 S.

  • Leben

    M. wurde 1919 an der Univ. Jena immatrikuliert, wo er Mathematik und Physik studierte und als Schüler des Physikers Max Wien 1923 promovierte. Zu seinen akademischen|Lehrern gehörte auch der Geophysiker Oskar Hecker, der den weiteren Lebensweg M.s stark prägte, indem er ihm an der Reichsanstalt für Erdbebenforschung in Jena den Aufbau einer Abteilung für angewandte Geophysik antrug. Nach seiner Habilitation an der Univ. Jena 1928 mit dem Thema „Beiträge zu einer experimentellen Seismik“ organisierte M. dort 1930 den ersten Kurs für Angewandte Geophysik in Deutschland, an dem sich Fachleute aus Europa, den USA und Japan beteiligten. 1928 wurde M. Privatdozent, 1935 ao. Professor und 1939 apl. Professor an der Univ. Jena. 1940 folgte er einem Ruf an die Bergakademie Freiberg und übernahm das Direktorat des dort 1940 gegründeten ersten deutschen Instituts für Angewandte Geophysik, das er bis 1945 und erneut seit 1951/52 bis zu seiner Emeritierung 1965 leitete. 1955-57 wirkte er zugleich als Rektor der Bergakademie, deren Entwicklung als montanistisches Zentrum der DDR er intensiv förderte. M.s geophysikalische Arbeiten wurden nunmehr stark vom montanistischen Profil dieser traditionsreichen Hochschule geprägt. Sein Lehrbuch „Praktische Geophysik“ (1943) wurde nach dem Krieg ein Standardwerk für Geophysiker und sprach auch Vertreter anderer geo- und montanwissenschaftlicher sowie bautechnischer Disziplinen an. Nach Kriegsende war M. zunächst im Technischen Büro Freiberg der Sowjet. Militärverwaltung tätig und ging 1947 für drei Jahre nach Jugoslawien als Berater des dortigen Bergbauministeriums. Nach kurzer freiberuflicher Tätigkeit in Göttingen wurde M. erneut an die Bergakademie berufen. Er baute in der Folgezeit sein Institut zu einer der leistungsfähigsten Hochschuleinrichtungen der Angewandten Geophysik aus. M.s wissenschaftliche Arbeiten umfassen ein breites Spektrum. Vor dem Kriege waren es in erster Linie Beiträge zur Theorie, Konstruktion und dem Einsatz relativer Pendelmessungen, Drehwaagen und statischen Schweremessern sowie zur instrumentellen Seismik und zur Ausbreitung des Luftschalls. Nach dem Kriege verlagerte M. seine Arbeiten stärker auf die komplexe Anwendung geophysikalischer Verfahren in der Prospektions-, Bergbau- und Ingenieursgeophysik. Unter seiner unmittelbaren Mitwirkung und Anleitung entstanden zahlreiche Monographien, die das bis zu diesem Zeitpunkt vorhandene geophysikalische Wissen zusammenfaßten und darauf aufbauend neue experimentelle und theoretische Lösungen auf den Gebieten der Bergbau-Gravimetrie, Magneto-Tellurik, Erschütterungsmeßtechnik und Vibrationsseismik, Gebirgsmechanik, Geodynamik und Geothermie vorschlugen.|

  • Auszeichnungen

    Mitgl. Dt. Ak. d. Wiss. Berlin (1957); mehrere Auszeichnungen d. DDR.

  • Werke

    Weitere W u. a. Dekrementbestimmung, bes. v. stark gedämpften Kreisen mittels Stoßerregung u. Einfunkenmethode, in: Jb. f. drahtlose Telegr. u. Telefonie 22, 1923, S. 217-29 (Diss.);
    Btrr. zu e. experimentellen Seismik, 1929;
    Irdische Schwere, in: F. Auerbach u. W. Hort (Hrsg.), Techn. u. physikal. Mechanik starrer Systeme z. Gebrauch f. Ingenieure, Physiker u. Mathematiker, T. 2, 1930, S. 148-81 (mit O. Hecker);
    Luftseismik, in: W. Wien u. F. Harms (Hrsg.), Hdb. d. Experimentalphysik 25, T. 3, 1930, S. 211-51;
    Theorie d. Erdbebenwellen, ebd. 25, T. 2, 1931, S. 441-63;
    Instrumente d. gravimetr. Aufschlußmethoden, in: B. Gutenberg (Hrsg.), Hdb. d. Geophysik VI, 1931, S. 236-312;
    Derzeitiger Stand u. einige Aufgaben d. Angewandten Geophysik, in: Freiberger Forschungs-H. C 3, 1952, S. 66-81;
    Neue geophysikal. Meßtechnik in situ f. Talsperren, ebd. C 176, 1964, S. 57-74 (mit H. Militzer u. H.-G. Thon);
    Geophysikal. vertikale u. horizontale sehr genaue relative Messungen, in: Acta Geod. Geoph. et Montan. Acad. Scient. Hung. 1, 1966, S. 241-55.

  • Literatur

    Freiberger Forschungshefte C 356, 1980, S. 75-88 (W-Verz., P);
    Pogg. VI, VII.

  • Autor/in

    Gottfried Porstendorfer
  • Empfohlene Zitierweise

    Porstendorfer, Gottfried, "Meisser, Otto" in: Neue Deutsche Biographie 16 (1990), S. 690 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd118580280.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA