Lebensdaten
1861 bis 1916
Geburtsort
Rhein bei Lötzen (Ostpreußen)
Sterbeort
München
Beruf/Funktion
Zoologe
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 117526118 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Hofer, Bruno
  • Hofer, Franz Bruno

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Zitierweise

Hofer, Bruno, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117526118.html [19.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Ferdinand ( 1861), Kaufm., Lehrer;
    M Amalie (1840–1909), T d. Joh. Stich in Gumbinnen u. d. Johanna Grimm;
    1891 Gertrud (1865–1942), T d. Pfarrers Karl Schieritz in Muldzan/Ostpreußen u. d. Adele Freiin v. Lincker u. Lützenwick;
    1 S, 2 T.

  • Leben

    H. studierte in Königsberg Naturwissenschaften, besonders Zoologie. Der Promotion an der Universität München bei R. Hertwig (1887) folgten Assistentenjahre am Zoologischen Institut und 1889 die Habilitation. 1894 wurde er Kustos an der Zoologischen Sammlung des Staates, und 1896 ging er als Privatdozent an die Tierärztliche Hochschule in München über, wo er seit 1898 als außerordentlicher und seit 1904 als ordentlicher Professor Zoologie und Fischkunde vertrat.

    H. ist als Begründer der Fischpathologie anzusprechen. Auf seine Bestrebungen hin wurde 1897 in München vom Deutschen Fischereiverein eine Station zur Erforschung von Fischkrankheiten eingerichtet, die schnell zentrale Bedeutung errang. Sie wurde 1900 als „Bayerische Biologische Versuchsstation für Fischerei“ zur Staatsanstalt erhoben und in der Tierärztlichen Hochschule untergebracht. Die hier durchgeführten Untersuchungen hat H. in seinem „Handbuch der Fischkrankheiten“ (1904, 21906) zusammenfassend dargestellt. In zunehmendem Umfange folgten Arbeiten über Fischschädigungen und Fischsterben infolge von Gewässerverunreinigungen, Korrektionen und Regulierungen. Diese machten systematische Wasser- und Abwasseruntersuchungen notwendig, wobei in Ergänzung der üblichen chemischen Wasseruntersuchung die „biologische Methode“ eingeführt wurde. Einer der gesuchtesten|Gutachter für Behörden und Gerichte, arbeitete H. maßgeblich am Bayerischen Wasser- und Fischereigesetz (1907/08) mit. Neue Möglichkeiten für die Fischzucht sah er in der praktischen Verwertung häuslicher Abwässer und wirkte bahnbrechend durch den Bau von „Abwasserfischteichanlagen“. Unter seiner Leitung wurde die erste Anlage in Straßburg errichtet, weitere folgten in Kutzenberg, Taufkirchen, Puchheim, Treuchtlingen, Amberg. Die größte Anlage dieser Art entstand 1926/29 bei München. Der nächste Schritt war die mineralische Düngung von Teichen. 1912 wurde die “Bayerische Teichwirtschaftliche Versuchsstation“ in Wielenbach/Obb. gegründet (seit 1918 zusätzlich „Hofer-Institut“). Doch nur über die ersten Erfolge seiner „stickstofflosen Teichdüngung“ hat H. noch selbst berichtet. Weitere Pläne und Versuche zu Teichdüngung, Fischernährung, Teichbesatz, Züchtungs- und Vererbungsfragen wurden durch seinen frühen Tod unterbrochen.

  • Werke

    Weitere W u. a. W-Verz. in: Bayer. Agrar-Bibliogr., bearb. v. H. Haushofer u. S. Riedmüller, 1954;
    G. Brunner u. S. Riedmüller, in: Biologisch Denken u. Handeln, hrsg. v. H. Liebmann, 1963. -
    Über d. Vorgänge d. Selbstreinigung im Wasser, in: Münchner Med. Wschr. 52, 1905;
    Über d. Verhalten d. niederen Organismen b. d. Wasserverunreinigung u. s. Selbstreinigung, in: Verhh. d. XIV. Internat. Kongresses f. Hygiene u. Demogr., 1907;
    Die Maßnahmen z. Reinhaltung d. Gewässer in Bayern, in: Allg. Fischerei-Ztg. 33, 1908;
    Die Wielenbacher Methode d. stickstofflosen Teichdüngung, ebd. 41, 1916;
    Die Süßwasserfische v. Mitteleuropa I u. II, 1908/09 (mit W. Grote u. C. Vogt);
    Reinigung v. Abwässern durch Fischteiche, in: Gesundheits-Ing. 32, 1909. -
    Hrsg. (seit 1891): Allg. Fischerei-Ztg.

  • Literatur

    Allg. Fischerei-Ztg. 41, 1916, Nr. 14 u. 15 (Sonderh.) (mit Btrr. v. A. L. Buschkiel, M. Plehn, H. N. Maier, Büttner, R. Wohlgemuth; P);
    H. Liebmann u. G. Keiz, 50 J. Teichwirtsch. Abt. Wielenbach d. Bayer. Biolog. Versuchsanstalt, ebd. 90, 1965, Beil. z. H. 18 (P);
    G. Heuschmann-Brunner, ebd. 91, 1966 (P);
    K. Smolian, in: Fischerei-Ztg. Neudamm 19, 1916;
    H. Fischer, Prof. H. u. s. Verdienste um d. Teichmelioration, ebd.;
    A. L. Buschkiel, in: Fischerbote 8, 1916;
    E. Neresheimer, in: Österr. Fischerei-Ztg. 13, 1916;
    G. Surbeck, in: Schweizer. Fischerei-Ztg. 24, 1916;
    R. B. Goldschmidt, Erlebnisse u. Begegnungen, 1959;
    DBJ I (Tl., L).

  • Autor/in

    Sophia Riedmüller
  • Empfohlene Zitierweise

    Riedmüller, Sophia, "Hofer, Bruno" in: Neue Deutsche Biographie 9 (1972), S. 379 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117526118.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA