Lebensdaten
1832 bis 1899
Geburtsort
Ofen (Budapest)
Sterbeort
Wien
Beruf/Funktion
Arzt ; Laryngologe
Konfession
jüdisch
Normdaten
GND: 117265977 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Stoerk, Carl
  • Störk, Karl
  • Stoerk, Karl
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Zitierweise

Stoerk, Karl, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117265977.html [22.05.2019].

CC0

  • Genealogie

    Aus ungar. jüd. Fam.;
    V Sámuel, Dr. med., prakt. Arzt, Kurarzt in O., Vf. e. „Beschreibung d. Ofener Mineral-Quellen z. Gebrauch u. Anltg. f. Kurgäste“ (1866);
    M Cäcilie Leier;
    B Felix (s. 2);
    1868 Bertha, T d. Friedrich Rr. v. Wiener (1817–87, österr. Rr. 1873), Dr. iur., Pol., Jur., Mitgl. d. Abg.hauses d. österr. Reichsrats u. d. böhm. LT, Präs. d. Advocaten-Kammer in Prag (s. Wurzbach; Biogr. Judaica Bohemiae);
    3 S u. a. Oskar (1870–1926), 1909 ao. Prof. d. Anatomie in W., Leiter d. Inst. f. Histol. u. Bakteriol. sowie 1912 d. Prosektur d. Franz-Joseph-Spitals Wien, 1915 tit. o. Prof. (s. Fischer; Hdb. österr. Autoren jüd. Herkunft; ÖBL), Erich, Dr. med., Vf. v. „Zur Klinik d. Lymphatismus u. a. Konstitutionsanomalien“, 1913, 2 T Else (1869–1945, 1] Hugo Traumann, 1859–92, aus Schwetzingen, 2] Julius Landesberger v. Antburg, 1865–1920, österr. Adel, aus Lemberg, Dr. iur., Hof- u. Ger.advokat, Prof. f. Pol. Ökonomie an d. Univ. Wien), zuletzt in Tel Aviv, Adele (1872–1933, ⚭ Siegfried Landesberger, 1921, Dr., Bankier);
    E Hedwig (Hedi) v. Landesberger (1908–74, Sir Alexander Francis Morley, 1908–71, brit. Dipl., Hochkommissar in Ceylon); Verwandter Herbert Carl (1908–78), Pathol., emigrierte in d. USA (s. Hdb. österr. Autoren jüd. Herkunft).

  • Leben

    Nach dem Besuch des Gymnasiums studierte S. seit 1850 Medizin in Pest, seit 1851 in Wien. 1858 erfolgte seine Promotion zum Dr. med., 1862 zum Dr. chir. und Mag. obstet. 1859–67 arbeitete er im Allgemeinen Krankenhaus Wien als Sekundararzt bei Ludwig Türck (1810–68), Leopold v. Dittel (1815–98) und Karl Sigmund (1810–83). Gemeinsam mit Türck, einem Wegbereiter der Laryngologie in Österreich, erforschte er die Einsatzmöglichkeit des Laryngoskops; 1858 hielt S. einen Vortrag vor der Gesellschaft der Ärzte in Wien, wo er als Erster die Nutzung des Laryngoskops zu therapeutischen Zwecken darlegte. S., der bereits 1859 als Sekundararzt seine Lehrtätigkeit begonnen hatte, habilitierte sich 1864 als erster Privatdozent für „Laryngo- und Rhinoscopie und Krankheiten des Kehlkopfes, der Luftröhre und des Rachens“. Seit 1875 als unbesoldeter ao. Professor tätig, wirkte S. 1891–99 als Nachfolger von Leopold Schrötter v. Kristelli (1837–1908) als Leiter der Universitätsklinik für Laryngologie (1894 o. Prof.).

    Gemeinsam mit Schrötter und Johann Schnitzler (1835–93) machte S. Wien zu einem Zentrum der laryngologischen Forschung. Er erfand zahlreiche Instrumente sowie Untersuchungs- und Operationsbehelfe für den Kehlkopf und war einer der Pioniere der Ösophagoskopie (Speiseröhrenspiegelung). S. wollte den Kehlkopf nicht nur untersuchen, sondern, für die damalige Zeit revolutionär, auch therapieren und wurde zu einem der ersten erfolgreichen Kehlkopfoperateure. Bereits 1869 hielt S. unter Verweis auf 30 von ihm entwickelte Kehlkopfinstrumente (darunter der „Stoerk’sche Griff“) fest, daß „Wien der Hauptbezugsplatz für laryngologische Instrumente“ geworden sei. Er gründete 1895 die „Wiener Laryngologische Gesellschaft“, deren Präsident er bis zu seinem Tod war. 1876–80 veröffentlichte S. „Klinik der Kehlkopfkrankheiten“ (2 Bde.) als erstes Standardwerk seines Faches. 1895–97 publizierte er „Die Erkrankungen der Nase, des Rachens, des Kehlkopfes und der Luftröhre“ (2 Bde., erschienen als Bd. 13 d. Hdb. d. Speciellen Pathologie u. Therapie, hg. v. H. Nothnagel, russ. 1897). Er verfaßte zahlreiche Beiträge insbes. für Wiener med. Fachzeitschriften, „Virchows Archiv“ und „Fraenkel’s Archiv für Laryngologie“. Besondere Beachtung fanden S.s Artikel über „Die Untersuchung des Ösophagus mit dem Kehlkopfspiegel“ (in: Wiener Med. Wschr. 31, 1881, S. 209–12, 706 f., 856–61) und „Die Untersuchung der Speiseröhre“ (1896). Als „Stoerksche Blennorrhoe“ bezeichnet man die von S. erkannte Zusammengehörigkeit von Veränderungen, die in Nase, Rachen und Kehlkopf auftreten. Aufgrund seiner großen Reputation als Wissenschaftler und Universitätslehrer kamen zahlreiche Studierende aus der ganzen Welt an seine Klinik. Zu seinen Schülern und Assistenten zählten Georg Juffinger (1853–1913), Przemysław Pieniążek (1850–1916), Felix Semon (1849–1921), Hermann Artur Thost (1854–1937), Paul Heymann, Anton Jurasz, Daniel Kaufmann und Theodor Heryng (1847–1925). Neben seiner Klinik betrieb S. eine Privatpraxis in Wien, in der er u. a. die Stimmorgane berühmter Sängerinnen und Sänger behandelte.

  • Auszeichnungen

    A Ehrenmitgl. d. Laryngolog. Ges. in New York u. London; Mitgl. d. Soc. française d`otologie et de laryngologie; korr. Mitgl. d. Ges. f. Natur- u. Heilkde. Dresden; Mitgl. d. Leopoldina (1888) u. d. Ges. d. Ärzte in Wien; russ. St. Annen-Orden; Fortschrittsmedaille d. Wiener Weltausst. (1873).

  • Werke

    Zur Laryngoskopie, Über Erkrankungen d. Kehlkopfes u. d. operative Heilverfahren b. demselben, 1859;
    Btrr. z. Heilung d. Parenchym- u. Cystenkropfes, 1874;
    Ein neuer Athmungs-Apparat, 1874;
    Mitt. über Asthma Bronchiale u. d. mechan. Lungenbehandlung, 1875;
    Sprechen u. Singen, Zwei populäre Vortr., 1881.

  • Literatur

    British Medical Journal 2, 1899, S. 816 f.;
    F. Semon, in: Internat. Cbl. f. Laryngol., Rhinol. u. verwandte Wiss. 15, 1899, S. 489–97 (W-Verz.);
    O. Chiari, in: Wiener Klin. Wschr. 12, 1899, S. 954 f. (W-Verz.);
    ders., in: Mschr. f. Ohrenheilkde. 33, 1899, S. 523–27 (W-Verz.);
    H. Petry, Personalbibliogrr. v. Professoren u. Dozenten d. Inneren Med. an d. Univ. Wien 1850–1925, 1972, S. 127–33 (W-Verz.);
    E. Lesky, Die Wiener Med. Schule im 19. Jh., 21978, S. 406–14;
    dies., Meilensteine d. Wiener Med., Große Ärzte Österr.s in drei Jhh., 1981, S. 130 f.;
    E. H. Majer u. M. Skopec, Zur Gesch. d. Oto-Rhino-Laryngol. in Österr., 21998, S. 68–74, 137 (P);
    H. Gröger, Die Entwicklung d. Endoskopie in d. Wiener Schule d. Laryngol., in: Meilensteine d. Endoskopie, hg. v. d. Internat. Nitze-Leiter-Forsch.ges. f. Endoskopie, 2000, S. 34–42;
    ders., Zur Gesch. d. Ösophagoskopie, Die Wiener Entwicklung u. ihr Einfluss im 19. Jh., in: Wiens Rolle in d. Gesch. d. Gastroenterol., hg. v. ders., 2002, S. 45–62;
    Wurzbach;
    BLÄ;
    BJ V, S. 429–33 u. Tl.;
    Pagel (P);
    Hist. Lex. Wien (W-Verz.);
    Hdb. österr. Autoren jüd. Herkunft;
    ÖBL.

  • Quellen

    Med. Univ. Wien, Inst. f. Gesch. d. Med., Hss.slg.; Österr. Nat.bibl.; Univ. Graz, Archiv; Univ. Wien, Bibl. u. Archiv; Wiener Stadt- u. Landesarchiv.

  • Portraits

    Marmorbüste v. J. Benk, 1907 (Wien, Arkadenhof d. Univ.);
    Photogrr. (Wien, Bibl. u. Archiv d. Univ.;
    ebd., Med. Univ., Bildarchiv, u. Österr. Nat.bibl., Porträtslg.).

  • Autor/in

    Bruno Bauer
  • Empfohlene Zitierweise

    Bauer, Bruno, "Stoerk, Karl" in: Neue Deutsche Biographie 25 (2013), S. 394-395 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117265977.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA