Lebensdaten
1849 bis 1921
Geburtsort
Danzig
Sterbeort
Rignalls, Great Missenden (Buckinghamshire, England)
Beruf/Funktion
Mediziner ; Laryngologe
Konfession
jüdisch
Normdaten
GND: 117469858 | OGND | VIAF: 15547256
Namensvarianten
  • Semon, Felix (bis 1897)
  • Semon, Sir Felix
  • Semon, Felix (bis 1897)
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Zitierweise

Semon, Sir Felix, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd117469858.html [23.09.2020].

CC0

  • Genealogie

    Aus jüd. Fam. in D.;
    V Simon Joseph, Börsenmakler in Berlin;
    M Henrietta Aschenheim;
    Ov Charles (1814–77, 1] N. N. Pick, aus Hamburg, 2] Angela Bresselau v. Bressensdorf, 1833–87, aus Augsburg, T d. Felix Bresselau v. Bressensdorf, 1798–1848, bayer. Oberlt., Forstmeister), aus D., Baumwollhändler in Bradford (Yorkshire), dann in London, Teilh. d. Bank Heine, Semon Co, zuletzt wieder in Bradford, 1864 Bgm. ebd., Friedensrichter d. Gfsch. Yorkshire, 1872–74 Präs. d. Bradford Mechanic's Inst., Mäzen u. Stifter (s. Altpreuß. Biogr. V/2);
    B Richard (s. 2);
    Schw Anna (1854–1906);
    1879 Augusta Louise Dorette, aus Cloppenburg, T d. Heinrich Redeker, Möbelgroßhändler;
    3 S u. a. Henry Charles (* 1881), M. A., M. D., studierte in Oxford, London, Freiburg (Br.) u. Wien, Dermatol. am Univ. College Hospital, Mitgl. d. Royal Colleges of Physicians u. d. Royal Soc. of Medicine (s. The Medical Who's Who 1914; W).

  • Leben

    S. studierte Medizin in Heidelberg und Berlin, wo er, nach Kriegsdienst im Dt.-franz. Krieg (1870/71), 1873 promoviert wurde. Er legte ein Jahr später das med. Staatsexamen ab und ging zur weiteren fachlichen Qualifizierung nach Wien, Paris und London. Da er wegen seiner jüd. Herkunft keine Aussicht auf eine Universitätslaufbahn hatte, ließ er sich auf Empfehlung von Sir Morell Mackenzie (1837–92) 1874 in London nieder und wurde 1875 Arzt am Golden Square Throat Hospital sowie 1882 Arzt für Halskrankheiten am St. Thomas's Hospital. 1887–1911 war er am National Hospital for Epilepsy and Paralysis, ebenfalls in London, tätig. Kg. Edward VII. ernannte S. 1901 zu seinem Leibarzt. Im Ruhestand reiste S. und schrieb an seiner Autobiographie. S. war 1893 einer der Gründer der Londoner laryngologischen Gesellschaft (Präs. 1894–96).

    Von S.s wiss. Arbeiten sind insbesondere seine Beiträge zur Physiologie und Pathologie der Kehlkopfnerven zu nennen, die er teilweise mit Sir Victor Horsley (1857–1916) experimentell bearbeitete. Mit Horsley erkannte er die motorische Innervation des Larynx (1889/90). Unabhängig von Ottomar Rosenbach (1851–1907) fand er 1881, daß die erweiternden Fasern des Nervus recurrens einer größeren Vulnerabilität unterliegen als die verengenden (Semon-Rosenbachsches Gesetz). Grundlegend waren schließlich auch S.s Arbeiten zur Schilddrüse sowie über die malignen Krankheiten des Kehlkopfes. Außer der von ihm besorgten dt. Ausgabe von Mackenzies „Diseases of the throat and nose“ (Die Krankheiten des Halses und der Nase, 1894) verfaßte er zahlreiche Bücher, Zeitschriften- und Handbuchbeiträge. S. gilt neben Sir Morell Mackenzie, Sir Henry Trentham Butlin (1843–1912) und Sir Patrick H. Watson (1832–1907) als bedeutender Vertreter der engl. Oto-Laryngologie.

  • Auszeichnungen

    Mitgl. d. Royal College of Physicians (1876, Fellow 1885);
    preuß. Roter Adlerorden 3. Kl. (1889);
    preuß. Tit.-Prof. (1894);
    Commander of the Royal Victorian Order (1902), Knight Commander (1905);
    Präs. d. Sektion Laryngol. d. British Medical Association (1894–96);
    Semon Lectureship d. Univ. of London.

  • Werke

    Die Frage d. Überganges gutartiger Kehlkopfgeschwülste in bösartige, 1889;
    A lecture on nasal reflex-neuroses, 1900;
    Some thoughts on the principles of local treatment in diseases of the upper air passages, 1902;
    English and German Medical Education, A Parallel, 1907;
    Forschungen u. Erfahrungen 1880–1912, 1912;
    Hg.:
    Internat. Cbl. f. Laryngol. u. Rhinol., 1884–1909;
    Autobiogr.:
    The autobiography of Sir F. S., hg. v. Henry C. Semon u. T. A. McIntyre, 1926.

  • Literatur

    P. McBride, F. S., his work and its influence on laryngology, 1913;
    D. F. N. Harrison, F. S. a Victorian laryngolist, 2000 (P);
    Fischer;
    Altpreuß. Biogr. II;
    Kreuter, Neurologen;
    Oxford DNB (P).

  • Portraits

    P Ölgem. v. H. v. Herkomer, 1906 (London, Royal Soc. of Medicine);
    Farblith. v. L. Ward, 1902 (Wellcome Inst. London).

  • Empfohlene Zitierweise

    Hoßfeld, Uwe, "Semon, Sir Felix" in: Neue Deutsche Biographie 24 (2010), S. 241 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117469858.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA