Lebensdaten
1870 bis 1911
Geburtsort
Tübingen
Sterbeort
Rostock
Beruf/Funktion
Sinnesphysiologe
Konfession
keine Angabe
Normdaten
GND: 116880309 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Nagel, W.
  • Nagel, W.A.
  • Nagel, Wilibald
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Zitierweise

Nagel, Willibald, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd116880309.html [17.08.2017].

CC0

Nagel, Willibald

Sinnesphysiologe, * 19.6.1870 Tübingen, 13. oder 14.1.1911 Rostock.

  • Genealogie

    V Albrecht (1833–95), Prof. d. Ophthalmologie in T. (s. ADB 52; BLÄ; Altpreuß. Biogr. II), S d. Heinrich Ferdinand, Dir. d. Petrischule in Danzig, u. d. Emilie Albrecht; M N. N.

  • Leben

    Nach Absolvierung sowohl des naturwissenschaftlichen wie auch des medizinischen Studiums wurde N. 1892 zum Dr. rer. nat., 1893 zum Dr. med. promoviert. 1895 habilitierte er sich als Assistent des Physiologen Johannes Adolf v. Kries in Freiburg (Breisgau). 1902 wurde N. zum ao. Professor nach Berlin berufen, wo er am Physiologischen Institut die Leitung der Sinnesphysiologischen Abteilung übernahm. 1908 erhielt er den Lehrstuhl für Physiologie in Rostock. Nach langer Krankheit starb N. drei Jahre später im Alter von 40 Jahren.

    N.s Hauptarbeitsgebiete waren die physiologische Optik, die Physiologie des Geruchsbzw. Geschmackssinns, die Erforschung der Lage- und Bewegungsempfindungen, die Physiologie der Stimmwerkzeuge sowie der männlichen Geschlechtsorgane. Weitere Forschungsschwerpunkte waren die Sinnesphysiologie der Insekten und verschiedene Phänomene der Farbenblindheit. N.s Bedeutung für das Fachgebiet Sinnesphysiologie liegt besonders in der Neuentwicklung von augenheilkundlichen Apparaten und Hilfsmitteln. So konstruierte er ein Adaptometer zur Messung der Dunkeladaption der Augen und ein Anomaloskop, den sog. „Nagel-Vierling“, für die Untersuchung der Farbenblindheit. Ferner entwickelte er die „Nageischen Farbtäfelchen zur Prüfung des Farbensinnes. Bleibende Verdienste erwarb sich N. auch durch die Herausgabe des weitverbreiteten fünfbändigen „Handbuchs der Physiologie des Menschen“ (5 Bde., 1904–10) und die Mitherausgabe der „Zeitschrift für Psychologie und Physiologie der Sinnesorgane“.

  • Werke

    u. a. Die niederen Sinne d. Insekten, 1892; Vergleichend physiolog. u. anatom. Unterss. üb. d. Geruchs- u. Geschmackssinn u. ihre Organe, 1894; Der Lichtsinn augenloser Tiere, Eine biolog. Stud., 1896; Tafeln z. Diagnose d. Farbenblindheit, 1898; Die Diagnose d. praktisch wichtigen angeborenen Störungen d. Farbensinnes, 1899; Der Farbensinn d. Tiere, Vortrag, 1901; – Mithrsg.: Zs. f. Psychol. u. Physiol. d. Sinnesorgane, Einf. in d. Kenntnis d. Farbensinnstörungen u. ihre Diagnose, 1908; Hdb. d. physiolog. Optik, 1909-11 (mit H. v. Helmholtz, J. A. v. Kries, A. Gullstrand).

  • Literatur

    Fischer; BJ 16, Tl.

  • Autor

    Werner Gerabek
  • Empfohlene Zitierweise

    Gerabek, Werner E., "Nagel, Willibald" in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 712 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd116880309.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

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