Lebensdaten
1789 bis 1826
Geburtsort
Magdeburg
Sterbeort
Karlsruhe
Beruf/Funktion
Komponist
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116473843 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Fesca, Friedrich Ernst
  • Fesca, F. E.
  • Fesca, Friedrich
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Zitierweise

Fesca, Friedrich, Indexeintrag in: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd116473843.html [28.09.2016].

CC0

Fesca, Friedrich Ernst

Komponist und Geigenvirtuose, * 15.2.1789 Magdeburg, 24.5.1826 Karlsruhe. (evangelisch)

  • Genealogie

    V Joh. Peter Aug., Magistratsobersekretär; M Marianne Podleska, aus Böhmen, Schülerin J. A. Hillers u. ehem. Kammersängerin d. Hzgn. v. Kurland; Kassel 1812 Maria Marg. Charl., T d. Hofhornisten Dingelstedt; 5 S, 2 T, u. a. Alexander Ernst (1820–49), Pianist (s. ADB VI).

  • Leben

    Im Violinspiel zunächst Schüler seines Vaters, später des Magdeburger Konzertmeisters Lohse, trat F. bereits mit 11 Jahren als Konzertspieler in Magdeburg auf. Seine theoretische Ausbildung erhielt er durch J. F. Zachariae und F. A. Pitterlin, der wohl am nachhaltigsten auf F.s künstlerische Entwicklung Einfluß gewann. 1805 war er in Leipzig Schüler August Matthäis (Violine) und A. Eberhard Müllers (Komposition). Im gleichen Jahr wurde er Mitglied des dortigen Konzert- und Theaterorchesters, 1806 Kammermusiker des Herzogs von Oldenburg, 1808 Sologeiger am Hofe Jérômes in Kassel, 1814 war er vorübergehend in Wien, dann erst Sologeiger und ab 1815 als Konzertmeister des Großherzogs von Baden in Karlsruhe ansässig. – Als Wunderkind bereits früh überfordert, repräsentiert F. den sensiblen, sich früh verzehrenden Künstlertypus, dessen Lebenshöhe bereits in der Mitte des 3. Jahrzehnts überschritten ist. Der nachhaltige Einfluß im Elternhaus musizierter Kammermusik Haydns und Mozarts und der sich ihm durch Matthäi in Leipzig erschlossenen älteren Kirchenmusik bleibt durchweg in seinen Werken spürbar, die in ihrer ebenmäßigen, einen weichen, elegischen Grundzug aufweisenden Faktur von nobler Erfindung geprägt sind.

  • Werke

    Violinkonzert e, 1805;  3 Symphonien, Es, 1812, D, 1813, D, 1819;  16 Violinquartette, op. 1 (3), 2 (3), 3 (3), 4, 7 (2), 12, 14, 34, 36;  4 Flötenquartette, op. 37, 38, 40, 42;  4 Violinquintette, op. 8, 9, 15, 20;  1 Flötenquintett, op. 22;  Potpourri f. Violine (3) u. Horn;  2 Ouvertüren, op. 41, 43;  2 Opern: Cantemire, 1819, Omar u. Leila, 1820;  Psalmvertonungen;  9. Psalm, op. 21, 15. Psalm, op. 25, 103. Psalm, op. 26;  weitere Chorwerke (11) u. Lieder (34).

  • Literatur

    ADB VI;  F. Rochlitz, F. E. F., in: Allg. Musikal. Ztg. 28, 1826, Sp. 545 ff.ders., Für Freunde d. Tonkunst III, 1830;  E. Valentin, in: Mitteldt. Lb. V, 1930, S. 254-65 (P)ders., in: MGG IV, 1955, Sp. 83-85 (W, L, P);  H. Giehne, in: Bad. Biogr. I, S. 240-43;  Ersch-Gruber.

  • Autor

    Horst Heussner
  • Empfohlene Zitierweise

    Heussner, Horst, "Fesca, Friedrich" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 102 [Onlinefassung]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd116473843.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

Fesca, Friedrich Ernst

  • Leben

    Fesca: Friedrich Ernst F., geboren am 15. Februar 1789 zu Magdeburg, zeigte schon frühzeitig große Neigung für Musik, welche namentlich durch die kunstgebildete Mutter, Marianne geb. Podleska, eine der besten Gesangsschülerinnen I. A. Hiller's und ehemals Kammersängerin der Herzogin von Kurland, sehr gefördert ward. Mit dem 9. Lebensjahre begann der Violinunterricht bei Lohse, Sologeiger des Magdeburger Theaters; in der Theorie unterwiesen ihn die Musikdirectoren Zachariä und Pitterlin. 1805 ging F. nach Leipzig, um dort unter Aug. Eberh. Müller und dem Concertmeister Matthäi seine Studien weiter fortzusetzen; zugleich trat er als Violinist ins Gewandhausund Theaterorchester ein. Schon 1806 verließ er Leipzig, um einer Berufung in die herzogl. oldenburgische Capelle zu folgen, verließ jedoch auch diese Stellung bereits Ende 1807, ging nach Kassel an den glänzenden königl. westfälischen Hof, wo er als Sologeiger angestellt wurde und eine erfolgreiche Thätigkeit als Componist entwickelte; er schrieb hier seine ersten sieben Quartette (op. 1 u. 2) und seine ersten zwei Sinfonien. Nach Auflösung des Königreiches im J. 1813 verlor er seine Stellung, gab wegen Kränklichkeit das öffentliche Solospiel ganz auf, ward 1815 als Concertmeister nach Karlsruhe berufen und widmete sich|nun fast ausschließlich der Composition. Hier schrieb er innerhalb elf Jahren seine übrigen neun Violinquartette, sowie vier Quartette und ein Quintett mit Flöte, zwei Opern, mehrere Psalmen, Lieder etc. Im Frühjahr 1821 schwächten ihn wiederholte Anfälle von Blutsturz so, daß er das Violinspiel ganz aufgeben mußte; nach langem Siechthum starb er am 24. Mai 1826 in Karlsruhe, hochgeschätzt als trefflicher Künstler und edler Mensch. F. entwickelte eine große Fruchtbarkeit als Componist und stand auf classischem Boden unter tüchtiger Beherrschung der Technik. Nach den besten Mustern arbeitend, besaß er keinen eigenthümlichen charakteristischen Stil; doch verrathen alle seine Werke den ernst denkenden und strebenden Künstler. Am meisten fanden seine schon 1815 von C. M. v. Weber günstig besprochenen Quartette und Quintette für Streichinstrumente Aufnahme; in Paris wurde sogar eine Gesammtausgabe derselben veranstaltet. Auch seine Sinfonien, Lieder und einige seiner Kirchencompositionen (9., 13., 103. Psalm und Vaterunser) gefielen. Am wenigsten Verbreitung fanden seine Opern "Cantemira" und "Omar und Leila", da ihm dramatische Erfindungsgabe und Schwung fehlten; doch erscheint die Ouverture des ersteren Werkes hin und wieder noch jetzt auf den Concertprogrammen Deutschlands. Ein Verzeichniß seiner sämmlichen Compositionen findet sich in der Biographie universelle des Musiciens (Paris 1862, III.) von Fétis.

    • Literatur

      Rochlitz, Für Freunde der Tonkunst, III. 143. Weech, Badische Biographieen, I. 240.

  • Autor

    Fürstenau.
  • Empfohlene Zitierweise

    Fürstenau, Moritz, "Fesca, Friedrich" in: Allgemeine Deutsche Biographie 6 (1877), S. 722-723 unter Fesca, Friedrich Ernst [Onlinefassung]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd116473843.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA