Feselein, Melchior
- Lebensdaten
- 1495 – 1538
- Geburtsort
- wohl Nördlingen
- Sterbeort
- Ingolstadt
- Beruf/Funktion
- Maler
- Konfession
- katholisch
- Normdaten
- GND: 130146218 | OGND | VIAF: 52787608
- Namensvarianten
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- Feselen, Melchior
- Feselein, Melchior
- Feselen, Melchior
- Feselin, Melchior
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Feselein (Feselen), Melchior
Maler, * um 1495 wohl Nördlingen, † 10.7.1538 Ingolstadt, ⚰ Franziskanerkirche Ingolstadt.
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Genealogie
Mitglieder e. gleichnamigen Fam. lassen sich in N. u. seiner Umgebung seit Ende 14. Jh. nachweisen;
⚭ N. N. (gen. 1521);
2 S. -
Biographie
F. erhielt seine Ausbildung vermutlich bei Hans Schäufelein in Nördlingen. 1521 ist der Maler in Ingolstadt bereits selbständiger Meister. Auf der Wanderschaft machte ihn wahrscheinlich Wolf Huber in Passau mit der Kunst der Donauschule bekannt. Mit seiner Niederlassung in Ingolstadt wurde F. dort zum bevorzugten Maler, der nicht nur durch die Stadt, sondern auch durch die Höfe in München und Neuburg/Donau beschäftigt wird. 1522 malte er einen Altar in der Jakobs- und ein verschollenes Tafelbild für die Georgskapelle U.L. Frau und mit seinen Gesellen einen neuen Prozessionsbaldachin; 1531 erhielt er Bezahlung für das neue Hungertuch der gleichen Kirche, nachdem er das ältere in den vorausgehenden Jahren ausgebessert hatte. 1533 unternahm er eine Dienstreise nach Augsburg. Zur Folge der Geschichtsbilder, die Herzog Wilhelm IV. von Bayern-München bei verschiedenen Künstlern bestellte, steuerte er 1529 die Belagerung Roms durch Porsenna und 1533 die Einnahme der Stadt Alesia durch Julius Caesar bei (München, Bayerische Staatsgemäldesammlungen). Nachdem er bereits 1531 einen in Fragmenten erhaltenen Marienaltar wahrscheinlich für Ott-Heinrich gemalt hatte, sollte er noch 1538 Wandgemälde in dessen neuem Schloß in Neuburg ausführen. – Das früheste datierte Werk F.s, zwei 1520 entstandene Flügel eines Altars in Schloß Haidenburg bei Passau mit der Almosenspende der heiligen Elisabeth und der Heilung des heiligen Rochus durch einen Engel, läßt in den Typen der stehenden Heiligen auf den Rückseiten wie in den gespannten Falten der Gewänder die Schulung bei Schäufelein deutlich erkennen, während eine phantastische Palastarchitektur sowie Bedeutung und Form des Landschaftlichen den Einfluß der Donauschule bereits für diese Bilder beweisen. Dabei scheint Huber, der im gleichen Jahr an den Flügeln des Annen-Altars für Feldkirch arbeitet, die Kunst A. Altdorfers an F. vermittelt zu haben. Auch in den folgenden Jahren zeigt sich der Maler von seiner besten Seite in kleineren Tafeln, auf denen sich Figur und Landschaft in volkstümlicher Erzählungsweise verbinden (Heimführung der Königstochter Cleodolinde durch den heiligen Georg, Leipzig, Museum der Bildenden Künste; Enthauptung der heiligen Barbara, Ingolstadt, U. L. Frau, Kalvarienberg, Predella; Flügel eines Marienaltars, Berlin,|ehemals Kunsthandel), während die großformatigen, vielfigurigen Historienbilder trocken und schwunglos bleiben. In dem späten Marienaltar von 1531 dominieren große, voluminöse Figuren, wobei wohl neuerdings Einflüsse von späten Werken Hubers ausgingen. Von den Wandmalereien F.s im Schloß in Neuburg hat sich, wenn sie überhaupt zur Ausführung gelangten, nichts erhalten. F. hat die vom Dürerschüler Schäufelein erlernte Gestaltung der Figur verbunden mit der neuartigen Wiedergabe der Landschaft, wie sie von Altdorfer entwickelt worden war. Gehört er auch nicht zu den Großen, so wahrt er doch durch diese Synthese seine besondere Stellung unter den gleichzeitigen Malern des altbayerischen Raumes.
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Auszeichnungen
Wappen: In Rot 3 silberne Schilde.
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Werke
Weitere W Gemälde: Berlin, ehem. Kunsthandel: Anbetung d. Hirten, Rückseite Tod Mariens, um 1531;
Fragment e. Marienaltars; Schloß Harburg:
Anbetung d. Kindes, Rückseite Heiliger, 1531;
Fragment e. Marienaltars;
Ingolstadt, Schloß: Geburt Christi, Epitaph f. Conr. Praun († 1524), aus Katharinenberg b. Ingolstadt, signiert;
Anbetung d. Könige, Rückseite Krönung Mariens, sign. u. dat. 1531;
Flügel eines Marienaltars;
Ehem. Köln, Slg. Weyer: Judith mit d. Haupt d. Holofernes, sign. u. dat. 1535;
Schloß Lichtenstein: Hl. Fam., um 1525;
München, Slg. Hoffmann: Christus am Ölberg, um 1522;
Nürnberg, German. Nat.-Mus.: Anbetung d. Könige, sign. u. dat. 1522;
Regensburg, Städt. Mus.: Heimsuchung Mariä u. Flucht nach Ägypten, um 1521/24;
Himmelfahrt d. hl. Magdalena, sign. u. dat. 1523. – Glasfenster: Ingolstadt, U. L. Frau: Verkündigung an Maria (Zuschreibung umstritten). – Zeichnungen: Dresden, Kupferstichkab.: Christus am Ölberg, um 1522, sign.;
Erlangen, Univ.-bibl.: Belagerung Roms durch Porsenna, um 1529. -
Literatur
ADB VI;
G. M. Richter, M. F., e. Btr. z. Gesch. d. oberdt. Kunst im 16. Jh., in: Oberbayer. Archiv 54, 1908, S. 191 ff.;
W. M. Schmid, Btrr. z. Passauer Kunstgesch., in: Btrr. z. Gesch. d. dt. Kunst I, 1924, S. 106;
E. Buchner, Bemerkungen z. „Historien- u. Schlachtenbild d. dt. Renaissance“, ebd., S. 250, Anm.;
G. Wulz, Die Heimat d. Malers M. F., in: Jb. d. hist. Ver. f. Nördlingen u. Umgebung 19, 1936, S. 93 ff.;
H. Kuhn, Die Alt-Ingolstädter Maler v. 15.-18. Jh., in: Sammelbl. d. hist. Ver. Ingolstadt 56, 1938, S. 3 ff.;
E. Holm-Hammer, Die Glasgem. im Liebfrauenmünster zu Ingolstadt, ebd. 67, 1958, S. 7 ff.;
A. Altdorfer u. s. Kreis, Ausstellung München 1938, Nr. 418-26;
G. Mammel, A. Altdorfers „Nachfolger“ in Altbayern u. d. Landschaft als Bildgegenstand, Diss. Erlangen 1951 (ungedr.), S. 34 ff.;
ThB. -
Autor/in
Peter Strieder -
Zitierweise
Strieder, Peter, "Feselein (Feselen), Melchior" in: Neue Deutsche Biographie 5 (1961), S. 102 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd130146218.html#ndbcontent