Lebensdaten
1825 bis 1911
Geburtsort
Berlin
Sterbeort
Berlin
Beruf/Funktion
Schauspieler
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 116348461 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Haase, Ludwig Heinrich Friedrich
  • Haase, Friedrich
  • Haase, Ludwig Heinrich Friedrich

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Zitierweise

Haase, Friedrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd116348461.html [11.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Joh. Heinr., 1. Kammerdiener d. Kg. Friedrich Wilhelm IV. v. Preußen, S d. Schullehrers Martin;
    M Magdalene Wilh., T d. Viktualienhändlers Lieseke in B.;
    1) London 1858 (⚮) Elise gesch. Anschütz (1818–95), Schauspielerin (s. Eisenberg), T d. Tapezierers Michael Anton Capitain in Frankfurt/M. u. d. Anna Marg. Schubert, 2) Petersburg 1862 Elise (1838–1911), Schauspielerin (s. Eisenberg), T d. Wagenfabr. Schönhoff;
    1 T aus 1).

  • Leben

    H.s Pate, König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen, ließ ihn bei L. Tieck auf die Theaterlaufbahn vorbereiten. Als Malesherbes in Kotzebues „Die Rosen des Herrn von Malesherbes“ trat H. 1845 in Berlin auf der Liebhaberbühne des Vereins „Urania“ zum 1. Mal auf. Sein erstes Engagement erhielt er 1846 auf Empfehlung des Königs in Weimar. 1848 ging er an das Hoftheater nach Potsdam, anschließend an das königliche Schauspielhaus in Berlin, konnte sich jedoch nicht neben Döring, Dessoir und Hoppe halten und spielte daraufhin 1850-53 am Deutschen Theater in Prag. 1852 war er unter Eduard Devrient am Hoftheater in Karlsruhe, wo er unter anderem den Schmock in der Erstaufführung von G. Freytags „Journalisten“ übernahm. 1853 holte ihn F. Dingelstedt an das Hoftheater in München. Als Dingelstedt München verließ, gab auch H. seine dortige erfolgreiche Tätigkeit auf und unternahm Gastspielreisen. Er blieb von 1856-58 in Frankfurt/M. und war anschließend von 1858-64 in Petersburg, von wo aus er zu weiteren Gastspielreisen nach Deutschland zurückkehrte, um schließlich 1866 Regisseur am Hoftheater Coburg zu werden. 1869 war er für zwei Monate als Gast in Amerika (2. Gastspiel Oktober 1881-Mai 1882) und anschließend 1 Jahr am königlichen Schauspielhaus in Berlin. 1870-76 hatte er als Nachfolger Laubes die Direktion des Stadttheaters Leipzig inne. Nach seinem Ausscheiden unternahm er noch zahlreiche Gastspielreisen, beteiligte sich 1883 an der Gründung des Deutschen Theaters in Berlin und nahm 1896 Abschied von der Bühne. – H. war ein Charakterdarsteller und Bonvivant, der sich betont auf Mienenspiel und minutiöse, intelligent bedachte Nuancen und Noblesse stützte. Er war der populärste jener gastierenden Virtuosen der Zeit, die Eduard Devrient zu Recht als so störend für die Theaterkunst verurteilt hat. Ein Egozentriker und eitler Manierist, hat er wohl gerade deshalb große Publikumserfolge erzielt und zahlreiche Ehrungen erhalten.

  • Rollen

    Glanzrollen u. a. Klingsberg (in Kotzebues „Die beiden Klingsberg“); Thorane (in Gutzkows „Königsleutnant“); Richard III.; Riccault; Hofmarschall Kalb; Marinelli; Alba; Philipp II; Mephisto.

  • Werke

    Ungeschminkte Briefe, 1883;
    Was ich erlebte. 1846-96, o. J. (1897).

  • Literatur

    J. Lewinsky, Theatral. Carrièren, 1881 (auch f. Ehefrau);
    A. Kohut, F. H., in: ders., Das Dresdner Hoftheater d. Gegenwart, 1888;
    O. Simon, F. H., 1898;
    E. Heilborn, in: Frankfurter Ztg. v. 17.3.1911;
    A. Winds, in: Jb. d. dt. Shakespeare-Ges. 48, 1911, S. 155-62;
    P. Schlenther, Ausgew. theatergeschichtl. Aufsätze, hrsg. v. H. Knudsen, 1930;
    Eisenberg;
    Kosch, Theater-Lex. (W, L);
    BJ 16 (Tl 1911, L).

  • Portraits

    Lith. v. J. Resch (München, Stadtmus., Maillinger Bilderchronik);
    H. W. Singer, Allg. Bildniskat., 1931, Nr. 35 683-92.

  • Autor/in

    Hans Knudsen
  • Empfohlene Zitierweise

    Knudsen, Hans, "Haase, Friedrich" in: Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 380 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd116348461.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA