Lebensdaten
erwähnt 887, gestorben 909
Beruf/Funktion
Bischof von Augsburg
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 102417946 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Adelbero
  • Adelbero von Augsburg
  • Adalbero von Augsburg
  • mehr

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Zitierweise

Adalbero, Indexeintrag in: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/gnd102417946.html [28.09.2016].

CC0

Adalbero (Adelbero)

Bischof von Augsburg (seit 887), 28.4.909 (begraben Sankt Afra in Augsburg).

  • Leben

    A. war edler Abstammung; nicht zu erweisen ist, daß er aus dem Geschlecht der (späteren) Grafen von Dillingen stammte, ein Onkel des heiligen Udalrich, Bischofs von Augsburg, und in seiner vorbischöflichen Zeit Kommendatarabt des Stifts Ellwangen war.

    A. war einer der nächsten Ratgeber König Arnulfs, den er im Herbst 895 zur Kaiserkrönung nach Rom begleitete. Auf dessen Veranlassung stellte er in der Abtei Lorsch, die ihm für diesen Zweck übertragen war, die Zucht wieder her. Unter Ludwig dem Kinde, den er getauft und erzogen hatte, stieg sein Einfluß auf die Reichsgeschäfte noch weiter, und er wurde geradezu als die rechte Hand des Königs angesehen. Wir finden ihn daher von 900-909 fast ständig in seiner Umgebung. Ludwig selbst gedenkt A.s in den Urkunden in den ehrendsten Worten („getreuester Erzieher“, „geliebter Lehrer“, „geistlicher Vater“). Seine besondere Gunst schenkte A. dem Kloster St. Gallen, dem er mehrmals königliche Hulderweise zuwandte. Zeitgenössische Quellen (Regino von Prüm, Gerhard von Augsburg) heben seine Klugheit, seine wissenschaftliche Bildung und seine musikalische Begabung hervor. Über seine Tätigkeit als Bischof ist nichts bekannt.

  • Literatur

      ADB I (unter Adelbero);  P. Braun, Gesch. d. Bischöfe v. Augsburg I, 1813, S. 151-72;  Vita v. Abt Uodalscalc v. St. Ulrich u. Afra in Augsburg, hrsg. v. Ph. Jaffé, in: A. v. Steichele, Arch. f. d.|Gesch. d. Bistums Augsburg 3, 1860, S. 1-9 (dazu Wattenbach - Holtzmann I, S. 258 f.);  E. Dümmler, Gesch. d. ostfränk. Reiches III, 21888, S. 498 f. u. ö.;  A. Schröder, in: HJb. 22, S. 279;  Hauck II, S. 807 u. ö.H. J. Wetzer - B. Welte I, 21882;  Bibl. hagiographica latina I, 1898;  Dictionnaire d’Histoire et de Géographie Ecclésiastiques I, 1912;  LThK.

  • Autor

    Friedrich Zoepfl
  • Empfohlene Zitierweise

    Zoepfl, Friedrich, "Adalbero" in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 39-40 [Onlinefassung]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd102417946.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

Adelbero, Adalbero

  • Leben

    Adelbero: Adalbero, Bischof von Augsburg 887—910. Es wird angegeben, A. habe seine Bildung im Kloster Ellwangen erhalten, sei Mönch in diesem Kloster geworden und habe eine Zeit lang die Abtswürde in demselben bekleidet, doch fehlt die geschichtliche Begründung dafür. Als 887 Bischof Witgar von Augsburg, Reichskanzler unter Ludwig dem Deutschen und Karl dem Dicken, gestorben war, folgte ihm A. auf dem bischöflichen Stuhle von Augsburg. Der aus edlem Geschlechte (der gewöhnlichen Annahme nach aus dem Geschlechte der Dillinger Grafen) stammende, ausgezeichnet begabte und gewandte Mann wurde bald Liebling und einflußreicher Rathgeber König Arnulf's, den er 895 zur Kaiserkrönung nach Rom begleitete; ja, Arnulf vertraute ihm die Erziehung seines Sohnes Ludwig an, welchen A. 893 mit dem Erzbischof Hatto von Mainz getauft hatte. Um dieselbe Zeit war er vom Könige zum Abte des an vielen Gebrechen leidenden Klosters Lauresheim (Lorsch) bestellt worden, legte aber nach wenigen Jahren dieses Amt nieder, nachdem er die Ordenszucht hergestellt, dem Kloster das Recht der freien Abtswahl gewonnen und ihm ansehnliches Gut zugewendet hatte.

    Unter dem jungen willenlosen Ludwig dem Kinde war Adelbero's Stellung zu König und Reich besonders einflußvoll, ja er wurde nahezu als der eigentliche Reichsregent angesehen. Ludwig selbst trug zu ihm kindliche Zuneigung; denn er nennt ihn in feierlichen Urkunden seinen treuen Erzieher, seinen geistlichen Vater und Lehrer. In dieser Stellung starb A. ein Jahr vor Ludwig am 4. Oct. 910.

    A. war hochgebildet in Wissenschaft und Kunst; wahrscheinlich war er der Bischof dieses Namens, welchem Regino von Prüm seine Chronik widmete und zur Einsicht und Prüfung sandte; ein vertrauter Freund der St. Galler Lehrer, weilte er 908 eine Festwoche lang in ihrem Kreise und ließ für ihr Kloster kostbare Geschenke zurück; in der Kunst der Musik aber überragte er seine Zeitgenossen.

    • Literatur

      Braun, Gesch. der Bisch. von Augsb. I. 151 f.

  • Autor

    Steichele.
  • Empfohlene Zitierweise

    Steichele, "Adalbero" in: Allgemeine Deutsche Biographie 1 (1875), S. 51 unter Adelbero [Onlinefassung]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/gnd102417946.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA