Lebensdaten
1774 bis 1849
Geburtsort
Lörrach
Sterbeort
Karlsruhe
Beruf/Funktion
badischer Staatsmann
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 100057306 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Berckheim, Karl Christian Freiherr von
  • Berckheim, Christian von
  • Berckheim, Karl Christian Freiherr von
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Zitierweise

Berckheim, Christian von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd100057306.html [15.11.2018].

CC0

  • Genealogie

    Aus elsässischer, der schwäbischen Reichsritterschaft zugehörender Familie;
    V Ludwig Karl (1726–97), badischer Wirklicher Geheimer Rat und Landvogt, S des Philipp Friedrich (1686–1733), hanauisch-lichtenbergischer Wirklicher Geheimer Rat, und der Eleonore Heinrica von Berckheim zu Schoppenweier;
    M Francisca Luise, T des Christian Sigmund Freiherr von (1726–65), französischer General, und der Francisca Freiin von Landsperg, B Franz Karl, russischer Staatsrat;
    1804 Pauline Luise Sophie Wurmser von Vendenheim (1780–1851);
    2 S, 2 T.

  • Leben

    Nach Abschluß juristischer Studien in Freiburg und Erlangen, wo er Staatsrecht bei Klüber hörte, trat B. 1797 in badische Dienste, wurde 1801 Kammerherr und stieg bis 1803 zum Geheimen Hofrat auf. 1806 wurde er Oberhofmeister der Markgräfin Amalie, Witwe des Erbprinzen von Baden. In ihrem Auftrag versuchte er 1807 vergeblich bei Napoleon die Wiedereinsetzung ihres Schwiegersohnes, des Herzogs von Braunschweig - Öls, zu erreichen. 1812 trat er in den Staatsrat, wurde 1813 Minister des Innern und ging mit dem Großherzog zum Wiener Kongreß. Bei den Verfassungsvorbereitungen war er beteiligt, ohne allerdings das konstitutionelle Wesen gutzuheißen. 1816 versuchte er in Mailand Kaiser Franz dahin zu bringen, den Breisgau beim Eintritt der hochbergischen Erbfolge bei Baden zu belassen, erreichte diesen Verzicht jedoch nicht. 1817 wurde er Gesandter am Bundestag. Hier brachte er 1819 die Territorialverhandlungen zum Abschluß. B. trug dazu bei, daß sich Baden dem von Württemberg angestrebten „Bund im Bunde“ der süddeutschen Höfe fernhielt. Streng konservativ gesinnt, suchte er die Souveränität der Fürsten auf jede Weise zu stützen. Er lehnte die Einmischung der Großmächte und des Bundes in innere Angelegenheiten der Bundesstaaten ab, vor allem als er 1821 wieder Minister des Innern geworden war, und bestritt auch dem Landtag jedes Recht der Kritik an der Staatsverwaltung. Als dieser im Dezember 1824 aufgelöst wurde, beeinflußte er die Neuwahlen zu den „ministeriellen Landtagen“ von 1825 und 1828, in denen jede Opposition erstickt wurde. Bei den endgültigen Territorialausgleichsverhandlungen 1827 wies er die bayerischen Ansprüche zurück und brachte einen Vertrag mit Frankreich zustande, in dem dieses die neuen Grenzen anerkannte. Beim Regierungswechsel 1831 wurde B. als Minister pensioniert und zum Großhofmeister ernannt. Als Mitglied der 1. Kammer widersetzte er sich weiterhin jeder Ausdehnung der Rechte der Volksvertretung. Das monarchische Prinzip als Grundlage der Verfassung verteidigte er bei den Neuwahlen 1841 in „Reflexionen über die Wahlfreiheit beider Wahl landständischer Deputierter“.

  • Werke

    Briefe üb. d. polit., bürgerl. u. natürl. Zustand d. Schweiz…, Augsburg 1797;
    Lettres sur Paris, ou correspondance de M *** dans les années 1806 et 1807, 1809.

  • Literatur

    J. v. Krüdner, Schrr. d. Frau v. K. an Herrn v. B., Min. d. Inn. in Carlsruhe, 1817;
    F. v. Weech, Baden unter d. Großherzogen Karl Friedr., Karl|u. Ludw. 1738-1830, 1863;
    ders., in: Bad. Biogrr. I, 1875, S. 73-75;
    ders., Btrr. z. Gesch. d. bad. Landtage v. 1819–45, in: ZGORh, NF, Bd. 9, 1894, S. 621 bis 624;
    Leonh. Müller, Bad. Landtagsgesch., 4 Bde., 1900–02;
    K. Obser, Die Sendung d. Oberhofmeisters Frhr. Ch. v. B. nach Paris im Jahr 1807 u. seine Unterredung mit Napoleon, in: ZGORh, NF, Bd. 23, 1908, S. 328-39;
    W. Andreas, Gesch. d. bad. Verwaltungsorganisation u. Verfassung in d. Jahren 1802–18, Bd. 1, 1913, S. 378 ff., L. v. Hoermann, Der bayer.-bad. Gebietsstreit (1825–32), 1938;
    R. G. Haebler, Ein Staat wird aufgebaut, Bad. Gesch. 1789-1818, 1948. Qu.: Polit. Nachlaß im B.-schen Fam.-Archiv Rittersbach, verzeichnet in: ZGORh, NF, Bd. 22, 1907, S. 120 bis 127.

  • Portraits

    Ölgem. v. K. Kuntz, 1816;
    Lithogr., 1846 (Gen.-landesarchiv Karlsruhe).

  • Autor/in

    Hans Körner
  • Empfohlene Zitierweise

    Körner, Hans, "Berckheim, Christian von" in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S. 66 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd100057306.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA