Lebensdaten
erwähnt 1629, gestorben 1655
Geburtsort
Siegen
Sterbeort
Karlsburg
Beruf/Funktion
evangelischer Theologe ; Philosoph
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 100043119 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Bisterfeld, Johann Heinrich
  • Bisterfeld, János H.
  • Bisterfeld, János Henrik
  • mehr

Orte

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Zitierweise

Bisterfeld, Johann Heinrich, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd100043119.html [18.08.2019].

CC0

  • Leben

    Bisterfeld: Johann Heinrich B., 6. Febr. 1655. Ein Nassauer von Geburt, wurde er 1629 durch den Fürsten von Siebenbürgen Gabriel Bethlen an das von ihm 1622 gegründete Collegium in Weißenburg als erster Professor der Theologie und Philosophie berufen und zum geheimen Rath ernannt. Seine vielseitigen Kenntnisse auf dem Gebiete der Mathematik und der Naturwissenschaften verschafften ihm die zweifelhafte Ehre, vom Volke für einen Zauberer gehalten zu werden; es legte ihm den Namen des „nekromantischen Professors“ bei und ließ ihn wie Faust vom Teufel holen. B. trieb indeß keine andere Zauberei als die des Geldmachens, denn er erwarb ein bedeutendes Vermögen, wozu ein Haus, Garten und Meierhof in Hermanstadt gehörten, deren Besitz zugleich das Hermanstädter und sächsische Bürgerrecht voraussetzte. Seine erste Gattin war die Tochter des gleichzeitig mit ihm aus Heidelberg berufenen berühmten Professors Altstedt, von welcher ihn eine Tochter Susanna überlebte; seine|zweite Gemahlin war Anna, die Tochter des Hermanstädter Rathmannes Johann Stenzel. Von B. kennen wir sechs theologische und zwei philosophische Werke, ferner die Vorrede der von ihm zum Schulgebrauch herausgegebenen lateinischen Grammatik des Marcus Friedrich Vendelin und endlich eine Sammlung seiner hinterlassen Werke (12°, bei Adrian Vlacq im Haag 1661). Er bekleidete seine Professur unter dem Fürsten Gabriel Bethlen und den beiden Rakoczis: in seiner religiösen Anschauung ward er aus einem entschiedenen Gegner des aus England eingeführten Puritanismus ein eifriger Anhänger desselben. Sein Nachfolger in der Professur war der Engländer Isak Basivius. Eine Abschrift des Bisterfeldischen Testamentes, sowie mehrere eigenhändige meist ökonomische Aufzeichnungen desselben sind im sächsischen National-Archiv vorhanden; seine bedeutende Bibliothek sollte seinem Testamente gemäß nach dem Tode seiner Tochter dem Weißenburger Collegium gehören.

    • Literatur

      Trausch, Schriftsteller-Lexikon der Siebenbürger Deutschen I. 152 f.

  • Autor/in

    Seivert.
  • Empfohlene Zitierweise

    Seivert, "Bisterfeld, Johann Heinrich" in: Allgemeine Deutsche Biographie 2 (1875), S. 682-683 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd100043119.html#adbcontent

    CC-BY-NC-SA