Lebensdaten
erwähnt vor 1175 , gestorben 1225
Beruf/Funktion
Graf von Holstein und Stormarn
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 143210777 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Adolf III. von Schauenburg
  • Adolf von Schauenburg
  • Adolf III. von Holstein
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Verknüpfungen

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Zitierweise

Adolf III., Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd143210777.html [14.12.2018].

CC0

  • Genealogie

    V Adolf II.;
    M Mechthilde von Schwarzburg;
    1) 1182 Adelheid, T des Grafen Otto von Assel, 2) vor 1189 Adelheid, T des Grafen Burchard von Querfurt;
    3 S, u.a. Adolf IV; 3 T.

  • Leben

    Adolf stand bis 1175 unter Vormundschaft zunächst seiner Mutter, dann der des Grafen Heinrich von Schwarzburg. In dem Kampf zwischen Friedrich I. und Heinrich dem Löwen trat Adolf auf die Seite des Kaisers, mit dem er auch 1189 in das Heilige Land zog. Die Neuordnung nach dem Sturz Heinrichs des Löwen machte Adolf praktisch zum reichsunmittelbaren Fürsten, denn der neue Herzog von Sachsen, der Askanier Bernhard, konnte kaum daran denken, lehnsherrliche Rechte über ihn auszuüben. Freilich mußte Adolf endgültig auf die 1226 zur Reichsstadt erhobene Stadt Lübeck verzichten und konnte auch Dithmarschen nur zeitweise behaupten. Er eilte von der Belagerung Akkons auf die Nachricht von der vertragswidrigen Rückkehr des verbannten Löwen heim und eroberte seine Grafschaft zurück. Der nach dem frühen Tode Heinrichs VI. 1197 neu entbrennende staufisch-welfische Bürgerkrieg lieferte den nord- und ostelbischen ehemaligen Machtbereich Heinrichs des Löwen der nach dessen Sturz hochgekommenen dänischen Großmacht aus. 1200-01 bemächtigte sich der dänische König der ganzen Grafschaft Holstein. Adolf wurde schließlich in Hamburg gefangen und erlangte gegen Verzicht auf sein Land erst 1203 die Freiheit wieder. Er zog sich in seine Stammgrafschaft Schauenburg zurück. Sein Fall steht im Zusammenhang mit dem Niedergang des deutschen Nordens während des staufisch-welfischen Krieges.

  • Literatur

    ADB I;
    V. Pauls u. O. Scheel (Hrsg.), Gesch. Schleswig-Holsteins III, 2. Lieferung, 1934 ff.;
    O. Brandt, Gesch. Schleswig-Holsteins, 41949.

  • Autor/in

    Heinz Maybaum
  • Empfohlene Zitierweise

    Maybaum, Heinz, "Adolf III." in: Neue Deutsche Biographie 1 (1953), S. 78 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd143210777.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA

  • Leben

    Adolf III.: Graf von Holstein 1164—1203, bis 1175 unter Vormundschaft seiner Mutter Mathilde, der zeitweilig Heinrich von Thüringen, Oheim oder Stiefvater des Mündels, zur Seite stand, trat selbsthandelnd erst zur Zeit des allgemeinen Abfalls von dem geächteten Heinrich dem Löwen (1180) hervor. A., anfangs allein unter vielen seinem Lehnsherrn treu, bald auch mit ihm zerfallen, gleichzeitig von seinem Adel verlassen, verlor Segeberg und Plön, wich aus seiner Grafschaft und begab sich zu Kaiser Friedrich, der 1181 gegen den Geächteten ins Feld zog, Lübeck einnahm und den mächtigen Herzog zur Demüthigung zwang. Die Schmälerung des sächsischen Herzogthums, das nun an Bernhard von Ascanien kam, führte auch eine starke Lösung der Lehnsabhängigkeit Holsteins herbei, in das A. zurückkehrte. Während er dann 1189 mit dem Kaiser Friedrich ins heilige Land zog, ging seine Grafschaft an den wieder einbrechenden Verbannten verloren. Benachrichtigt davon kehrte der Graf, der noch an der Belagerung von Akkon und an der Stiftung des Deutschen Ordens einen hervorragenden Antheil genommen hatte, sofort (1190?) zurück. Er eroberte sein Land wieder, nahm auch Lübeck, ohne es jedoch von Kaiser Heinrich VI. zugestanden zu bekommen. Auch Dithmarschen behauptete A. gegen die Ansprüche des Bremer Stuhls und den freiheitgewohnten Sinn der Bauern nicht; nur Stade ward ihm auch vom Kaiser bestätigt (1195). Verderblich für A. ward das Uebergreifen der dänischen Macht. Schon Waldemar I. hatte sich gegen seinen früheren Bundesgenossen, den mächtigen Welfenherzog, mit dem Kaiser verbündet. Sein Sohn Kanut (1182—1202) hatte sofort bei seiner Thronbesteigung die Anerkennung der Lehnsabhängigkeit vom deutschen Reiche|verweigert, die pommer'schen Fürsten, Angehörige des Reichs, angegriffen, den holsteinischen Adel bei sich aufgenommen und den schleswig'schen Bischof Waldemar, seinen Vetter und Kronprätendenten, der für den Beitritt zur staufischen Partei auch zum Bischof von Bremen erwählt war, befeindet. Gegen ihn machte A. einen Zug nach Schleswig, dem Bischof zu Hülfe, der aber bereits in des Königs Gefangenschaft gerathen war. Die Rache Kanuts für diese Feindseligkeit kaufte A. mit einer großen Summe Geldes ab. Als dann A. nach der Rückkehr von seinem zweiten Kreuzzuge (1197 und 98), an dem er sich mit großer Auszeichnung betheiligte, verbündet mit Otto von Brandenburg das dänische Slavien, auch Rügen bedrohte, näherte sich Kanut wieder mit Heeresmacht der Grenze, die er jedoch wohl verwahrt fand und nicht überschritt. Dennoch fand sich A. im folgenden Jahr (1200) genöthigt, dem König die gegen ihn wieder errichtete Reinoldsburg auf der Eider-Insel zu überlassen. Gestützt auf diesen sichern Uebergangspunkt brachte nun Kanut die Dithmarschen unter sich, die in ihrem Hasse gegen Fürstenherrschaft sich schon 1188 dem schleswig'schen Bischof Waldemar unterworfen hatten und jegliche auswärtige Hülfe willkommen hießen. Ein Zug Adolfs gegen diese Nachbarn entzündete den Krieg aufs neue und 1201 ward der Graf bei Stellau, unweit Kellinghausen, von dem Bruder des Königs, Herzog Waldemar von Schleswig, in die Flucht geschlagen. Von Stade aus wieder nach Hamburg zurückgekehrt, ward er hier von Waldemar belagert und gefangen. Da die Feste Lauenburg, kürzlich von A. erobert, sich trotz der Aufforderung des vor sie geführten Gefangenen nicht ergeben wollte, ward derselbe nach Seeland gebracht und in Ketten gelegt. Lübeck huldigte dem Dänenkönig (1202), Travemünde, Segeberg fielen. Endlich bot auch Lauenburg nach Kanuts Tode seinem Nachfolger Waldemar II. die Uebergabe an gegen Freilassung des Herzogs. A. verzichtete (1203) für die Freiheit auf sein Land und auf jeden Versuch der Wiedereroberung. Ohne es wieder gesehen zu haben, starb er 1225 im ruhigen Besitze seiner Stammgrafschaft Schauenburg.

    • Literatur

      Mooyer, Zur Chronologie der Regierungsgeschichte Adolfs III., Nordalbingische Studien V. (Kiel 1850.)

  • Autor/in

    Jansen.
  • Empfohlene Zitierweise

    Jansen, K., "Adolf III." in: Allgemeine Deutsche Biographie 1 (1875), S. 107-108 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd143210777.html#adbcontent

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