Lebensdaten
unbekannt
Beruf/Funktion
Reichsritter ; Reichsfreiherrn ; Reichsfürsten
Konfession
evangelisch,katholisch
Normdaten
GND: 138693625 | OGND | VIAF: 90955644
Namensvarianten
  • Palm, Freiherren von
  • Palm, Fürsten von
  • Palm
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Verknüpfungen

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Zitierweise

Palm, von, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd138693625.html [13.04.2021].

CC0

  • Leben

    Stammvater der adligen Linie ist Johann Heinrich (1600–33), der aus Schorndorf stammte und 1631 das Esslinger Stadtrecht erwarb. Der rapide soziale Aufstieg der Familie begann mit seinem Enkel Johann David (s. u.) in Wien. Nach Übernahme der Mondenz'schen Handlung holte er seine Brüder Johann Heinrich (1660–1710), Jonathan (1671–1740) und Franz (1676–1742), die alle eine kaufmännische Ausbildung und enge geschäftliche Verbindungen zu den großen Augsburger Handelshäusern besaßen, in das Wiener Unternehmen. Die Handlung expandierte stark im Kredit- und Juwelengeschäft. 1711 wurden die Brüder in den erblichen Reichsritterstand erhoben. Außer Johann David, der sich in Niederösterreich begüterte, immatrikulierten sich die Brüder bei Rückzug aus dem Geschäft in der schwäb. Reichsritterschaft und erwarben das Rittergut Mühlhausen/Neckar. Die Geschäftsführung übernahmen nun die Söhne Johann Heinrichs, Johann Heinrich (1687–1744) und Franz Gottlieb (1691–1749). Dank ihrer Verdienste wurden sie 1735 zusammen mit Jonathan und Franz in den Reichsfreiherrnstand erhoben. Franz Gottlieb gelang als Finanzberater Franz Stefans von Lothringen wieder der Anschluß an die internationalen Kredittransaktionen des Wiener Hofes. Er erwarb seit den 1740er Jahren in Schwaben Ober- und Unterbalzheim, Bodelshofen und Steinbach. 1767 wurde das Unternehmen verkauft. Herausragend verlief die Karriere Carl Josefs (1698–1770), Sohn des Johann David. Nach Eintritt in den kaiserl diplomatischen Dienst wurde er 1725 Resident in London, wo er ein Spionagenetz errichtete, wofür er 1729 den Reichsfreiherrnstand erhielt. 1734 berief ihn der Kaiser zum österr. Direktorialgesandten auf dem Reichstag zu Regensburg. Nach 1740 spielte er eine Schlüsselrolle im österr. Erbfolgekrieg. Er wurde 1745 von Franz I. zum Konkommissar auf dem Reichstag zu Regensburg ernannt und 1750 in den Reichsgrafenstand erhoben. Als er die Bemühungen des Kaisers, die Fürsten Reuß in den Fürstenrang aufzunehmen, sabotierte, wurde er 1754 seines Amtes als Konkommissar enthoben und mußte Regensburg verlassen. Sein riesiges Vermögen, das er von seinem Onkel Franz erbte, legte er nach 1750 in böhm. Grundbesitz an. Seinem Sohn Carl Josef (1749–1814), der 1774 die reichsunmittelbare Herrschaft Hohengundelfingen erwarb, gelang 1783 die Erhebung in den Reichsfürstenstand. Er mußte dafür eine halbe Million Gulden für die Wohlfahrtspolitik Kaiser Josefs II. bezahlen. Hohe standesgemäße Verpflichtungen sowie Verschwendungssucht führten schon 1789 zum finanziellen Zusammenbruch und Verlust sozialer Wertschätzung. Mit seinem Sohn Carl Josef Franz (1773–1851), niederösterr. Regierungsrat, erlosch die fürstl. Linie.

    Seine Vettern (Urenkel Jonathans) Karl (1784–1834) und Friedrich (1787–1862) begründeten zwei freiherrl. Linien, deren erste 1927 im Mannesstamm erloschen ist.

  • Autor/in

    Gert Kollmer-von Oheimb-Loup
  • Familienmitglieder

  • Empfohlene Zitierweise

    Kollmer-von Oheimb-Loup, Gert, "Palm, von" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 19-20 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd138693625.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA