Lebensdaten
1906 bis 1968
Geburtsort
Duisburg
Sterbeort
Habkirchen/Saar
Beruf/Funktion
Politiker
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 137765584 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Müller, Erwin

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Zitierweise

Müller, Erwin, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137765584.html [29.01.2020].

CC0

  • Genealogie

    V Johann Baptist (1865–1929), seit 1920 Ministerialamtmann b. d. Reg.kommission d. Saargebietes;
    M Klara Hilger (1881–1955);
    1) 1936 ( 1946) Eleonore Asbach (* 1908), 2) Irmgard Ott;
    1 S.

  • Leben

    Nach der Reifeprüfung 1924 am Saarbrücker Ludwigsgymnasium studierte M. in Frankfurt/Main, Berlin und Göttingen Rechtswissenschaft. 1929 legte er das 1., 1933 das 2. Staatsexamen ab. Nach kurzer Tätigkeit beim Amtsgericht eröffnete er 1934 in Saarbrücken eine Anwaltskanzlei. Bald nach der Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft betätigte sich M. in der neu gegründeten Christlichen Volkspartei des Saarlandes (CVP). Anfang 1946 wurde er in den Bürgerrat der Stadt Saarbrücken berufen und bei den ersten Kommunalwahlen im September in den Stadtrat gewählt. Am 8.10.1946 ernannte ihn die franz. Militärregierung zum Vorsitzenden der Verwaltungskommission des Saarlandes. Dieses Amt bekleidete M. bis zur Etablierung der ersten Saarländ. Landesregierung am 22.12.1947. Nachdem er schon im Oktober 1947 als Abgeordneter der CVP in den Landtag gewählt worden war, übernahm er den Fraktionsvorsitz. Dem 2.-4. Kabinett Johannes Hoffmann gehörte M. als Minister an: 1951/52 leitete er die Ressorts Justiz und Kultur, 1952-54 das Ministerium für Finanzen und Forsten, 1954/55 das der Justiz.

    M. gehörte zu den markantesten Persönlichkeiten der CVP, die gemeinsam mit der Sozialdemokratischen Partei Saar die franz.-saarländ. Wirtschafts- und Währungsunion trug und in einer für das Saarland vorteilhaften Weise auszugestalten suchte. Gleichzeitig setzte er sich für die Förderung des Europa-Gedankens ein, sei es als Mitglied des Europarates (1950–55) und der Versammlung der Europ. Gemeinschaft für Kohle und Stahl, sei es als Vorsitzender von Vereinigungen wie der Gruppe Neues Europa, des Landessportverbandes, des Saarländ. Turnerbundes und des Automobilclubs Saar. Folgerichtig plädierte er für die Annahme des sog.europ.“ Saarstatuts, demzufolge die Wirtschafts- und Währungsunion zwischen Frankreich und dem Saarland unter dem Dach der Westeurop. Union fortbestehen sollte. In den langwierigen Verhandlungen zwischen CVP und CDU-Saar nach der Ablehnung des Saarstatuts im Referendum vom 23.10.1955 entschied sich M. – nach anfänglicher Befürwortung – gegen die Fusion der beiden Parteien und für die Gründung der Saarländ. Volkspartei (SVP) als Sammelbecken unzufriedener CVP-Mitglieder. Er übernahm den Vorsitz der SVP und leitete 1960-65 im Landtag deren Fraktion. Innerparteiliche Querelen bewogen ihn am 25.7.1965 zum Austritt aus der SVP; seit Oktober gehörte er der CDU-Fraktion an.

  • Literatur

    R. H. Schmidt, Saarpol. 1945–57, 3 Bde., 1959-62;
    J. Hoffmann, Das Ziel war Europa, Der Weg d. Saar 1945-1955, 1963;
    H. Schneider, Das Wunder an d. Saar, Ein Erfolg pol. Gemeinsamkeit, 1974;
    Wi. 1962-67;
    FAZ v. 29.2.1968.

  • Autor/in

    Hans-Walter Herrmann
  • Empfohlene Zitierweise

    Herrmann, Hans-Walter, "Müller, Erwin" in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 366 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137765584.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA