Lebensdaten
1889 bis 1957
Geburtsort
Schilleningken Kreis Gumbinnen (Ostpreußen)
Sterbeort
Frankfurt/Main
Beruf/Funktion
Statistiker
Konfession
evangelisch
Normdaten
GND: 138092508 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Müller, Ernst Ferdinand
  • Müller, Ernst F.
  • Müller, Ernst Ferd.

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Zitierweise

Müller, Ernst Ferdinand, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd138092508.html [25.06.2019].

CC0

  • Genealogie

    Die Fam. wanderte in d. ersten Hälfte d. 18. Jh. aus Salzburg nach Ostpreußen ein. – V Emil, Gutsbes. in Sch.;
    M Louise Mohr;
    1) Stralsund 1930 Eva (1897–1942) aus Pillkallen Kr. Gumbinnen, zuletzt in London, T d. Friedrich v. Vultejus (* 1864) aus Schirwindt (Ostpreußen), preuß. Oberreg.- u. Oberschulrat, Geh. Reg.rat, u. d. Elise Weber (* 1874) aus Schorellen (Ostpreußen), 2) Nürnberg 1949 Lisette Kirsch (1904–90);
    1 T aus 1).

  • Leben

    M. besuchte in Elbing die Oberrealschule, an der er 1909 das Abitur ablegte. Nach einem Jahr Bankpraxis studierte er Staatswissenschaften an den Universitäten Freiburg (Breisgau), Königsberg und Leipzig. Mit einer Arbeit über „Das Zunftwesen der Stadt Magdeburg“ wurde er 1916 zum Dr. phil. promoviert. 1914-16 war er Assistent am Volkswirtschaftlichen Seminar der Univ. Leipzig, 1917-20 Direktorialassistent am Institut für Ostdeutsche Wirtschaft der Univ. Königsberg und 1919-22 Leiter des Ostdeutschen Heimatdienstes. In dieser Funktion war er maßgeblich an der Durchführung der Volksabstimmung des Jahres 1920 in Masuren und Westpreußen beteiligt. Anschließend in der Privatwirtschaft und als Direktorialassistent des Statistischen Amtes der Stadt Stettin, danach als Referent im Preuß. Statistischen Landesamt Berlin tätig, wurde er im Oktober 1927 Direktor des Statistischen Amtes der Provinz Ostpreußen in Königsberg. 1931 erhielt er einen Lehrauftrag für Statistik und 1939 die Ernennung zum Honorarprofessor an der Univ. Königsberg. Im selben Jahr wurde M. zum Direktor des Statistischen Amtes der Stadt München und 1940 zum Leiter des Städtischen Wirtschaftsamtes München sowie zum Leiter des Münchner Instituts für Konjunkturforschung berufen. Zugleich hatte er 1939-45 einen Lehrauftrag für Statistik und Betriebswirtschaft als Honorarprofessor der TH München inne. Seit 1947 war er als Chefstatistiker in der Staatlichen Erfassungsgesellschaft für öffentliches Gut in München und von 1954 bis zu seiner Versetzung in den Ruhestand als wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bundesamt für gewerbliche Wirtschaft in Frankfurt/Main tätig.

    Seit 1920 wirkte M. führend in der landsmannschaftlichen Arbeit für Ost- und Westpreußen. Er war Mitglied vieler gesellschaftlicher und heimatpolitischer Vereinigungen in Ostpreußen. Seit seiner Übersiedlung nach München 1939 leitete er den 1920 gegründeten „Verein heimattreuer Ost- und Westpreußen in Bayern“. Nach dem 2. Weltkrieg rief er 1947 in München eine Hilfsgemeinschaft für seine heimatvertriebenen Landsleute ins Leben, die 1949 unter dem Namen „Ostpreußenbund in Bayern“ und 1952 als „Landsmannschaft Ostpreußen/Landesgruppe Bayern“ in das Vereinsregister eingetragen wurde. Bereits 1949 setzte er die Bildung einer „Arbeitsgemeinschaft der ostdeutschen und südostdeutschen Landsmannschaften in Bayern“ durch und schuf somit die Grundlagen für die Konstituierung einer „Landsmannschaft der Ost- und Westpreußen“ in Bayern. 1950 wurde er zum stellvertretenden Sprecher der Landsmannschaft Ostpreußen in der Bundesrepublik Deutschland gewählt. Bis zu seinem Tode widmete sich M. vor allem der „wissenschaftlichen Seite der heimatpolitischen Arbeit“. In enger Verbindung mit dem Herder-Institut in Marburg, dem Göttinger Arbeitskreis, der Ostdeutschen Akademie in Lüneburg und anderen Forschungsinstituten befaßte er sich mit der Sammlung und Auswertung zeithistorischer Dokumente und Veröffentlichungen. Seine kulturpolitische Arbeit setzt seit 1971 die Ost- und Westpreußenstiftung in Bayern „Prof. Dr. Ernst Ferdinand Müller“ e. V. fort. M.s wissenschaftlicher Nachlaß – u. a. zahlreiche Handschriften, publizistische und Bilddokumente – befindet sich heute in den Archiven des zur Ost- und Westpreußenstiftung in Bayern gehörenden Albertus-Instituts für ost- und westpreuß. Landeskunde in Oberschleißheim bei München.

  • Werke

    Statist. Hdb. f. Kurland u. Litauen, 1918;
    Die Zertrümmerung Ostpreußens u. d. dt. Ostmark, 21919;
    Das Zunftwesen in Magdeburg, 1925;
    Die Not d. preuß. Ostprovinzen, Denkschr., 1930;
    Zur Wirtsch.gesch. d. Preußenlandes v. d. Errichtung d. Hzgt. Preußen bis z. Ausbruch d. Weltkrieges, in: Dt. Staatenbildung u. dt. Kultur im Preußenlande, 1931, S. 471-535;
    Grundzüge d. Wirtsch.lebens in Masuren, hrsg. v. Gollub, 1934;
    Die preuß. Provinzialverbände, in: Statist. Jb. dt. Gemeinden, 1934/39;
    Ostpreußen, in: Deutschlandbuch, hrsg. v. H. F. Blunck, 1935;
    Bevölkerungsgesch. u. Wanderungsforschung in d. Prov. Ostpreußen, in: Altpreuß. Forschungen 13, 1936, S. 102-22;
    Neueres|wirtsch.kundl. Schrifttum üb. Ostpreußen, in: Dt. Zs. f. Wirtsch.kde. 4, 1939, S. 81-92, 187-200;
    Ostpreußen u. sein Wanderungsproblem, in: Allg. statist. Archiv 28, 1939, S. 436-53;
    Die Statistik d. Gemeindeverbände, in: Die Statistik in Dtld. nach ihrem heutigen Stand, Ehrengabe f. F. Zahn, 1940. – Hrsg.: Btrr. z. Statistik d. Provinz Ostpreußen (seit 1934);
    Statist. Hdb. d. Prov. Ostpreußen (1938);
    Münchner Jb. u. Bayrisches Jb. (seit 1939). – Mithrsg.: Dt. Statist. Zbl.;
    Gegenwartsfragen d. Dt. Gemeinde.

  • Literatur

    Das Ostpreußenbl. 8, 1957, Folge 46;
    D. Radke, In memoriam Prof. Dr. E. F. M., in: Bayern u. d. Heimat d. Vertriebenen I, 1972, S. 49;
    dies., Er war e. „Herold“ Ostpreußens in Bayern, Zum 100. Geb.-tag Prof. Dr. E. F. M.s, in: Das Ostpreußenbl. 40, 1989, Folge 16;
    1875-1975, 100 J. Städtestatistik in München, in: Statist. Hdb. d. Landeshauptstadt München, 1975, S. 33 f.;
    Kürschner, Gel.-Kal. 1940/41;
    Altpreuß. Biogr. III.

  • Autor/in

    Heinz Radke
  • Empfohlene Zitierweise

    Radke, Heinz, "Müller, Ernst Ferdinand" in: Neue Deutsche Biographie 18 (1997), S. 365-366 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd138092508.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA