Lebensdaten
gestorben 1083 oder 1084
Beruf/Funktion
Bischof von Paderborn ; Domherr von Hildesheim ; Dompropst zu Bamberg
Konfession
katholisch
Normdaten
GND: 137665660 | OGND | VIAF
Namensvarianten
  • Poppo von Paderborn
  • Poppo von Holte
  • Poppo von Henneberg (fraglich)
  • mehr

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Zitierweise

Poppo, Indexeintrag: Deutsche Biographie, https://www.deutsche-biographie.de/pnd137665660.html [22.09.2019].

CC0

  • Genealogie

    Für d. in d. älteren Paderborner Gesch.schreibung (Schaten) behauptete Abstammung v. Geschl. derer v. Holte fehlen sichere Zeugnisse; wahrscheinlicher ist Herkunft aus Franken, vielleicht aus d. Geschl. d. Grafen v. Henneberg (s. NDB VIII) (E. v. Guttenberg).

  • Leben

    Zuvor Dompropst in Bamberg und vielleicht Hildesheimer Kanoniker, folgte P. seinem am 3.2.1076 verstorbenen Vorgänger Immad (Immico) wahrscheinlich im März/April 1076 nach. Er gehört zu den wenigen sächs. Bischöfen, die Heinrich IV. trotz seiner im Febr. 1076 erfolgten Bannung durch Papst Gregor VII. noch in Sachsen einsetzen konnte. Wann und von wem er geweiht wurde, ist nicht bekannt. Über P.s Haltung im Investiturstreit und sein Wirken in Paderborn gibt es kaum Quellen. Sicher ist, daß er 1078 den aus Passau vertriebenen gregorianisch gesinnten Bf. Altmann ( 1091) bei sich aufnahm und im Febr. 1081 auf sächs. Seite in Kaufungen an den Friedensverhandlungen mit Heinrich IV. beteiligt war. Seine wegen seines Werdegangs und der Erhebungsumstände anzunehmende königstreue Haltung scheint er also unter dem Zwang der örtlichen Verhältnisse revidiert zu haben, ohne indes zum kompromißlosen Gegner des Saliers zu avancieren. Er ist weder als Wähler Rudolfs von Rheinfelden im März 1077 noch später im Heer des Gegenkönigs in einer der offenen Feldschlachten bezeugt. Auch scheint Heinrich IV. keinen Versuch unternommen zu haben, ihn aus Paderborn zu vertreiben. Inwieweit die Opposition, auf die der im August 1081 gewählte neue Gegenkönig Hermann von Salm ( 1088) in Sachsen stieß, auch in Paderborn Fuß fassen konnte oder gar von P. mitgetragen wurde, ist unklar. In seinem Bistum hat sich P. anscheinend besonders auf die Klöster gestützt und sich dabei der Reichsabtei Corvey angenähert, die damals im sog. Osnabrücker Zehntstreit unter Druck geraten war.

  • Literatur

    N. Schaten, Annales Paderbornenses I, 1693, S. 592 f.;
    G. J. Bessen, Gesch. d. Bisthums Paderborn I, 1820, S. 144 f.;
    G. Meyer v. Knonau, Jbb. d. Dt. Reiches unter Heinrich IV. u. Heinrich V., Bd. II, 1894, S. 649 f.;
    K. Löffler, Die westfäl. Bischöfe im Investiturstreit, 1903, S. 76-87;
    F. Schröder, Die Gesch. d. Paderborner Bischöfe v. Rotho bis Heinrich v. Werl, T. II, in: Westfäl. Zs. 75/II, 1917, S. 62-70;
    C. Erdmann, Stud. z. Brieflit. Dtld.s im 11. Jh., 1938, S. 129;
    E. v. Guttenberg, Die Regg. d. Bischöfe u. d. Domkap. v. Bamberg, 1963, Nr. 279;
    Rudolf Meier, Die Domkap. zu Goslar u. Halberstadt, 1967, S. 404 f.;
    P. Leidinger, Westfalen im Investiturstreit, in: Westfäl. Zs. 119, 1969, S. 289 f.;
    H. Wellmer, Persönl. Memento im dt. MA, 1973, S. 109;
    Gabriele Meier, Die Bischöfe v. Paderborn u. ihr Bistum im HochMA, 1987, S. 38-62.

  • Autor/in

    Herbert Zielinski
  • Empfohlene Zitierweise

    Zielinski, Herbert, "Poppo" in: Neue Deutsche Biographie 20 (2001), S. 630 f. [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd137665660.html#ndbcontent

    CC-BY-NC-SA